Unendlicher Spaß – WDR goes LibriVox

„Unendliches Spiel“ mit dem „Unendlichen Spaß“: Wir laden Sie ein, den Jahrhundertroman von David Foster Wallace zum größten Hörspiel aller Zeiten zu machen. Wir brauchen dazu Ihre Stimme. Lesen Sie mindestens eine der 1404 Seiten des Romans vor. Hier können Sie sich Ihre Seite reservieren, aufnehmen und – wenn Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind – hochladen und dem „Unendlichen Spiel“ zur Verfügung stellen. Um Ihre Lesung zu vertonen, haben wir eine „Goldene Maschine“ gebaut. Sie komponiert – so wie es sich David Foster Wallace vorgestellt hat – rund um die Uhr eine sich ununterbrochen wandelnde Musik. Die Musik, die genau in diesem Moment entsteht, wird Ihre Lesung begleiten. Der „Unendliche Spaß“ wird mit der „Unendlichen Komposition“ zum „Unendlichen Spiel“: Wir verbinden Ihre Lesung mit der Musik und den Anmerkungen, die vom Übersetzer Ulrich Blumenbach gesprochen werden. Sobald eine der 189 Szenen des Romans fertig ist, können Sie sie hier kostenlos anhören und herunterladen. Das „Unendliche Spiel“ wird annähernd 100 Stunden umfassen und somit das „größte Hörspiel aller Zeiten“. „Unendlicher Spaß“ mit dem „Unendlichen Spiel“!

Quelle: Unendliches Spiel

 

LibriVox daran ist, dass jeder mitmachen darf. Ich kenne das Buch nicht, aber die Idee ist so interessant, dass ich es mir die Tage näher anschauen werde. Das wird sicher ein Spaß!

Infos zu Buch und Autor liefert Wikipedia.

David Foster Wallace

Unendlicher Spaß

 

Fundstück

Das Unglück war nur, daß diese Arbeit eine streng philologische war – ganz herausgeschrieben aus der Lehramtskandidatenseele Wilhelm Straubings. Der war Germanist mit Leib und Seele, hatte aus innerstem Drang seinen Beruf ergriffen und war durch die Studienjahre sehr getreu der mildleitenden Hand seiner Professoren gefolgt. Er begriff sehr bald, daß es auf das eigentliche Werk des Dichters überhaupt nicht ankomme, sondern daß dies vielmehr ein an und für sich vollkommen gleichgültiges Objekt sei für philologischen Scharfsinn. Das wirklich Wichtige waren die Quellen, die dem Werke zugrunde lagen; die Originale der Figuren, die eventuellen Fehler, die sich der Verfasser hatte zuschulden kommen lassen. Dann  die Entstehungsjahre des Werkes und das Datum der Veröffentlichung, die Korrekturen während des Druckes, die Verschiedenheiten der einzelnen Ausgaben, die Druckfehler, Varianten und vor allem die Kommentare anderer Gelehrter über das Werk. Das war wissenschaftliches Denken, und Wilhelm Straubing fühlte sich so wohl darin wie die Kröte im Krautgarten. Es ist keine Frage, daß aus ihm eine Zierde der Germanistik an jeder deutschen Universität geworden wäre, ein Professor, wie er sein soll, wenn nicht eine dumme Kugel diese blühende Hoffnung der Wissenschaft vernichtet hätte.

Aus Der Geisterseher von Hanns Heinz Ewers, eine Fortsetzung der Erzählung von Friedrich Schiller. Online bei Gutenberg DE

Warum können wir nicht mehr lesen?

Warum können wir nicht mehr lesen? Was macht das Digitale mit unserem Gehirn und können uns Bücher davon befreien?

von Hugh McGuire, übersetzt von André Pleintinger

Im vergangenen Jahr habe ich vier Bücher gelesen. Warum so wenige? Die Gründe kennen Sie wahrscheinlich. Bestimmt haben auch Sie sich vorgenommen, mehr als vier Bücher zu lesen. Wie sehen diese Gründe aus? Zum einen habe ich zunehmend Probleme, mich auf Wörter, Sätze, Absätze zu konzentrieren. Ganz zu schweigen von Kapiteln. In Kapiteln sind Absätze meistens aneinandergereiht — Seite für Seite. So eine haarsträubende Unmenge an Wörtern, auf die man sich konzentrieren muss. Und zwar ausschließlich auf diese Wörter, ohne dass etwas anderes für Ablenkung sorgen würde. Und nachdem man ein Kapitel abgeschlossen hat, muss man sich durch das folgende kämpfen. Und in der Regel folgt ein ganzer Haufen weiterer Kapitel, bevor man sagen kann: „Fertig, auf auf zum nächsten!“ Zum nächsten Buch. Zur nächsten Sache. Zur nächsten Möglichkeit. Weiter, weiter, weiter!

Ich bin Optimist

Aber ich bin Optimist — noch immer. Meistens bin ich im letzten Jahr mit einem Buch zu Bett gegangen — Papier oder elektronisch — und habe angefangen. Zu lesen. Lesen. Ein Wort nach dem nächsten. Ein Satz. Zwei Sätze.

