Frisch geschlüpft: Seltsame Geschichten

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von verschiedenen Autoren, gelesen von Hokuspokus

Seltsame Geschichten ist eine Sammlung von Spukgeschichten und anderer fantastischer Seltsamkeiten aus dem 19ten und frühen 20ten Jahrhundert. Neben einigen bekannten Namen wie Kipling, Heine und Meyrink sind auch viele heute vergessene Autoren vertreten.

01 Der Untergang des Carnatic von August Justus Mordtmann – 35:44
02 Mein Begräbnis von Hanns Heinz Ewers – 25:28
03 Varieté von Alexander Castell – 34:15
04 Die Pflanzen des Dr. Cinderella von Gustav Meyrink – 23:27
05 Meine selbsterlebte, wahre Geistergeschichte von Rudyard Kipling – 24:05
06 Ein moderner Geist von Frédéric Boutet, übers. von Hanns Heinz Ewers – 17:41
07 Das weiße Tier von Georg von der Gabelentz – 33:36
08 [Spuk in Goslar] aus: Die Harzreise von Heinrich Heine – 08:24
09 Schimäre von Gustav Meyrink – 10:07
10 – 12 Frau Venus von Franz von Gaudy – 56:54

Hörbuch Download bei LibriVox

Auf die Idee für dieses Projekt kam ich durch ein Buch bei Gutenberg DE, Das Buch der seltsamen Geschichten, dass im ersten Teil Detektivgeschichten von bekannten und unbekannten Autoren enthält. Im zweiten Teil werden die Geschichten dann zusehens fantastischer, genau das richtige für Hokuspokus. Auf meiner to-do-Liste standen noch ein paar andere fantastische Geschichten, die ich schon immer mal aufnehmen wollte, was lag also näher, als die Erzählungen in einem Projekt zu vereinen. Trotzdem war es eine schwere Geburt. Zu Beginn gab es nur eine vage Auswahl, die Reihenfolge stand noch gar nicht fest. In den fünf Monaten, die ich an den Aufnahmen gearbeitet habe, änderte sich die Auswahl immer wieder. Einiges fiel raus, weil doch nicht so gut, wie zunächst gedacht, anderes, weil sich mehr Gutes vom selben Autor fand. Freunde der Fantastik können sich schon auf eine ganz wunderbare Wiederentdeckung freuen, sollte Anfang des nächsten Jahres fertig sein.

Ursprünglich sollten auch zwei Erzählungen von Poe enthalten sein. In der Zwischenzeit habe ich aber eine Erzählung von Poe gelesen, die mir den Appetit auf Poe ein für alle mal verdorben hat: Des Seeräubers Schatz. Es ist so widerlich, wie Poe den schwarzen Sklaven darstellt! Danach nie wieder Poe! Wer sich selbst ein Bild machen möchte, was für ein extrem übler Rassist Poe war, findet die Geschichte hier: http://www.mobileread.com/forums/showthread.php?t=247061

Ich habe lange überlegt, ob ich den Link hier einfüge. Ich tue es, weil ich selbst schon lange wusste, dass Poe ein Rassist war, aber dachte, sein Rassismus bewegte sich auf dem damals üblichen Niveau, unreflektierter Zeitgeist, wie man das oft in Erzählungen aus dem 19ten Jahrhundert findet. Diese Geschichte zeigt, wie falsch ich damit lag. Mir ist bei der Lektüre körperlich übel geworden.

Viel Spaß mit den Geschichten, die es in die gesammelten Seltsamkeiten geschafft haben.

 

Japanische Horror-Klassiker aus der Edo-Zeit

Bei einer Bildrechererche bin ich über dieses spannende Thema gestolpert. https://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Mythen/Geister/Kaidan

„In der Edo-Zeit gab es ein Gesell­schafts­spiel namens „Hundert Geschichten“ (Hyaku monogatari), bei dem man sich gegen­seitig Grusel­ge­schich­ten erzählte. Grusel­geschich­ten (kaidan) dienen in Japan vor allem in heißen Sommer­nächten der „Abkühlung“, weil sie den Zuhörern wohlige Schauer über den Rücken jagen. Der Grusel­effekt bei den Hundert Geschichten wurde dadurch gesteigert, dass nach jeder Geschichte eine Lampe gelöscht wurde, bis die ganze Gesell­schaft im Dunkeln saß. Man munkelte, dass dann tat­sächlich ein Geist erschei­nen würde.

