Frisch geschlüpft: Jane Eyre, die Waise von Lowood

von Charlotte Brontë (1816-1855)

gelesen von: Elli; AliceDe; Julia Niedermaier; Eki Teebi; Jessi; Ramona Deininger-Schnabel; Ohrbuch; Anka; Imke Grassl; Frown; KarinM; Alexandra Bogensperger; Desirée Löffler; caromopfen; Hokuspokus

Jane Eyre. Eine Autobiographie (Originaltitel: Jane Eyre. An Autobiography), erstmals erschienen im Jahr 1847 unter dem Pseudonym Currer Bell, ist der erste veröffentlichte Roman der britischen Autorin Charlotte Brontë und ein Klassiker der viktorianischen Romanliteratur des 19. Jahrhunderts. Der Roman erzählt die Lebensgeschichte von Jane Eyre, die nach einer schweren Kindheit eine Stelle als Gouvernante annimmt und sich in ihren Arbeitgeber verliebt, jedoch immer wieder um ihre Freiheit und Selbstbestimmung kämpfen muss. Der Stoff des Romanes wurde häufig für Theater, Film und Fernsehen bearbeitet. (Wikipedia)

Nach mehreren englischen Aufnahmen (darunter ein dramatic reading) gibt es den Klassiker jetzt auch auf deutsch.

Hörbuch Download bei LibriVox

eBook bei MobileRead

Advertisements

Am Rande: Öffentliche Konsultation zur Überprüfung der Regeln zum EU-Urheberrecht

Die EU lädt ein zu einer Anhörung zum Thema Binnenmarkt, Geistiges Eigentum ‑ Urheberrecht. http://ec.europa.eu/internal_market/consultations/2013/copyright-rules/index_de.htm

Man kann ein 41 seitiges Word Dokument durchackern (lesen sollte man es mal, sehr interessant) oder sich hier an eine Sammel/Kurzfassung beteiligen http://copywrongs.eu/ Ich habe aber noch nicht herausgefunden, wer oder was genau copywrong ist.

Frisch geschlüpft: Das letzte Märchen

von Paul Keller (1873-1932) gelesen von Rebecca Braunert-Plunkett

Paul Kellers Werk zählt eigentlich zum Naturalismus, er wird gerne als schlesischer Heimatschriftsteller gezeichnet und war einer der meistgelesenen Autoren in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das letzte Märchen fällt aus diesem Rahmen. Ein Journalist wird in ein unterirdisches Märchenreich eingeladen, um dort eine Zeitung aufzubauen. Dabei gerät er zwischen die Fronten einer Auseinandersetzung innerhalb des Königshauses. Die Namen in der Geschichte, König Heredidasufoturu LXXV., Stimpekrex, Doktor Nein (der Oppositionsführer), haben wahrscheinlich Michael Ende zu seinem Roman Die unendliche Geschichte angeregt. (Wikipedia)

„In diesem Buch will ich alles retten, was in mir noch jung ist, nein, was in mir noch ein Kind ist. Kommt mit! Nicht alle! Nur die, die in ihres Lebens heimlichen Stunden in der Brust das alte Kinderherz noch einmal ein paar Schläge fühlen, die manchmal eine Sehnsucht haben, in die Heimat zu gehen und die Spielplätze neu aufzusuchen. Im letzten Märchen liegt der ersten Märchen Erfüllung.“ (Paul Keller)

Hörbuch-Download bei LibriVox

eBook bei MobileRead

Frisch geschlüpft: Brennendes Geheimnis

von Stefan Zweig (1881-1942) gelesen von Julia Niedermaier

Während der Sommerfrische mit seiner Mutter am Semmering, freundet sich der 12-jährige Edgar mit einem im selben Hotel verweilenden Baron an. Dieser ist jedoch nicht an ihm, sondern nur an seiner Mutter interessiert. Edgar versucht mit allen Mitteln eine Freundschaft zwischen dem Baron und seiner Mutter zu sabotieren (ohne wirklich zu begreifen, was vor sich geht). Verzweifelt bemüht er sich schnellstmöglich erwachsen zu werden, doch muss er bald einsehen, dass das Erwachsensein nicht so einfach ist, wie er glaubt. (Zusammenfassung von Julia Niedermaier)

Hörbuch-Download bei LibriVox

eBook bei MobileRead

Frisch geschlüpft: Deutsche Literaturgeschichte

in einer Stunde. Von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart. von Klabund (1980-1928)