Vielleicht drei.

Und dann … brauchte ich nur kurz etwas anderes. Etwas, um mir über die Seiten zu helfen. Etwas, um dieses nervige Jucken in meinem Hinterkopf loszuwerden — nur ein kurzer Blick auf meine E-Mails auf meinem iPhone; schreiben, und löschen, eine Antwort auf einen lustigen Tweet von William Gibson; finden, und folgen, einem Link zu einem guten, wirklich guten Artikel in der New Yorker, oder noch besser, die New York Review of Books (die ich vielleicht sogar komplett lese, wenn sie so gut ist). Noch einmal E-Mails, nur um sicherzugehen.

Noch einen Satz. Das sind vier Sätze.

Quelle und weiter lesen: Warum können wir nicht mehr lesen? — Auf Deutsch — Medium

Hugh McGuire ist zufällig auch der Mensch, der die genial Idee hatte, LibriVox zu gründen.

Japanische Horror-Klassiker aus der Edo-Zeit

Bei einer Bildrechererche bin ich über dieses spannende Thema gestolpert. https://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Mythen/Geister/Kaidan

„In der Edo-Zeit gab es ein Gesell­schafts­spiel namens „Hundert Geschichten“ (Hyaku monogatari), bei dem man sich gegen­seitig Grusel­ge­schich­ten erzählte. Grusel­geschich­ten (kaidan) dienen in Japan vor allem in heißen Sommer­nächten der „Abkühlung“, weil sie den Zuhörern wohlige Schauer über den Rücken jagen. Der Grusel­effekt bei den Hundert Geschichten wurde dadurch gesteigert, dass nach jeder Geschichte eine Lampe gelöscht wurde, bis die ganze Gesell­schaft im Dunkeln saß. Man munkelte, dass dann tat­sächlich ein Geist erschei­nen würde.

„Hundert Geschich­ten“ ist auch der Titel einer Serie von „Ge­spens­ter­portaits“, in denen der be­rühmte ukiyo-e-Künstler Katsushika Hokusai (1760–1849) die be­kann­testen Grusel­motive seiner Zeit festhielt. Da die Serie nur aus fünf Bildern besteht, ist der Titel wohl eine Anspie­lung auf das gleich­namige Gesell­schafts­spiel und diente eben­falls zur Erzeu­gung von Gänse­haut in heißen Sommer­nächten. Wie der Vergleich mit anderen „Bildern der fließenden Welt“ (ukiyo-e) zeigt, waren die dar­ge­stell­ten Geister zur da­ma­ligen Zeit weithin bekannt, sodass Hokusai eine An­deu­tung genügte, um dem Be­trach­ter ihre Ge­schichte in Erin­nerung zu rufen.

Diese Geschichten wiederum stammen zumeist aus dem Kabuki-Theater. Fast immer geht es dabei um Liebe, Eifer­sucht und Mord, die letzt­lich dazu führen, dass eine Person nach dem Tod nicht zur Ruhe kommt und sich in einen Rache­geist ver­wandelt. Inso­fern werden in den Ge­schich­ten und Bildern auch religiöse Vor­stel­lun­gen trans­por­tiert, auf die im fol­gen­den näher ein­ge­gan­gen werden soll.“

Quelle, sehenswerte Bilder und weiter lesen >>>> Horror-Klassiker aus der Edo-Zeit – Religion-in-Japan

 

Meine Bibliothek zieht um

1.000 Bücher wandern von Hand zu Hand

Startschuss für den Umzug der Stadtbibliothek fällt am 24. Juli

„Glückskind“ von Steven Uhly wird als erstes Buch am Freitag, 24. Juli, die Reise durch 1.000 Hände antreten. Die Geschichte, die zuletzt im Mittelpunkt von „Hanau liest ein Buch“ stand, wird damit quasi die Rolle des Wegbereiters einnehmen für die 999 Exemplare, die ihm folgen und von Hand zu Hand wandern, um schließlich im künftigen Domizil im Kulturforum seinen neuen Platz zu finden.

Alle Hanauerinnen und Hanauer, alle Nutzerinnen und Nutzer der Stadtbibliothek sind aufgerufen, am Freitag um 12 Uhr auf den Schlossplatz zu kommen, um dort einen Platz in der „Bücherkette“ einzunehmen. Mit dieser Aktion am vorletzten Tag vor der endgültigen Schließung soll der spektakuläre Startschuss für den Umzug der Hanauer Stadtbibliothek in ihre neuen Räume fallen. Rund 500 Menschen müssen sich dafür gemeinsam mit Oberbürgermeister Claus Kaminsky auf der Markierung zwischen Schloss- und Freiheitsplatz aufstellen, um anschließend gleich einer „Löschkette“ Buch für Buch weiterzureichen wie sonst die in früheren Tagen mit Wasser gefüllten Eimer.

