Frisch geschlüpft: The Trial of Oscar Wilde (Dramatic Reading)

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Ausnahmsweise mal ein Frisch-geschlüpft-Artikel zu einem englischsprachigen Projekt.

LibriVox Vorleser haben den Prozess von Oscar Wilde mit verteilten Rollen aufgenommen. Textgrundlage waren die mitstenographierten Prozessberichte. Ein sehr trauriges aber interessantes Zeitzeugnis. Hab es gerade erst entdeckt und selbst weder gehört noch gelesen.

In 1895 Oscar Wilde was convicted of gross indecency and sentenced to two years‘ hard labor. This account of his two trials was compiled from the original shorthand court reports by an anonymous author. While a more complete account of the trial was published several years later, it omitted the more ’sensational‘ exchanges. This shorter version was clearly intended for a more prurient reader. In it we hear Wilde’s famous defence of „the love that dare not speak its name“, and see the evidence mount as a succession of attractive young men step into the witness box to tell their tales. – Summary by Rob Board

Cast
Narrator: Rob Board
Oscar Wilde: Edward Kirkby
Alfred Taylor: Ted Delorme
Mr. C.F. Gill: Beth Thomas
Sir Edward Clarke: Kristin Gjerløw
Mr. JP Grain: Michele Fry
Sir Frank Lockwood: Elizabeth Klett
Mr. Horace Avory: Oxenhandler
Mr. Hall: Joseph Tabler
Mr. Justice Charles: Richard Shipp
Mr. Justice Wills: Zames Curran
The Foreman of the Jury: David Olson
Frank Atkins: Eden Rea-Hedrick
Edward Shelley: Newgatenovelist
Charles Parker: Sandra Schmit
Alfred Wood: Rotgold
Sidney Mavor: Anna Simon
Hugues Rebell: David Bushhouse
Arthur Symons: Mark Chulsky
Baron Macauley: Apneia
Octave Mirbeau: Herman Roskams
Newspaper reporter: Jessie Yun
John Milton: Hannoria
Edited by: Rob Board

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Frisch geschlüpft: Sammlung kurzer deutscher Prosa 44

Ah, das Häschen auf dem Cover erinnert daran, wie lange wir für diese Sammlung gebraucht haben. Sie wurde im April eröffnet und aus der Zeit stammt auch das Cover. Aber was lange wärt, wird auch bunt und abwechslungsreich. Auf Georg Heym hatte ich ja schon anlässlich der letzten Gedichtsammlung hingewiesen. Hier nun zwei Prosastücke von ihm.

Student und Alkohol von Leopold Loewenfeld sei besonders einem bestimmten studierenden Leser dieses Blogs empfohlen.  😉

Und noch ein Wort zu [Begegnung mit Farinelli]. Ich hatte mich sehr gefreut, als ich auf diese historische Quelle gestoßen war, und habe sie sofort aufgenommen. Beim Editieren kamen mir dann aber so einige Zweifel. Welcher Italiener würde sich nichts sehnlicher wünschen, als den Rest seiner Tage in England zu verbringen? Und welcher Musikfreud würde sich vom berühmtesten Sänger seiner Zeit immer nur 4 Arien vorsingen lassen, 10 Jahre lang. Welcher Sänger würde das auf die Dauer mit sich machen lassen? Nebenbei weiß man aus Farinellis Briefen, dass es etwa 200 waren, aus denen er jeden Abend einige für den König von Spanien aussuchte. (Die Quelle dafür ist leider auch nur ein Kommentar zu einem Wikipedia Artikel, aber meine Güte, wäre ich der König von Spanien, würde ich es so haben wollen.) Ich fürchte, Burney schreibselt hier nur zusammen, was er genau so in London und Bologna als Gerücht aufgeschnappt haben kann. (Ein Wort? Na gut, es waren ein paar mehr.)

1 – Der Hochzeitstag (aus: Aus dem Märchenbuch der Wahrheit) von Fritz Mauthner gelesen von Friedrich
2 – Das ovale Portrait von Edgar Allan Poe, übersetzt von Theodor Etzel, gelesen von Hokuspokus
3 – Die Entführung (aus: Volksmärchen der Deutschen) von Johann Karl August Musäus gelesen von Friedrich
4 – Gespräch zweier Liebenden von R. H. gelesen von LordOider & Shanty
5 – Beowulf (aus: Märchen und Sagen) von Karl Müllenhoff gelesen von Karlsson
6 – Student und Alkohol (Vortrag vom 21. Februar 1910) von Leopold Loewenfeld gelesen von Friedrich
7 – Die Nachtigall und die Rose von Oscar Wilde, übersetzt von Wilhelm Cremer, gelesen von Elli
8 – Die Sektion von Georg Heym gelesen von Hokuspokus 06:02
9 – Der Diplomat von Rudolf Presber gelesen von Julia Niedermaier
10 – Der Irre von Georg Heym gelesen von Karlsson
11 – Lucie Gelmeroth von Eduard Mörike gelesen von Hokuspokus
12 – [Begegnung mit Farinelli] (aus: Tagebuch einer Musikalischen Reise durch Frankreich und Italien) von Charles Burney, übersetz von Christoph Daniel Ebeling, gelesen von Hokuspokus
13 – Kalif Storch von Wilhelm Hauff gelesen von Cyamis
14 – Bal macabre von Gustav Meyrink gelesen von Cyamis
15 – Die physische Person von Manfred Kyber gelesen von Hokuspokus