Eine Literaturgeschichte von einem Literaten! Der Stil ist modern (für die PD), persönlich und amüsant zu lesen, z.B. „Er ist kein großer Dichter, aber ein Dichter: zu den Klassikern haben ihn nur die Fabrikanten von Klassikerliteratur gemacht: denen genügen Schiller, Goethe, Kleist aus Geschäftsgründen nicht, die Brautpaare verlangen beim Heiraten zur Komplettierung ihrer Wohnungseinrichtung eine ganze Klassikerausstattung: […]“

1 – Einführung – gelesen von OldZach
2 – Nibelungen, Walter von der Vogelweide – gelesen von Rebecca Braunert-Plunkett
3 – Hans Sachs, Martin Luther, Christoph von Grimmelshausen gelesen von Hokuspokus
4 – Lessing, Klopstock – gelesen von Carolin Kaiser
5 – Schiller, Goethe – gelesen von OldZach
6 – Arnim, Brentano-  gelesen von Rebecca Braunert-Plunkett
7 – Heine, Mörike – gelesen von Hokuspokus
8 – Keller, Fontane, Storm – gelesen von Karlsson
9 – Morgenstern, Trakl – gelesen von Julia Niedermaier

Die einzelnen Abschnitt behandeln neben diesen berühmten Autoren auch die jeweiligen Zeitgenossen.

Vorgelesen sind es dann doch etwas über drei Stunden, vollgepackt mit Namen und Daten, aber auch vollgepackt mit profundem Wissen und Klabunds ganz persönlicher Sicht der deutsche Literatur. Es bietet eine guten Überblick über das, was man mal wusste, aber längst vergessen hat, schließt manche Lücke und gibt jede Menge Anregungen für den SUB.

Download bei LibriVox

eBook bei MobileRead

Gustav Meyrink (1868-1932)

Von Meyrink war ja nun schon öfter die Rede, es wird Zeit, ihn ausführlich vorzustellen.

Geboren wurde er 1868 in Wien als unehelicher Sohn des württembergischen Staatsministers Karl von Varnbüler und der Hofschauspielerin Marie Meyer und hieß zunächst nach seiner Mutter Gustav Meyer. Den Engagements seiner Mutter folgend ging er in München, Hamburg und Prag zur Schule. Als unehelicher Sohn einer Schauspielerin im 19. Jahrhundert Abitur zu machen, das kann nicht einfach gewesen sein; in den Quellen heißt es, seine Kindheit sei unglücklich gewesen.

Als er mit 21 Jahren von seinem Vater „erhebliche Vermögenswerte“ (NDB) erhielt, gründete er in Prag zusammen mit Johann David Morgenstern, einem Neffen des Dichters Morgenstern, mit dem Meyrink verwandt war, das Bankhaus „Meyer und Morgenstern“. Glücklich hat das Vermögen ihn nicht gemacht, er trug sich mit Selbstmordgedanken, die er nur deshalb nicht ausführte, weil ein zufällig übersandtes Verlagsprospekt ihn zum Studium des Okkultismus anregte. Er war Mitglied in zahlreichen esoterischen Vereinigungen, aus denen er oft bald wieder austrat. Das Okkulte war um 1900 sehr in Mode, verschwurbelte Esoterik trieb die seltsamsten Blüten, aber Meyrink war kein verschwurbleter Schwärmer, er hatte ein wissenschaftliches Interesse und suchte nachprüfbaren Ergebnisse. Er unternahm Versuche in Alchemie, außersinnlicher Wahrnehmung und Telepathie. (Man kann dabei sehr seltsame Erfahrungen machen.)

1900 erkrankte er an einem Rückenmarksleiden, dass er mit Yoga therapierte, von dem er sich aber nie ganz erholte.

1902 verdächtigte man Meyrink des Betruges und nahm ihn in Untersuchungshaft. Die Anschuldigungen erwiesen sich als grundlos, aber der Skandal ruinierte sein Bankhaus. Notgedrungen wandte er sich der Schriftstellerei zu. Angeregt wurde er dazu von einem Schwager Alfred Kubins. Die Geschichte Der heiße Soldat soll erst im Simplicissimus erschienen sein, nach dem Ludwig Thoma sie aus dem Papierkorb gerettet hatte. Das war der Anfang einer Blitzkarriere. Meyrink wurde Mitarbeiter beim Simpicissimus. Seine satirischen Novellen wurden 1913 in drei Bänden gesammelt herausgegeben. Kurt Tucholsky hat sie geliebt. Er schreibt:

Ein neuer Klassiker

Wer hätte das gedacht! Meyrink, unser Gustav Meyrink in drei Bänden. Richtig in einer hübschen Kassette und: ›Gesammelte Schriften‹. Man wild alt.

