Märchenmontag 28

An diesem Montag zeige ich Euch Neue Feenmärchen für kleine Kinder von Sophie de Ségur (1799 – 1874) mit Illustrationen von Virginia Frances Sterrett (1900 – 1931), die wir schon von ihren Illustrationen zu den Märchen aus 1001 Nacht kennen (Märchenmontag 18).

Sterret war gerade mal 19 Jahre alt, als sie diese wundervollen Illustrationen schuf.

Sophie de Ségur wurde in St. Petersburg als Tochter eines russischen Generals und Ministers geboren und ging mit ihrer Familie nach Frankreich, als sie 18 war. Die Märchen hat sie angeblich zur Unterhaltung ihrer Enkelkinder geschrieben. Sie sind zuerst 1857 unter dem Titel Nouveaux Contes de fées pour les petits enfants erschienen.

Es gibt eine deutsche Übersetzung von 2013 aus dem Avox Verlag, die auch die Illustrationen von Sterret enthält. Ältere oder gar gemeinfreie deutsche Übersetzungen scheint es nicht zu geben. Die englische Ausgabe gibt es als Scann bei Archive.org oder als eBook bei Gutenberg.org. Da heißt es dann Old French Fairy Tales. Unter beiden Links findet Ihr auch alle Bilder, von denen ich Euch hier nur eine Auswahl zeige.

Das französische Original gibt es bei LibriVox als Hörbuch, gelesen von Ezwa.

Märchenmontag 18: 1001 Nacht

Bleiben wir noch ein bisschen in Fantastarabien – diesmal mit Illustrationen der amerikanischen Künstlerin Virginia Frances Sterret (1900-1931), die ihren Bildern ein chinesisches Aussehen gab.

 

Die Wurzeln der 1001 Nacht liegen vermutlich in Indien und reichen bis in die Zeit um 250 zurück. Um 500 kamen die Erzählungen nach Persien und wurden um persische Geschichten erweitert. Hier fanden dann auch Elemente aus der antiken griechischen Sagenwelt (Odysseus – Sindbad) Eingang in die Erzählungen. Um 800 wurden die Geschichten ins Arabische übersetzt und mit islamische Formeln und Zitaten angereichert. Das älteste erhaltene Fragment stammt aus dem Jahr 850. Im Laufe der Zeit wurden die Erzählungen immer wieder ergänzt und umgebaut. Der berühmte Kalif Harun-ar Rashid z.B. hat wirklich gelebt und stand in diplomatischem Kontakt mit Karl dem Großen. Für 1001 gibt es keinen vollständigen Urtext, es waren immer wieder andere Zusammenstellungen und Fragmente im Umlauf.

1701 erwarb der französische Orientalist Antoine Galland die nach ihm benannte Galland-Handschrift, das älteste erhaltene arabische Fragment, dass nach der 282. Nacht abbricht. Er übertrug es ins Französische, so kamen die Erzählungen nach Europa. In der Folge entstanden Bearbeitungen nach dem europäischen Geschmack, die zum Teil wieder ins Arabische übersetzt wurden und die arabische Tradition beeinflussten. Aber auch in Europa selbst fielen die Erzählungen auf fruchtbaren Boden. Ein guter Teil der Märchen von Wilhelm Hauff wären ohne 1001 Nacht nicht entstanden. Alibaba und die 40 Räuber schafften es unter dem Titel Similisberg in die Hausmärchen der Brüder Grimm.

Bei LibriVox gibt es die englische Übersetzung von Richard Francis Burton, der unter anderem auch als Afrikaforscher auf der Suche nach der Quelle des Nil bis zum Tanganjikasee vordrang.