Frisch geschlüpft: Sammlung deutscher Gedichte 21

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Diesmal dabei:

1 Das Gericht von Stefan Zweig gelesen von Gaby
2 Das Göttliche von Johann Wolfgang von Goethe gelesen von Eva K.
3 Der Asket von Wilhelm Busch gelesen von Monika M. C.
4 Der frohe Wandersmann von Joseph von Eichendorff gelesen von Kalynda
5 Der gefallene Engel von Else Lasker-Schüler gelesen von Monika M. C.
6 Die Braut von Korinth von Johann Wolfgang von Goethe gelesen von Eva K.
7 Die Luftjagd (aus: Faustus. Ein Gedicht) von Ludwig Bechstein gelesen von Sonia
8 Eine trübe Stunde von Luise Büchner gelesen von Sonia
9 Fronleichnamsprozession von Georg Heym gelesen von Hokuspokus
10 Grenzen der Menschheit von Johann Wolfgang von Goethe gelesen von Eva K.
11 Im Mai von Heinrich Heine gelesen von Hokuspokus
12 Meine Mutter von Else Lasker-Schüler gelesen von Monika M. C.
13 Nervus Erotis von Else Lasker-Schüler gelesen von Monika M. C.
14 Sonnenaufgang in Venedig von Stefan Zweig gelesen von Gaby
15 Spinoza von Stefan Zweig gelesen von Gaby
16 Stumme Liebe von Felix Dörmann gelesen von Sonia
17 Über ein Stündlein von Paul Heyse gelesen von Monika M. C.
18 Versöhnung von Else Lasker-Schüler gelesen von Monika M. C.
19 Violettens Denkmal von Clemens Brentano gelesen von Sonia
20 Vorfrühling von Paul Heyse gelesen von Monika M. C.

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Frisch geschlüpft: Sammlung kurzer deutscher Prosa 47

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Diesmal mit:

01 Lorelei von Heinrich Seidel, gelesen von Hokuspokus
02 Das Gehirn von Gustav Meyrink, gelesen von Templex
03 Auf dem Altenteil von Wilhelm Raabe, gelesen von Eva K.
04 Marthe und ihre Uhr von Theodor Storm, gelesen von Boris
05 Der Stern über dem Walde von Stefan Zweig, gelesen von Boris
06 Um eine Stunde von Arthur Schnitzler, gelesen von Hokuspokus
07 Das Gute von Joachim Ringelnatz, gelesen von Eva K.
08 Am Fenster von Wilhelm Holzamer, gelesen von Boris
09 Das blaue Flämmchen von Ludwig Bechstein, gelesen von Hokuspokus
10 Die Träume von Kurt Tucholsky, gelesen von Boris

Besonders ans Herz legen möchte ich Euch Das Gute von Ringelnatz, diesmal gar nicht lustig, dafür sehr genau beobachtet und einfühlsam beschrieben.

Und wenn Ihr bis zu den Träumen von Tucholsky gekommen seit, geht noch einmal zurück zur Sammlung 39 und werft ein Ohr auf den Traumfabrikanten von Kurd Laßwitz. (Nummer 9) Ich könnte mir gut vorstellen, dass der andere Kurt mit t die Geschichte gekannt hat.

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Frisch geschlüpft: Sammlung kurzer deutscher Prosa 46

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Und wieder ist ein interessanter Streifzug kreuz und quer durch die Literatur zusammengekommen. Diesmal dabei:

01 Das Faß Amontillado von Edgar Allan Poe, übersetzt von Gisela Etzel, gelesen von Hokuspokus – 20:03
02 Der Schatten von Hermann Stehr, gelesen von Ramona Deininger-Schnabel – 36:16
03 [David und Goliath] 1 Samuel 17 aus der Lutherbibel, gelesen von Willi Rabe – 12:43
04 Weibertreu von Unbekannt, gelesen von DomBombadil – 4:05
05 Ritter Gluck von E. T. A. Hoffmann, gelesen von Hokuspokus – 31:08
06 Posthuma von Theodor Storm, gelesen von Cyamis – 8:24
07 Vor der Galavorstellung von Octave Mirbeau, übersetzt von Franz Weil, gelesen von Bernd Ungerer – 17:05
08 Im Jahre 1984 von Heinrich Seidel, gelesen von Hokuspokus – 22:23
09 Ein verirrter Telephondraht (aus: Der Marsspion und andere Novellen) von Carl Grunert, gelesen von Bernd Ungerer – 25:16
10 Der Schmugglersteig (aus: Haschisch) von Oscar A. H. Schmitz, gelesen von Bernd Ungerer – 40:35
11 Die dreifache Warnung von Arthur Schnitzler, gelesen von Hokuspokus – 13:07
12 Der erste Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 1-10 aus der Lutherbibel, gelesen von DomBombadil – 38:07
13 Im Volksgarten von Peter Altenberg, gelesen von Hokuspokus – 2:34
14 Generationen von Rainer Maria Rilke, gelesen von Eva K. – 5:49
15 Der weiße Wolf von Ludwig Bechstein, gelesen von Hokuspokus – 9:51