Ja, nun werden ihn die Schulbuben in den Lesebüchern studieren müssen, und ich höre schon, wie mein kleines Enkelmädchen mühsam und ausdrucksvoll buchstabiert: »Bitt – Sie – was ist – das – – ei – gent – lich . . . Bus – – hi – – do – –? fragte der – Pan – ter – und – spielte – Ei – chel – ass – aus . . . « Und ihr fettes Fingerchen wird die Seiten herunter- und herauffahren müssen, und sie wird die Geschichte lesen von der Urne in Sankt Gingolph und die gemütvolle Legende vom Löwen Alois – und kurz und gut: da haben wir nun die ganze Teufelsbibel in drei Bänden wohlgeordnet vor uns liegen. Man wird alt.

Und liebevoll, nicht wie zum ersten Mal, aber schwelgend in Erinnerungen, lesen wir noch einmal alles, was uns damals aufrührte. Jeder hatte seinen eigenen Meyrink, jeder wußte neue Schönheiten zu berichten, die der andre noch gar nicht entdeckt hatte, und wenn wir uns abends nach Hause standen, brachen wir an jeder Straßenecke in ein Geheul aus (darob die Bürger erwachten), weil uns wieder etwas Neues eingefallen war von diesem Teufelskerl.

Wir kennen ja nun die hundert Meyrinks: den lyrischen und den hassenden und den lächelnden und den traurigen und den grinsenden und den schlagenden und den tötenden. Und beim Durchblättern ist uns manches wirklich neu, was wir vorher in alten Heften des ›März‹ und des ›Simplicissimus‹ uns zusammensuchen mußten, dürfen wir uns nunmehr auf der Zunge zergehen lassen: ›Die Belagerung von Serajewo‹ und ›Prag‹ und gar ›Montreux‹ – sehen Sie, das kannten Sie auch nicht! Und wenn man dann noch am Leben ist, darf man sich an dem bisher gänzlich unbekannten ›Wahrheitstropfen‹ erfreuen, an der Geschichte des Herrn Ohrringle. Und an ›Veronika, dem Heimatsschwein‹ und am ›Automobil‹.

Das Schönste aber an diesen reizenden Bändchen ist der Titel. Er ist sinnig, anheimelnd, und der Gebissene merkt erst etwas von seinem zerrissenen Hosenboden, wenn der trauliche Autor schon in weiter Ferne ist, das Hütel auf dem linken Ohr und leise pfeifend: »Drei Lihilien, dreihei Lihilien – die pflanzt ich auf mein Grab . . . «

Der Titel: ›Des deutschen Spielers Wunderhorn‹.

(Peter Panter in Die Schaubühne, 1914.)

1907 übersiedelte Meyrink nach München. Er war zu diesem Zeitpunkt zum zweiten Mal verheiratet und hatte ein Tochter. Sonst geben die Quellen über sein Privatleben nichts her. Er wird aber mehrfach in Erich Mühsams Unpolitische Erinnerungen erwähnt, die ich bei Gelegenheit als eBook aufbereiten und lesen werde.

Meyrink bekam ein monatlichen Fixums vom Verlag des Simplicissimus, aber es reichte nicht, um die Schulden aus dem Bankrott abzudecken und Meyrinks Lebensunterhalt zu sichern. Er arbeitete deshalb auch als Übersetzer, unter anderem von Charles Dickens und Rudyard Kipling. Er ist dabei reichlich frei mit den Originalen umgegangen.

1911 kaufte Meyrink ein Haus in Starnberg, dass er wegen finanzieller Probleme 1928 wieder verkaufen musste.

1915 erschien sein Roman Der Golem, der dank groß angelegter Werbung des Verlags ein Publikumserfolg und Meyrinks bekanntestes Werk wurde. Seine weiteren Romane, Das grüne Gesicht (1917) Walpurgisnacht (1917), Der weiße Dominikaner (1921), Der Engel vom westlichen Fenster (1927) werden immer esoterischer und konnten nicht an den Erfolg anknüpfen.

