(Kein) Märchenmontag 26

Heute mal kein Märchen, aber immerhin Illustrationen zu einem Buch, dass man gerne unter die Klassiker der Jugendliteratur stellt, obwohl es ein ausgewachsener historischer Roman ist: Ivanhoe von Walter Scott aus dem Jahr 1820. Weiterlesen

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The Fruit of the Tree – Des Baumes Frucht

Der Roman The Fruit of the Tree von Edith Wharton liegt jetzt erstmals in deutscher Übersetzung vor.

Edith Wharton ist heute hauptsächlich für The Age of Innocence – Die Zeit der Unschuld bekannt, der 1993 von Martin Scorsese verfilmt wurde. Die Autorin wurde 1862 in New York geboren und wuchs in den sogenannten besseren Kreisen auf. Ihr Erziehung drehte sich hauptsächlich um das ihrer gesellschaftlichen Stellung angemessene Benehmen. Mit 23 Jahren heiratete sie einen zwölf Jahre älteren Bankier, von dem sie sich nach 28 Jahren Ehe scheiden lies. Sie begann schon als Mädchen, sich Geschichten auszudenken und zu schreiben, veröffentlichte aber nur wenig, hauptsächlich Gedichte. Nach ihrer Scheidung übersiedelte sie nach Paris, wo sie mit ihren Romanen großen Erfolg hatte. 1921 erhielt sie, als erste Frau, den Pulitzer-Preis für Age of Innocence. Edith Wharton starb 1937.
Die deutsche Übersetzung von Des Baumes Frucht stammt von Brucewelch, mit dem ich bei MobileRead schon oft zusammengearbeitet habe. Ich hatte Gelegenheit zu einem Gespräch mit dem Übersetzer. Weiterlesen

Märchenmontag 20: Noch mal W.H. Robinson

Bilder entfernt. Hier steht, warum.

Heute zeige ich Euch die schwarz/weiß Abbildungen aus dem Buch, das wir letzte Woche schon hatten. Hans Christian Andersen’s Fairy Tales illustriert von W. Heath Robinson. Ich finde sie noch besser als die farbigen. Das Appetithäppchen oben ist eins meiner Lieblingsbilder. Es illustriert ein ziemlich unbekanntes Märchen: Schlammkönigs Tochter. Die Illustrationen dazu sind alle ganz besonders schön und haben mich sehr neugierig auf die Geschichte gemacht. Es fängt auch ganz wunderbar an – die Geschichte wird aus der Perspektive von Störchen erzählt. Es geht um ein magisches Federkleid und miese Schwestern, einen bösartigen Sumpfgeist und eine unglückliche ägyptische Prinzessin. Andersen schwelgt in seiner wunderbaren Fabulierkunst. Doch dann mutiert ihm das Märchen zu einer Missionsgeschichte und das extrem christlich-protestantische Ende verdirbt den großartigen Anfang. Man müsste diesen schönen Stoff wirklich mal neu erzählen.

Die Illustrationen sind so schön, dass auch deutschsprachige Leser etwas davon haben sollen. Deshalb gibt es sie jetzt kombiniert mit einer gemeinfreien deutschen Übersetzung der Märchen als eBook. Das Layout hat Brucewelch von MobileRead besorgt. Ich hätte es allein nicht halb so schön hingekriegt. Dankeschön!

Das Ebook und ein pdf mit den farbigen Abbildungen könnt Ihr Euch hier abholen.

Den original Scann mit allen s/w und farbigen Abbildungen gibt es bei Archive.org.

Radierungen von Heinrich Vogeler

Von Vogeler war hier schon öfter die Rede, vor ein paar Wochen erst hatten wir seine Illustrationen im Märchenmontag Nr. 11. Vogeler war einer der bedeutendsten Künstler der Künstlerkolonie Worpswede. Bei Archive.org gibt es Die Radierungen von Heinrich Vogeler – Worpswede aus den Jahren 1890-1907 als Scann.

