Frisch geschlüpft: Dschinnistan

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oder Feen- und Geistermärchen von Christoph Martin Wieland (1733 – 1813)

Dschinnistan ist eine Sammlung entzückender Rokoko-Märchen für Erwachsene, entstanden in der Tradition der französischen Feenmärchen und unter dem Einfluss der ersten Übersetzungen der Märchen aus 1001 Nacht. Das Thema ist häufig der Kontrast zwischen innerer und äußerer Schönheit – ein großes Thema für die schönheitsbesessene Zeit des Rokoko, das bei dem Jugend- und Schönheitswahn unserer Zeit wieder sehr relevant ist. Dabei geht es sehr abenteuerlich und zauberhaft zu. Wir reisen auf den Schwingen der Fantasie in märchenhafte, oft orientalisch angehauchte Länder und kämpfen mit den Helden gegen böse Zauberer, grausliche Hexen und schreckliche Ungeheuer.

Hörbuch Download bei LibriVox

Nebenbei: Obwohl Wieland selbst Märchen erzählt hat, hatte er für die Brüder Grimm nicht viel übrig. „Ammenmärchen, im Ammenton erzählt, mögen sich durch mündliche Überlieferung fortpflanzen, aber gedruckt müssen sie nicht werden.“

Märchenmontag 23

Illustration zu Geschichte des Prinzen Biribinker von Julius Zimpel (1869-1925)

Die Geschichte des Prinzen Biribinker ist ein Auszug aus Die Abenteuer des Don Sylvio von Rosalva von Christoph Martin Wieland (1733-1813).

Ich habe es zugegebenermaßen noch nicht gelesen. Gelesen habe ich dagegen neulich mit großer Freude Dschinnistan, ebenfalls von Wieland. Die Illustrationen zu Biribinker könnten genau so gut auch für Dschinnistan sein. Das ist eine Sammlung von Märchen im französischen Stiel nach meist orientalischen Motiven. Ein bisschen Perrault meets 1001 Nacht.

Mehr Informationen zum Illustrator Zimpel, dem Dichter Wieland und die Geschichte des Prinzen gibt es beim Goethezeitportal, wo auch die Bilder herstammen.

Schade, dass noch keines der Märchen für LV aufgenommen wurde. Das muss ich doch bald mal ändern. Die Märchen sind allerdings recht lang, eine knappe Stunde oder mehr, und die Sprache ist schon sehr geziert und verschnörkelt. Das sagt jemand, der sich bei E.T.A. Hoffmann und Eduard Mörike ganz zu Hause fühlt.

eBooks zum Selbstlesen gibt es bei MobileRead:
Dschinnistan
Die Abenteuer des Don Sylvio von Rosalva

Aber eine Frage quält mich: Warum nur muss ich bei dem Namen Biribinker an Johnny Depp denken?