Kurt Tucholsky hat dann auch nur noch Das grüne Gesicht rezensiert. Er schreibt:

Ich zweifle nicht, daß Meyrink zu den einsichtsreichsten Menschen gehört, die unter uns leben. Er weiß ungeheuer viel – nicht Positiva, sondern eben das, was man nicht lernen kann –, er hat tief hinunter gesehen, und man muß ihn stets hochachten, eben um dieser Erkenntnis willen. […]

Es liegt also nicht etwa vor: Suchen der Gunst des Publikums. Es liegt aber wohl vor: Bewußtes oder unbewußtes Nachlassen der künstlerischen Kraft. Es ist schade, daß ein großer Erkenner uns einen großen Künstler kostet. Rechnet man dazu, daß sich heute alles, was sonst unterdrückt wird, unter dieses allumfassende Dach der Theosophie flüchtet, weil es sich in den unscharfen und verschwommenen Thesen wiedererkennt und bestätigt zu finden glaubt, so wird man die große Gefolgschaft dieser Bücher verstehen.

[…]

Der Meister zaubert wirklich – stellungslose Kommis und gelangweilte Damen hören zu, freuen sich an den bunten Glaskugeln und sehen den Gott nicht. Der bleibt im Tempel und lächelt. Und so ist in Wahrheit keinem geholfen. Der Meister selbst hat kein Publikum, und das Parkett bestaunt, im Grunde genommen, Kulissen.

(Ignaz Wrobel in Die Schaubühne, 1917)

Während des ersten Weltkriegs kam Meyrink auf sehr kuriose Weise mit der Freimaurerei in Berührung. Er erhielt vom Auswärtigen Amt in Berlin den Auftrag, einen Roman zu verfassen, der suggerieren sollte, dass die Freimaurer am Krieg schuld seien. Meyrink nahm den Auftrag an, verzögerte und verschleppte die Arbeit aber immer wieder, wohl im Bestreben, die Sache scheitern zu lassen. Der Auftrag wurde ihn entzogen und einem deutsch-nationalen Politiker übergeben, der mehrere Pamphlete über die freimaurerisch-jüdische Weltverschwörung verfasste, die später in der Nazi-Zeit besonders traurige Blüten trieb.

1927 konvertiert er vom Protestantismus zum Mahajana-Buddhismus.

Meyrink starb 1932 im Alter von 64 Jahren in Starnberg.

Bei den Recherchen zu diesem Beitrag bin ich auf ein Buch aufmerksam geworden, dass jetzt auf meinem Weihnachtswunschzettel steht: Binder, Hartmut (2009): Gustav Meyrink. Ein Leben im Bann der Magie. Prag.

Meyrink bei LibriVox

Meyrink bei MobielRead
Des deutschen Spießers Wunderhorn, zwei Bände. Band 1 und Band 2
Der Golem
Die Fledermäuse
Das grüne Gesicht
Walpurgisnacht
Der weiße Dominikaner
Vielen Dank an netseeker für Das grüne Gesicht, Der Golem und Der weiße Dominikaner

Quellen:
Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Gustav_Meyrink
NDB: http://www.deutsche-biographie.de/xsfz62973.html
Literatur Portal Bayern: http://www.literaturportal-bayern.de/autorenlexikon?task=lpbauthor.default&pnd=118582046

Tucholsky über Meyrink bei Zeno.org:
http://www.zeno.org/nid/20005803624
http://www.zeno.org/nid/20005804272

siehe auch Meyrink bei Gutenberg DE http://gutenberg.spiegel.de/autor/413

Am Rande: Niobe – Regina di Tebe von Agostino Steffani

Noch 166 Tage gibt es bei Arte live Web den Mitschnitt einer wunderbaren konzertanten Aufführung dieser Oper zu sehen. Es singen unter anderem Philippe Jaroussky und Karina Gauvin.

Das Libretto beruht auf einer Geschichte aus Ovids Metamorphosen. Die gibt es bei MobileRead gleich zwei mal: Hier und hier. Danke an mmat1, brucewelch und Josch91.

Bei LibriVox gibt es ein Hörbuch auf Englisch.

Der Komponist Agostino Steffani ist die heimliche Hauptfigur von Donna Leons Roman The Jewels of Paradise (Himmlische Juwelen), als Roman nicht so doll, aber die Biographie Steffanis, die im Laufe der Handlung entdeckt wird, ist ziemlich spannend.