Hörbuch Download bei LibriVox

Textlinks zum selbst Lesen gibt es wie immer auf der LibriVox Katalogseite.

Die nächste Prosasammlung ist schon eröffnet und jeder ist herzlich eingeladen, auch etwas dazu beizutragen!

Mehr deutsche Gedichte und kurze Prosa aus dem LibriVox Katalog bequem nach Titel, Autor oder Vorleser suchbar gibt es in der Liste kurzer deutscher Texte, dem Navi zur Schatzkammer.

Hokuspokus live!

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Und diesmal wirklich, nicht nur virtuell! Letztes Jahr ist die geplante Lesung im Schlossturm (ich hatte davon erzählt) ja an organisatorischen Schwierigkeiten gescheitert, diesmal haben wir es grundsätzlich anders angepackt und den Schlosskeller als Location gewählt.

Spukig sollte es wieder werden, für Kinder geeignet und möglichst gemeinfrei. Als die Anfrage im Frühjahr kam, ob ich es noch einmal probieren will, war ich sehr froh, kurz zuvor die deutsche Übersetzung des Gespenstes von Canterville gefunden zu haben. Der Text hat auch nur etwa 10.000 Wörter (dachte ich), so dass er sich mit nur wenigen Kürzungen recht gut für eine etwa einstündige Lesung eignen würde. Dumm nur, dass ich beim Wörter Zählen das letzte Kapitel übersehen hatte. In Wirklichkeit hat der Text mehr als 12.000 Wörter und war viel zu lang. Die Hörbuchfassung für Legamus hat fast eineinhalb Stunden und live liest man eher langsamer. So musste ich Oscar Wilde leider um mehr als ein Drittel kürzen, was er erstaunlich gut vertragen hat. Sehr viele Bezüge und Seitenhiebe auf das kulturelle Leben in England am Ende des 19ten Jahrhunderts sind heute nur witzig, wenn man sich ein bisschen mit der Zeit beschäftigt hat, und sind vor allem für Kinder unverständlich. Schade war allerdings, dass auch dieses herrliche Stelle der Schere zum Opfer fiel:

Wir [Engländer] haben nahezu alles mit Amerika gemeinsam, außer natürlich die Sprache.

Beinahe hätte ich zu viel gekürzt. Erst kurz vor dem Termin ist mir aufgefallen, dass ich den armen Cecil aus der ersten Hälfte völlig getilgt hatte und er erst im zweiten Teil auftaucht, dann aber gleich als Virginias Liebhaber. Cecil wurde also flugs wieder hinein geschrieben. Was den Liebhaber angeht, war ich sehr froh, die Freiheit zu haben, ihn in einen Verehrer ändern zu dürfen. Bei LibriVox und Legamus lesen wir die Texte ja ungekürzt und wie geschrieben/übersetzt. Ausnahmen gibt es nur bei groben Übersetzungsfehlern.

So war der Text also ausgesucht und vorbereitet. Meine Kollegin und Ansprechpartnerin bei der Museumsverwaltung hat sich wunderbar dafür eingesetzt, alle Hindernisse aus dem Weg zu räumen und die Veranstaltung vorzubereiten. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank dafür!

Dann hieß es üben, üben, üben. Bei einer Aufnahme kann man ja alle Fehler bequem korrigieren, nach Edits und Probehören ahnt keiner mehr,  wie oft man sich versprochen hat. Live geht das nicht. Also am besten keine Fehler machen. Nicht so leicht, wenn es lebendig sein soll. Und man dann solche Sätze hat: „Ich heiße Sie auf Schloss Canterville willkommen.“  Die Proben haben schrecklich viel Zeit gefressen und waren ein Grund dafür, dass ich keine Zeit hatte, Blogbeiträge zu lesen und selbst zu schreiben.

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Ich habe hin und her überlegt, ob ich hier auf dem Blog Werbung für die Lesung machen soll, habe es dann aber nicht getan, weil ich, je näher der große Tag kam, desto unsicherer war, ob ich mich da nicht total übernommen hatte. Es ist eine Sache, Hörbücher aufzunehmen und die im Internet zu verschenken, aber eine ganz andere Sache, live vor Publikum zu lesen, dass dafür Eintritt bezahlt hatte und zum Teil auch noch ein gutes Stück Anfahrt auf sich genommen hatte.