Herunterladen kann man das Buch als pdf, oder die Bilder in viel besserer Auflösung als jp2.tar. Das ist dann aber eine wirklich große Datei.

 

 

Mein Welttagsbuch für Euch

Zur Feier des Weltbuchtags werden allenthalben Bücher verlost und verschenkt. Das ist eine schöne Sache, an der ich mich sehr gerne beteiligen möchte. Nun ist Bücher verschenken nichts so besonderes für mich, bei MobileRead machen wir das ja ständig. Etwas besonderes musste her! Also gibt es extra für den heutigen Welttag des Buches eine Auswahl meiner liebsten fantastischen Geschichten aus drei Jahrhunderten als eBook. Es spukt – bei Nacht und am Tage, im Wachen oder im Traum. Manchmal spukt es auch nicht, aber gespenstisch sind die ausgewählten Geschichten allemal.

Inhalt:

Die weiße Frau von Benedikte Naubert, 1792
Ein Fragment aus dem Leben dreier Freunde von E.T.A. Hoffmann, 1818
[Eine Spukgeschichte] von E.T.A. Hoffman, 1819
Der Schatz von Eduard Mörike, 1836
Antonello, der Gondolier von Franz von Gaudy, 1838
Die Blumen des Bösen von Nathaniel Hawthorne, 1844
Am Kamin von Theodor Storm, 1861
Bulemanns Haus von Theodor Storm, 1866
Vision von Guy de Maupassant, 1883
Der Horla von Guy de Maupassant, 1887
Das Gespenst von Canterville von Oscar Wilde, 1887
Die gespenstische Rikscha von Rudyard Kipling, 1888
Das Tagebuch der Redegonda von Arthur Schnitzler, 1911
Die Urne von St. Gingolph von Gustav Meyrink, 1913
Das Gespenst von Manfred Kyber, 1922
Das Tier im Walde von Therese Rie (L. Andro), 1925

Abzuholen hier.

Greift zu! Es ist genug für alle da!

Hinweisen möchte ich Euch noch auf den sehr interessanten Weltbuchtagsbeitrag von Mara auf Buzzaldrins Bücher.

 

Buchpläne 2015

Nach all den Rückblicken der letzten Tage fangen ich das Jahr lieber mit einer Vorschau an. Pläne gibt es viele. Es mag interessant sein, in 12 Monaten nachzusehen, welche Wirklichkeit geworden sind.

Um gleich mit dem dicksten Brocken anzufangen: Mit Die Ahnen von Gustav Freytag habe ich einiges vor. Das Buch hat es ganz und gar nicht verdient, als ungelesener Bildungsbeweis im Regal Staub anzusetzen. Es ist tatsächlich sehr interessant und spannend. Zum einen haben wir bei LibriVox angefangen, den ersten von 6 Bänden aufzunehmen. Erfahrungsgemäß wird es ungefähr ein Jahr dauern, bis das Projekt fertig ist. Jeder ist herzlich eingeladen, dabei mitzuhelfen. Hier auf dem Blog möchte ich für jeden Band eine Zusammenfassung und Kurzbesprechung schreiben. Man findet im Netz kaum etwas darüber. Dazu muss ich aber erst mal alle Bände lesen, bisher kenne ich nur die Hälfte. Das eBook gibt es komplett bei MobileRead.

Ein weiterer Autor, der mich durch das neue Jahr begleiten wird, ist Gustav Meyrink. Mein aktuelles Solo bei Legamus! beinhaltet späte Erzählungen von ihm. Parallel dazu ist ein eBook in Arbeit, dass Meyrinks Spätwerk sammelt. Es sind einige Erzählungen und ein Romanfragment darunter, die es bisher noch nicht im Netz gibt. Das ist eine Baustelle aus dem letzten Jahr und wird hoffentlich nicht mehr lange auf sich warten lassen. Kein wirklicher Plan aber eine Idee im Hinterkopf ist die Hörbuchversion der Goldmachergeschichten (dazu auch das eBook) und des Wachsfigurenkabinetts.

