Märchenmontag 18: 1001 Nacht

Bleiben wir noch ein bisschen in Fantastarabien – diesmal mit Illustrationen der amerikanischen Künstlerin Virginia Frances Sterret (1900-1931), die ihren Bildern ein chinesisches Aussehen gab.

 

Die Wurzeln der 1001 Nacht liegen vermutlich in Indien und reichen bis in die Zeit um 250 zurück. Um 500 kamen die Erzählungen nach Persien und wurden um persische Geschichten erweitert. Hier fanden dann auch Elemente aus der antiken griechischen Sagenwelt (Odysseus – Sindbad) Eingang in die Erzählungen. Um 800 wurden die Geschichten ins Arabische übersetzt und mit islamische Formeln und Zitaten angereichert. Das älteste erhaltene Fragment stammt aus dem Jahr 850. Im Laufe der Zeit wurden die Erzählungen immer wieder ergänzt und umgebaut. Der berühmte Kalif Harun-ar Rashid z.B. hat wirklich gelebt und stand in diplomatischem Kontakt mit Karl dem Großen. Für 1001 gibt es keinen vollständigen Urtext, es waren immer wieder andere Zusammenstellungen und Fragmente im Umlauf.

1701 erwarb der französische Orientalist Antoine Galland die nach ihm benannte Galland-Handschrift, das älteste erhaltene arabische Fragment, dass nach der 282. Nacht abbricht. Er übertrug es ins Französische, so kamen die Erzählungen nach Europa. In der Folge entstanden Bearbeitungen nach dem europäischen Geschmack, die zum Teil wieder ins Arabische übersetzt wurden und die arabische Tradition beeinflussten. Aber auch in Europa selbst fielen die Erzählungen auf fruchtbaren Boden. Ein guter Teil der Märchen von Wilhelm Hauff wären ohne 1001 Nacht nicht entstanden. Alibaba und die 40 Räuber schafften es unter dem Titel Similisberg in die Hausmärchen der Brüder Grimm.

Bei LibriVox gibt es die englische Übersetzung von Richard Francis Burton, der unter anderem auch als Afrikaforscher auf der Suche nach der Quelle des Nil bis zum Tanganjikasee vordrang.

Märchenmontag 17: 1001 Nacht

Illustrationen von Henry Justice Ford (1860-1941)

Bilder entfernt. Hier steht, warum.

Mein Märchenbuch 1001 Nacht aus Kindertage habe ich noch hier im Regal stehen. Ich habe es heiß und innig geliebt. Die Geschichten sind sehr magisch, exotisch und abenteuerlich, eine wunderbare Mischung. Sindbad, Alibaba, Aladdin, Wunderlampe, fliegender Teppich und der Vogel Roc, zauberhafte Kindheitserinnerungen und Elemente, die im deutschen Märchenland einfach nicht vorkommen.

Mir haben die Bilder große Lust gemacht, meine Erinnerungen aufzufrischen und den ganzen Reichtum der 1001 Nacht zu erkunden. Ich höre gerade die LibriVox Aufnahme von Bernd Ungerer, (erst kürzlich frisch geschlüpft). Sehr spannende Geschichten und wunderbar gelesen. Bernd liest die Übersetzung von Gustav Weil. Der zweite Band ist bereits in Arbeit.

Zum Selbstlesen gibt es diese Übersetzung auch als eBook bei MobileRead

Unsere heutigen Illustrationen sind aus The Arabian Nights Entertainments (Scann bei Archive.org), herausgegeben 1898 von Andrew Lang. Lang ist im englischsprachigen Raum bekannt für seine 12 Fairy Books, Sammlungen von Märchen aus aller Welt, für die es anscheinend keine deutschen Übersetzungen gibt. Sie sind interessant genug, dass wir sie uns in den nächsten Wochen einmal näher anschauen werde, zumal er darin unter anderem auch wieder mit dem Illustrator Henry Justice Ford zusammengearbeitet hat.