Am letzten Sonntag war es dann so weit. Wir waren so gut wie ausverkauft und ich hatte Lampenfieber bis zum Anschlag. Würde die Lesung gefallen? Würden nach der Pause noch alle da sein? (Wie schrecklich, wenn nicht!) Würde das Publikum erbost sein Geld zurück verlangen? Versteht das bitte nicht falsch, ich neige eigentlich nicht zu Selbstunterschätzung und fische auch nicht nach Komplimenten. Man kann so gut sein, wie man will, es nutzt aber alles nix, wenn das Publikum etwas anderes erwartet. Ich hatte so etwas ja noch nie gemacht. Da geht einem so einiges durch den Kopf, was sich hinterher als großer Unsinn entpuppt.

Aber es ist gut gegangen. Wir hatten hier 30° am Sonntag, im Keller war es richtig kühl, das wurde nach 30 Minuten schon etwas unangenehm. Aber ich hatte ein super Publikum, das sich davon nicht hat stören lassen. In der Pause gab es heißen Tee aus dem Samowar und wer wollte, konnte den Schlossturm besteigen. Und ja, nach der Pause waren alle wieder da. Am Ende war das Publikum zufrieden und ich war es auch. *puh*

Mit etwas Glück machen wir so etwas noch einmal, und dann sage ich vorher Bescheid, falls vielleicht doch jemand aus der Gegend um Hanau hier mitliest.

Frisch geschlüpft: Das Gespenst von Canterville

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von Oscar Wilde (1854-1900) , übersetzt von Franz Blei (1871-1942)

gelesen von Hokuspokus

Die amerikanische Familie Otis kauft Schloss Canterville, obwohl man sie ausdrücklich warnt, dass dort der Ahnherr, Sir Simon de Canterville, als Gespenst sein Unwesen treibt. Als Sir Simon seiner Geisterpflicht nachkommen und die Familie in Angst und Schrecken versetzen will, sind die Amerikaner kein bisschen davon beeindruckt, ganz im Gegenteil. Die beiden kleinen Söhne der Familie spielen ihm alle erdenklichen Streiche, Mr. Otis bittet darum, doch gefälligst die Ketten zu ölen, und der ältere Sohn entfernt jeden Tag den sich erneuernden Blutfleck in der Bibliothek mit einem neumodischen Fleckentferner. Einzig die Tochter Virginia zeigt Mitleid.
Nach einer alten Prophezeiung kann nur ein unschuldiges Mädchen das Gespenst erlösen. Sir Simon bittet Virginia um ihre Hilfe.

Download bei Legamus

Es freut mich ganz besonders, dass ich diesen wunderbaren Klassiker aufnehmen konnte. Ganz lange habe ich nach einer gemeinfreien Übersetzung gesucht. Es gibt den deutschen Text hier und da im Netz, aber immer ohne den Namen des Übersetzers und ohne Publikationsdatum. Dann ist der Text der Blei Übersetzung irgendwann im letzten Jahr bei Gutenberg DE aufgetaucht, ohne dass ich es mitbekommen habe. Erst vor ein paar Wochen bin ich zufällig darüber gestolpert und habe mich gleich darauf gestürzt.

Es gibt übrigens auch eine ganz wunderbare Aufnahme des englischen Originals bei LibriVox.

Frisch geschlüpft: Märchen von Oscar Wilde

übersetzt von Wilhelm Cremer, gelesen von Rebecca Braunert-Plunkett.

Oscar Wildes Kunstmärchen bieten dem Leser (und Hörer) Zugang zu zauberhaften, filigran gestalteten Welten. Liebe, Leidenschaft, Aufopferung und Läuterung sind einige der vom Erzähler prachtvoll in Szene gesetzten Motive. Wildes Erzählungen spannen eine Bogen von augenzwinkernd-satirischer Gesellschaftskritik über philosophische Einsichten zu einem alles unterliegenden tiefgehenden Appell an die Menschlichkeit. (Zusammenfassung von Rebecca Braunert-Plunkett)

Download bei LibriVox

Da gibt es diese Liste in meinem Kopf, auf der alle Bücher stehen, die ich vielleicht, wahrscheinlich, ganz sicher irgendwann mal aufnehmen will. Die Märchen von Oscar Wilde standen da auch lange drauf. Rebecca war schneller als ich und das ist auch gut so, denn Ihr könnt die Märchen jetzt schon hören und ich kann sie ja (vielleicht) irgendwann später immer noch aufnehmen, wenn die Liste irgendwann mal leer werden sollte.

Für Leute, die lieber selbst lesen, bei MobileRead gibt’s auch das eBook, es sind aber nicht alle Märchen enthalten, die Ihr im Hörbuch findet.