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Die Dunkelgräfin oder Das geheimnißvolle Grab

Für LibriVox bin ich ja immer mal wieder auf der Suche nach interessanten Texten. Vor einiger Zeit schon stieß ich dabei in der Gartenlaube auf einen Bericht mit einem interessanten Bild und der vielversprechenden Überschrift Das geheimnißvolle Grab. Ziemlich lang, also ab damit in die Lesezeichen.

Gestern Abend nun kramte ich das Lesezeichen heraus und begann zu lesen. Zunächst schien es eine recht belanglose Reportage über ein unbekanntes Paar zu sein, das 1807 in dem kleinen thüringischen Städtchen Hildburghausen wohnte. Doch die Begleitumstände dieses Wohnens wurden zunehmend geheimnisvoller und nachgerade bizarr. Die Leute am Ort nannten die beiden bald schon Graf und Gräfin, weil sie so sichtbar vornehm waren. Die Gräfin wurde fast ausschließlich tief verschleiert gesehen, um den Garten wurde ein hoher Bretterzaun gezogen, der Graf stand in regem Briefverkehr mit den Pfarrer, bis zu 10 Briefe täglich per Bote, doch er hat nie auch nur ein einziges Wort persönlich mit ihm gewechselt. Die Köchin war vertraglich verpflichtet, das Haus nicht zu verlassen (und sie hat sich beinahe 30 Jahre daran gehalten). Der Graf verweigerte dem sterbenden Diener den Beistand sowohl eines Arztes als auch eines Priesters. Das Grab aus dem Titel des Gartenlauben-Artikels ist das Grab der sog. Gräfin und noch 30 Jahre nach dem Geschehen konnte die Reportage keinen Aufschluss über die Identität der beiden geben.

Nun, dachte ich, wenn es in Hildburghausen wirklich solch ein geheimnisvolles Grab gibt, weiß man heute sicher mehr darüber, Wikipedia wird’s wissen. Wikipedia weiß von dem Grab, das ja, aber bis heute weiß niemand, wer die geheimnisvolle Gräfin und ihr Begleiter waren.

Dafür gibt es viele Spekulationen. Dass es sich um Marie Thérèse Charlotte, die Tochter des hingerichteten französischen Königs Ludwig XVI. und seiner Frau Marie Antoinette, gehandelt haben könnte, lässt schon Friedrich Hofmann, der Autor der Gartenlaube Reportage, durchblicken. Das ist bis heute die meist diskutierte Variante.

Auch literarisch wird spekuliert, unter anderem von Ludwig Bechstein, der sich in seinem Roman Der Dunkelgraf (1854) hauptsächlich mit dem geheimnisvollen Herrn beschäftigt. Von Bechsteins Roman hat die Unbekannte von Hildburghausen auch den Beinamen Dunkelgräfin.

Albert Emil Brachvogel spekuliert in Das Rätsel von Hildburghausen (1872) auch in Richtung Bourbonen-Prinzessin, eben so Kurt Kluge in seiner Erzählung Nocturno (1939)

Über die Bourbonen-Theorie hat der Interessenkreis Madame Royale viel interessantes Material zusammengetragen, darunter eine Literaturliste mit weiteren Titeln.

In einem sehr viel späterer Artikel für die Gartenlaube von 1886 nennt Friedrich Hofmann weitere Untersuchungen zu dem Thema und stützt sich hauptsächlich auf die Veröffentlichung Der Dunkelgraf von Eishausen. Erinnerungsblätter aus dem Leben eines Diplomaten, von R. A. Human, Bd. I (1883) und II (1886). Human muss direkten Zugang zum Nachlass des Grafen gehabt haben, Briefe gelesen und Dokumente eingesehen haben, und auch er kommt dem Geheimnis nicht auf die Spur und kann nur Theorien aufstellen. Dieses Buch habe ich noch nicht ausgraben können, aber ich arbeite weiter daran.