493 Meter beträgt die Distanz zwischen altem Kanzleigebäude und neuer Stadtbibliothek auf dem Freiheitsplatz, so die Leiterin der Bibliothek, Beate Schwartz-Simon und ergänzt, dass sich bisher schon rund 200Menschen gemeldet haben. Sie ist nach eigenen Worten aber zuversichtlich, dass die Hanauer Bürgerschaft die alte Bibliothek mit der „Bücherkette“ gebührend verabschieden und sich an der Umzugsaktion beteiligen wird. Als Dank für die tatkräftige Unterstützung erhalten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Bücherkette eine der orangefarbenen Taschen mit dem Aufdruck „Umzugshilfe 2015“.

Am Ende werden es 157.365 Romane, Sachbücher, Lexika, Bilderbücher, Filme und CDs gewesen sein, die den Weg aus den alten Räumen am Schlossplatz ins neue Kulturforum gefunden haben. Darüber hinaus müssen auch unzähligen Medien wie Computerspiele, CDs und DVDs eingepackt und umgesiedelt werden. „Da wartet noch ein großes Stück Arbeit auf uns,“ so die Bibliotheksleiterin. Rund sieben Wochen müssen die Hanauerinnen und Hanauer deshalb auf die Ausleihe vor Ort verzichten. Schwartz-Simon ermuntert deshalb bereits seit einiger Zeit ihre Kundschaft, sich für einen langen Sommer vorab mit Lesestoff einzudecken. „Wir haben die Ausleihfristen eigens dafür verlängert und Beschränkungen in der Anzahl der auszuleihenden Medien aufgehoben.“

viaStadt Hanau | presse-service.de.

Rettet die Panoramafreiheit!

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Bild: Bundeskanzleramt nach der beabsichtigten Gesetzesänderung (Quelle: Wikipedia)

Wikipedia schreibt dazu:

Eine beabsichtigte Änderung der europäischen Urheberrechtsgesetzgebung gefährdet derzeit den Bildbestand der Wikipedia in europäischen Ländern mit Panoramafreiheit.

Hintergrund

Es geht dabei um den folgenden Abschnitt in dem vom Rechtsausschuss vorgelegten Vorschlag zur Änderung der Urheberrechtsgesetzgebung in der EU:[1]

Das Europäische Parlament […] vertritt die Auffassung, dass die gewerbliche Nutzung von Fotografien, Videomaterial oder anderen Abbildungen von Werken, die dauerhaft an physischen öffentlichen Orten platziert sind, immer an die vorherige Einwilligung der Urheber oder sonstigen Bevollmächtigten geknüpft sein sollte

Der ursprüngliche Text lautete:

Das Europäische Parlament […] fordert den Gesetzgeber der EU auf, sicherzustellen, dass die Nutzung von Fotografien, Videomaterial oder anderen Abbildungen von Werken, die dauerhaft an öffentlichen Orten platziert sind, gestattet ist

Der ursprüngliche Bericht der Europaabgeordneten Julia Reda hatte eine Harmonisierung in Form einer einheitlichen Panoramafreiheit vorgesehen. In Umkehrung dieses Zieles wurde durch den Änderungsantrag 421 des französischen Abgeordneten Jean-Marie Cavada mit nahezu 3/4-Mehrheit eine allgemeine Einschränkung der Panoramafreiheit vom Rechtsausschuss vorgesehen.

Konsequenzen

Da private und kommerzielle Verwendung von Inhalten im Internet nicht klar definiert ist und die Wikimedia-Projekte eine allgemeine und uneingeschränkte Verwendbarkeit von Inhalten vertreten, sind die Inhalte der Wikipedia und anderer Projekte soweit möglich unter einer Lizenz verfügbar, die auch kommerziellen Gebrauch zulässt.

In Ländern der Europäischen Union mit bestehender Panoramafreiheit ist eine Einschränkung auf rein private Verwendung ein Angriff auf die Wissensallmende und die freie Verfügbarbarkeit von Informationen, für die Wikipedia steht. Zahlreiche Bilder auf Wikimedia Commons würden bei einer Umsetzung des Vorschlags gelöscht werden oder zumindest in der deutschsprachigen Wikipedia nicht mehr verwendbar sein. „Zahlreich“ heißt etwas in der Größenordnung zwischen 100.000 und 1.000.000 Bildern. Der Verlust für Inhalt und Qualität der Wikipedia wäre massiv.

Und nicht nur Wikipedia würde leiden, jedem Einzelnen von uns wird einfach ein Recht weggenommen, ohne Not, ohne uns zu fragen! Jeder einzelne von uns kann mit einem Urlaubsschnappschuss zum Gesetzesbrecher werden! Nicht kommerzielle Nutzung soll zwar weiterhin erlaubt sein, aber was genau ist nicht kommerzielle Nutzung?

Wem das nicht gefällt, kann noch bis zum 29.7. den offenen Brief an die Abgeordneten des Europäischen Parlaments gegen die geplante Änderung unterschreiben oder sich direkt an eine Europaabgeordneten wenden.