Nebensache: Barockmusik mal wieder

Nicht viel Bibliophiles dieser Tage, mir ist gerade nicht so literarisch zu Mute. Dafür drei Hinweise aus meinem Audio-Reisekatalog http://www.worldconcerthall.com/

Händels Messias gibt es gleich zwei mal in der nächsten Woche, am 18.12. aus Kopenhagen, und am 19.12. aus London.

Morgen Abend, 14.12., gibt es aus Danzig das Konzertprogramm Venezia mit Max Emanuel Cencic und Il Pomo d’Oro. Hab die CD, hab das Konzert schon von drei verschiedenen Orten als live Übertragung gehört, aber es ist so großartig, dass ich’s mir morgen nochmal anhören werde.

Oper für die Ohren: Tamerlano

Heute Abend gibt’s bei NDR Kultur etwas besonders Feines. Händels Oper Tamerlano als Mitschnitt einer konzertanten Aufführung vom 22. September in der  Laeiszhalle Hamburg. Es singen und spielen:Tamerlano: Xavier Tabata Countertenor, Andronico: Max Emanuel Cencic Countertenor, Asteria: Sophie Karthäuser Sopran, Bajazet: John Mark Ainsley Tenor, Irene: Ruxandra Donose Mezzosopran, Leone: Pavel Kudinov Bass. Il Pomp d’Oro, Cembalo und Ltg.: Maxim Emelyanychev

Den Livestream heute Abend ab 20:00 gibt es hier: http://www.worldconcerthall.com/en/schedule/handels_tamerlano_with_sabata_cencic_and_karthauser_from_hamburg/17390/

Die CD davon ist im Moment einer meiner liebsten. Die Oper besteht eigentlich nur aus Highlights, Vivo in te, Benché mi sprezzi, … Einer meiner Favoriten unter lauter Lieblingsstücken ist  die Arie Nel mondo e nell’abisso gesungen von Pavel Kudinov . Barockoper ist doch ziemlich höhenlastig, weil das damals die Mode war und weil es für tiefe Stimmen auch schwieriger ist, die akrobatischen Läufe und Koloraturen zu meistern. Kudinov kann das mit einer (scheinbaren) Leichtigkeit, einfach wunderbar. Von ihm hätte ich sehr gerne mal eine Solo CD. Wird wohl nicht passieren, ein Solo Album mit barocken Bass Arien wird wohl keiner machen, wenn Countertenöre im Trend sind. Aber man kann ja mal wünschen. Kudinovs Stimme ist wirklich etwas besonderes, hört selbst: https://www.youtube.com/watch?v=Ye6Hg0MdpXk

Musik zum Sonntag: Rock Messias

Seit langem frage ich mich, wie es wohl klingen würde, wenn Barockmusik von einer Rockband interpretiert würde. Heute habe ich das Internet gefragt und bin neben zig eher misslungenen Versuchen auf etwas sehr interessantes gestoßen:

Das Album Messias von David Axelrod aus dem Jahr 1971

Axelrod war in den 60er und 70er Jahren wohl sehr bekannt, allerdings nicht so sehr in Deutschland, es gibt ihn nur in der englischen Wikipedia. Er hat Händels Messias neu interpretiert. Das Ergebnis erinnert an Jesus Christ Superstar, Frank Zappa und Hollywood Filmmusik. Bei AllMusik gibt es eine anscheinend gut informierte Review und man kann auch ein paar Schnipsel hören. Wer mehr hören möchte, kann das bei Spotify. Leider kann man da nur hören, wenn man einen Account hat, der ist aber kostenlos. Man muss auch keine extra Software installieren, es gibt, etwas versteckt, auch einen Browserplayer. Das Schöne an Spotify ist, dass es legal ist und dass die Künstler bezahlt werden. (Ob die Bezahlung fair ist, ist eine ganz andere Frage. Infos dazu bei Wikipedia.)

Wer diese moderne Interpretation gerne mit dem Original vergleichen möchte, findet dutzende z.B. bei YouTube. Rechtlich ist das bestenfalls mittelgrau, wird aber meistens geduldet, weil es eine gute Werbung ist. Besonders hinweisen möchte ich auf diese Produktion: eine inszenierte Aufführung aus dem Theater an der Wien mit dem Ensemble Mattheus unter Jean-Christoph Spinosi. Gibt es bei Gefallen auch auf DVD beim Musikhändler Eures Vertrauens.

Der Messias von Händel ist ein Oratorium in englischer Sprache und eigentlich nicht für eine szenische Aufführung vorgesehen. Die Inszenierung ist nicht hundertprozentig meins, aber sehr interessant. Die Sänger und Musiker sind fantastisch!

Und darum geht es (aus Wikipedia):

Messiah (HWV 56, dt. Der Messias) ist ein Oratorium von Georg Friedrich Händel auf Bibeltexte in einer englischsprachigen Zusammenstellung von Charles Jennens für vier Soli (SATB), Chor und Orchester. Es vertont die christliche Glaubenslehre bezüglich des Messias auf Basis der King-James-Bibel und des Book of Common Prayer. Es wurde im Sommer 1741 komponiert und am 13. April 1742 in Dublin uraufgeführt.

Das Werk gehört bis heute zu den populärsten Beispielen geistlicher Musik des christlichen Abendlandes. Es umfasst in drei Teilen die christliche Heilsgeschichte, beginnend mit den alttestamentlichen Prophezeiungen von Propheten wie Jesaja, das Leben Jesu, der als Erfüllung der Prophezeiungen gesehen wird, seine Geburt, seinen Tod am Kreuz und sein erhofftes zweites Kommen. Obwohl das Leben im Neuen Testament geschildert wird, greift der Oratorientext überwiegend auf das Alte Testament zurück.