Das ist alles so unglaublich spannend, dass ich kurzerhand aus den Gartenlaube Artikeln von Hofmann ein epub gemacht und bei MobileRead eingestellt habe. Link siehe unten.

Die größte Überraschung aber war, dass sich eben jetzt der mdr der Sache annimmt. In einer Dokumentation ähnlich der zu Schillers Schädel will der Sender die Frage klären, ob es sich bei der Person im geheimnisvollen Grab tatsächlich um Marie Thérèse Charlotte, Madame Royal handelt. Letzten Herbst wurde das Grab geöffnet, Proben zur DNA Analyse wurden entnommen, seit März wird am Originalschauplatz an den Spielszenen gedreht. Ergebnisse sind noch nicht veröffentlicht, ein Sendetermin steht auch noch nicht fest, die Doku soll aber wohl dieses Jahr noch ausgestrahlt werden. Ich bin sehr gespannt.

Der Fortschritt dieses Jahrhunderts hat so Vieles gewirkt, er hat auch Archive an das Tageslicht gezogen, die früher dem Forscher hermetisch verschlossen waren – nur über dieses Geheimniß ergoß er kein Licht. Man hat, mit menschlicher Gefühlsweise, geglaubt, in den vielen Räumen des Eishäuser Schlosses könne doch wohl irgend Etwas sich verborgen finden, das zur Enthüllung der peinigenden Dunkelheit des hier vollendeten Schicksals einen Fingerzeig biete – auch das war vergeblich. Das Schloß ist niedergerissen und beim Einlegen der Dächer und Wände, beim Aufreißen der Böden und Keller auf das Eifrigste durchsucht worden – aber das Haus blieb stumm. Nichts ist von den Geheimnißvollen noch sichtbar, als ihre Gräber. Aber – diese Steine reden noch, sie reden noch heute mit aller Macht und allem Zauber des Geheimnisses.

[…] Zu beklagen wäre es, wenn die Hülle von einer offenbaren Unthat ungehoben bliebe. Ist das arme Wesen um sein Leben betrogen worden, hat es abgeschlossen von der menschlichen Gesellschaft sterben müssen und liegt nun so einsam auf dem Stadtberg von Hildburghausen begraben, was wäre dann gerechter, als daß ihm wenigstens das Andenken der Nachwelt gerettet und das an ihm begangene Verbrechen von der Geschichte gerichtet würde! –

Friedrich Hofmann, Noch heute das „geheimnißvolle Grab“. Die Gartenlaube 1886

Ich bin gerade schrecklich dankbar. Vor 20 Jahren hätte ich all das nicht an einem Nachmittag herausfinden, recherchieren und zusammentragen können, ohne auch nur das Haus zu verlassen.

Downloads, Links und Quellen

eBooks bei MobileRead
Ludwig Bechstein: Der Dunkelgraf http://www.mobileread.com/forums/showthread.php?t=63232
Friedrich Hofmann: Ein geheimnißvolles Grab und andere Beiträge aus Die Gartenlaube http://www.mobileread.com/forums/showthread.php?t=239488
Kurt Kluge: Nocturno http://www.mobileread.com/forums/showthread.php?p=2831350#post2831350

Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Dunkelgr%C3%A4fin
Die Dunkelgräfin bei Wikisource: http://de.wikisource.org/wiki/Dunkelgr%C3%A4fin
Interessenkreis „Madame Royal“ http://www.madame-royale.de/

Texte bei Gutenberg DE
Ludwig Bechstein: Der Dunkelgraf http://gutenberg.spiegel.de/buch/622/1
Friedrich von Bülau: Die Geheimnisvollen im Schlosse zu Eishausen http://gutenberg.spiegel.de/buch/6188/1
Kurt Kluge: Nocturno http://gutenberg.spiegel.de/buch/7777/1
Alber Emil Brachvogel: Das Räthsel von Hildburghausen Bd. 1 http://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb11015719.html (Band 2-4 ebenfalls dort)

Videoclips zur Doku in der ARD Mediathek http://www.ardmediathek.de/mdr-fernsehen/geschichte-mitteldeutschlands/das-geheimnis-der-dunkelgraefin?documentId=18083740
Artikel in der FAZ zu Graböffnung und Fernsehdoku http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/dokumentation-dunkelgraefin-ein-leichenschauermaerchen-12589875.html