„Hundert Geschich­ten“ ist auch der Titel einer Serie von „Ge­spens­ter­portaits“, in denen der be­rühmte ukiyo-e-Künstler Katsushika Hokusai (1760–1849) die be­kann­testen Grusel­motive seiner Zeit festhielt. Da die Serie nur aus fünf Bildern besteht, ist der Titel wohl eine Anspie­lung auf das gleich­namige Gesell­schafts­spiel und diente eben­falls zur Erzeu­gung von Gänse­haut in heißen Sommer­nächten. Wie der Vergleich mit anderen „Bildern der fließenden Welt“ (ukiyo-e) zeigt, waren die dar­ge­stell­ten Geister zur da­ma­ligen Zeit weithin bekannt, sodass Hokusai eine An­deu­tung genügte, um dem Be­trach­ter ihre Ge­schichte in Erin­nerung zu rufen.

Diese Geschichten wiederum stammen zumeist aus dem Kabuki-Theater. Fast immer geht es dabei um Liebe, Eifer­sucht und Mord, die letzt­lich dazu führen, dass eine Person nach dem Tod nicht zur Ruhe kommt und sich in einen Rache­geist ver­wandelt. Inso­fern werden in den Ge­schich­ten und Bildern auch religiöse Vor­stel­lun­gen trans­por­tiert, auf die im fol­gen­den näher ein­ge­gan­gen werden soll.“

Quelle, sehenswerte Bilder und weiter lesen >>>> Horror-Klassiker aus der Edo-Zeit – Religion-in-Japan

 

Mein Welttagsbuch für Euch

Zur Feier des Weltbuchtags werden allenthalben Bücher verlost und verschenkt. Das ist eine schöne Sache, an der ich mich sehr gerne beteiligen möchte. Nun ist Bücher verschenken nichts so besonderes für mich, bei MobileRead machen wir das ja ständig. Etwas besonderes musste her! Also gibt es extra für den heutigen Welttag des Buches eine Auswahl meiner liebsten fantastischen Geschichten aus drei Jahrhunderten als eBook. Es spukt – bei Nacht und am Tage, im Wachen oder im Traum. Manchmal spukt es auch nicht, aber gespenstisch sind die ausgewählten Geschichten allemal.

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Inhalt:

Die weiße Frau von Benedikte Naubert, 1792
Ein Fragment aus dem Leben dreier Freunde von E.T.A. Hoffmann, 1818
[Eine Spukgeschichte] von E.T.A. Hoffman, 1819
Der Schatz von Eduard Mörike, 1836
Antonello, der Gondolier von Franz von Gaudy, 1838
Die Blumen des Bösen von Nathaniel Hawthorne, 1844
Am Kamin von Theodor Storm, 1861
Bulemanns Haus von Theodor Storm, 1866
Vision von Guy de Maupassant, 1883
Der Horla von Guy de Maupassant, 1887
Das Gespenst von Canterville von Oscar Wilde, 1887
Die gespenstische Rikscha von Rudyard Kipling, 1888
Das Tagebuch der Redegonda von Arthur Schnitzler, 1911
Die Urne von St. Gingolph von Gustav Meyrink, 1913
Das Gespenst von Manfred Kyber, 1922
Das Tier im Walde von Therese Rie (L. Andro), 1925

Abzuholen hier.

Greift zu! Es ist genug für alle da!

Hinweisen möchte ich Euch noch auf den sehr interessanten Weltbuchtagsbeitrag von Mara auf Buzzaldrins Bücher.

 

Frisch geschlüpft: Papilio Mariposa

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von Oswald Levett (1884 – 1942), gelesen von crowwings Ramona Deininger-Schnabel

Der Ich-Erzähler und Rechtsanwalt rettet einen jungen, missgestalteten Mann vor dem Todesurteil eines Militärgerichts. Jahre später trifft er den Dankbaren unter dem neuen Namen Papilio Mariposa wieder. Es entspinnt sich eine ungleiche Freundschaft, in deren Verlauf der genial begabte Mariposa sich immer mehr seinen Forschungen über Schmetterlinge hingibt. Als Mariposa spurlos zu verschwinden scheint und sich die Meldungen über menschengroße Insekten, ja angebliche Vampirangriffe häufen, kommt dem Freund ein furchtbarer Verdacht …
Eine Mischung aus Frankensteins Forscherwahn und den Qualen seines Monsters, sowie Kafkas “Metamorphosen” Skurrilität von dem weithin unbekannten und unterschätzten Autor Oswald Levett. (Zusammenfassung von crowwings)

Hörbuch Download bei Legamus!