Eine weitere Altbaustelle ist die Übersetzung von Mrs Zant and the Ghost, einer Erzählung von Wilkie Collins. Sollte die endlich fertig werden, gibt es die dann auch als Hörbuch und eBook. Allerdings arbeite ich daran schon seit Jahren …

Lesen möchte ich mehr von Leo Perutz, auf den ich erst vor kurzem durch eine Empfehlung aufmerksam geworden bin. Gerade lese ich Nachts unter der steinernen Brücke von ihm, bis jetzt gefällt es mir sehr gut, mehr dazu, wenn ich durch bin. Perutz ist allerdings noch lange nicht gemeinfrei, also kein Hör- oder eBook für die nächsten +- 20 Jahre.

Schreiben möchte ich noch das eine oder andere Autorenportrait, fest auf der Liste steht Eugenie Marlitt, der Autorin des heute frisch katalogisierten LibriVox Projekts. (Frisch geschlüpft Beitrag kommt gleich im Anschluss.)

Und schließlich soll es auch noch ein paar Häkelkrimi-Beiträge geben.

Und schließlich ist ja heute auch Public Domain Day. Mit dem heutigen Tag sind die Werke aller 1944 gestorbenen Autoren in die Gemeinfreiheit entkommen. Da gibt es bestimmt viel Neues zu lesen und zu entdecken. Bei Wikisource gibt es eine Liste. Viele Menschen auf dieser Liste sind in KZs umgebracht worden.

Ich wünsche Euch allen einen guten Start ins neue Jahr, viel Lesezeit und spannende, inspirierende Lektüre, ob nun Papier- oder eBuch, mit den Augen oder mit den Ohren gelesen – ganz egal. Hauptsache Bücher!

Open Library

Die Open Library schreibt auf ihrer Über uns Seite:

Eine Webseite für jedes jemals erschienene Buch. Ein ambitioniertes, aber erreichbares Ziel.

[…]

Open Library ist ein Projekt des gemeinnützigen Internet Archive und wird teilweise durch ein Stipendium der California State Library gefördert. Wir haben eine kleine Gruppe fantastischer Programmierer, die schon viel erreicht haben, aber alleine werden wir es nicht schaffen! Dies ist ein offenes Projekt – die Software ist offen, die Daten sind offen, die Dokumentation ist offen und die Seite ist offen.

Nun sind Sie an der Reihe! Jeder kann sich an diesem Projekt beteiligen, ob Sie ein Programmierer sind, der diese Daten auswerten möchte, ein Bibliothekar, der seinen lokalen Katalog mit Buchdaten oder Scans hinzufügen möchte, oder ein Bücherfreund, der sicherstellen möchte, dass seine Lieblingsbücher angemessen repräsentiert sind.

[…]

In meinen Augen ist die Open Library eine Abenteuerspielplatz für Bibliophile. Man kann, darf, soll sogar selbst Bibliothekar spielen. Man kann Bücher hinzufügen, Daten vorhandener Bücher korrigieren, Informationen hinzufügen, … Man darf sogar Rezensionen, Hörbücher und eBooks verlinken.

Für mich hat die Open Library zwei Vorteile. Über die Suche dort findet man Bestände auf Archive.org, die über die Suche bei Archive selbst nur schwer zu finden sind (das gilt leider auch manchmal umgekehrt, aber dass kann man ja dann selbst ändern). Und man kann öffentliche Listen anlegen, die nicht dem großen A gehören, mit denen man nicht zum zukünftigen Einheitsbuchbrei beiträgt.

Die Open Library ist eine gigantische Baustelle. Wenn ich dort bin, muss ich immer an den Ausspruch von Chesterton denken, wonach alles was es wert ist, getan zu werden, es auch wer ist schlecht getan zu werden. Es ist ein ungemein optimistischer Ort, auch wenn sich mir die Haare zu Berge stellen, wann immer ich sie mir anschaue. Jeder kann mitmachen. Und es macht Spaß!

Hier sind jedenfalls meine Listen: https://openlibrary.org/people/Hokuspokus/lists