Online Sprachen lernen mit Duolingo

Ich habe ein wundervolles neues Spielzeug – ich spiele Sprachen lernen.

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Obwohl ich in der Schule sieben Jahre Französisch hatte und ich mich, lange ist es her, auch mal radebrechend in dieser Sprache verständigen konnte, ist es heutzutage mit meinem Französisch nicht weit her. Dagegen wollte ich schon immer mal etwas tun, aber dieser gute Vorsatz erlitt das Schicksal aller guten Vorsätze …

Dann entdeckte ich Duolingo und bessere nun seit 26 Tagen mein Kenntnisse auf, jeden Tag ein bisschen, ohne inneren Schweinehund sondern mit viel Spaß.  Das Prinzip von Duolingo ist ganz anders, als ich es von herkömmlichen Sprachkursen kenne. Keine langweiligen Lesestücke, keine mantra-artigen Grammatikübungen, bei denen man erst dann erfährt, dass man etwas falsch gemacht hat, wenn man sich das Falsche schon längst eingeprägt hat. Keine Lücken, die sich in Abgründe der Verzweiflung verwandeln, je weiter man fortschreitet. Und man kann bei fast allen Aufgaben spicken. Man lernt also ganz ohne Druck.

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Ein Duolingo Sprachkurs besteht aus einem sog. Baum einzelner Fähigkeiten. Jede Fähigkeit besteht aus 3-10 Lektionen, jede Lektion besteht aus ca. zehn einzelnen Sätzen, die man entweder nachsprechen oder übersetzen muss. Nach jedem einzelnen Satz bekommt man Feedback, ob man es richtig gemacht hat oder nicht, nicht erst nach der ganzen Übung, nach einem Tag oder nach den Osterferien – direkt nach jedem Satz! Für jede absolvierte Übung bekommt man zur Belohnung 10 Erfahrungspunkte, ganz unabhängig davon, wie viel man richtig oder falsch gemacht hat. Für jede erworbene Fähigkeit bekommt man zwei sog. Lingots, für die man sich dann z.B. einen Test „kaufen“ kann.

Wenn man jeden Tag ein bisschen übt, erhält man seinen sog. Streak, der jeden Tag länger wird. Setzt man aus, verfällt der Streak. Das will man unbedingt verhindern, das treibt einen jeden Tag an, ein bisschen was zu tun. Wie viel man tun will, kann man selbst bestimmen. Minimum ist eine Aktivität am Tag, das ist in 5-10 min erledigt. Aber wenn man erst mal angefangen hat, macht man gerne etwas mehr. Es ist ein Spiel um Punkte und Belohnungen, deshalb funktioniert es so gut.

Und man wird regelmäßig daran erinnert, das Gelernte zu wiederholen. Gelernte Fähigkeiten färben sich golden, doch nach einiger Zeit vergeht der goldenen Glanz, ein Zeichen, dass man sich erneut mit der Fähigkeit beschäftigen sollte. Wiederholen gibt auch Punkte und außerdem ist man mächtig stolz auf den goldenen Baum. Die farbigen Flecken stören mich erheblich.

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Und das ganze kostet nichts!

Es gibt allerdings auch Nachteile. Die Stimmen, die einem die Fremdsprache vorsprechen, sind keine Menschen, sondern kommen aus dem Computer. Richtige Antworten werden manchmal nicht anerkannt und auch sonst sind hier und da noch ein paar Fehler drin. Die Vokabelabfrage zeigt nicht das Geschlecht der Nomen oder den Infinitiv der Verben an, man bekommt ein Wort in deklinierter oder  konjugierter Form ohne Zusammenhang und soll dann genau eine Bedeutung wissen. Es gibt kaum Erläuterungen zur Grammatik. Für Deutsch als Ausgangssprache gibt es nur drei Sprachen, die man lernen kann: Französisch, amerikanisches Englisch und Spanisch. Da ich Italienisch lernen will, wenn ich mit Französisch durch bin, machen ich parallel den Französischkurs auch mit Englisch als Ausgangssprache, um mich schon mal daran zu gewöhnen. Dieser Kurs ist umfangreicher als der deutsche und hat mehr Grammatikerläuterungen. Das Angebot für Englisch als Ausgangssprache ist riesig. Da braucht man nie mehr aufhören zu lernen. Und tatsächlich tummeln sich in den Foren dort einige Leute, die 5, 6, 7 oder noch mehr Sprachen lernen oder gelernt haben. Manche haben einen Streak von 300, 400 oder 500 Tagen.

Aber ich war bei den Nachteilen. Die Leute, die das Kursmaterial erstellen, sind Freiwillige. Ich nehme an, dass die Leute, die die Software entwickeln und betreuen, bezahlt werden. Die Seite hat nämlich durchaus die Absicht, irgendwann einmal Einnahmen und auch Gewinne zu erzielen. Das scheint bisher aber nicht so richtig zu funktionieren. Man testet verschiedene Wege, Einnahmen zu generieren. Finanziert wird das Projekt von Sponsoren, darunter Google. Diese Verquickung von unbezahlter Freiwilligenarbeit und Gewinnabsicht schmeckt mir nicht so richtig. So lange die Kurse an sich zur Gänze kostenlos bleiben, ist es OK, denke ich. Ich hoffe sehr, dass das so bleibt. Duolingo verspricht das jedenfalls.

Kann man so wirklich eine Sprache lernen? Nun, man lernt nicht so schrecklich viel, am Ende ist man bei Niveau A2 oder B1. Das ist genug, um sich im Urlaub zu verständigen oder von da aus mit anderen Mitteln weiter zu lernen. Andere Mittel sollte man sich schon recht früh suchen. Eine Grammatik zum Nachschlagen wäre nicht schlecht. Ganz wichtig wären wirkliche Menschen, denen man zuhören kann. Da sind wir ja bei LibriVox genau an der Quelle: freie Auswahl unter hunderten von Muttersprachlern in 30 Sprachen. Und es ist erstaunlich, was man durch zuhören allein alles lernen kann. Babys lernen die Sprache ja auch zu aller erst einmal durch zuhören.

Neulich habe ich mir ein französisches LV Hörbuch  heruntergeladen, um es einfach im Hintergrund plappern zu lassen. Ich kannte die Geschichte schon. Am Anfang war es nur lalelü. Nach ein paar Minuten konnte ich einzelne Worte ausmachen, dann einzelne Sätze. Dabei habe ich noch nicht mal wirklich aufgepasst. Nach einer Stunde konnte ich der Geschichte im Groben folgen. Nun hatte ich sieben Jahre Französisch in der Schule. Wenn man ganz von Null anfängt und gar keinen Bezug zur neuen Sprache hat, wird es sicherlich viel schwieriger und langwieriger. Trotzdem ist es verlockend. So ein Kurs hat über den Daumen 360 einzelne Lektionen. Wenn man jeden Tag nur eine neue Lektion lernt, kann man nach nur einem Jahr eine neue Sprache.

Mein Fazit bisher: Macht Spaß, bringt was und kostet nichts. Ausprobieren lohnt sich!

Frisch geschlüpft: Tante Frieda

von Ludwig Thoma (1867-1921), gelesen von Klaus Neubauer

Wie bereits in den „Lausbubengeschichten“ berichtet der Schüler Ludwig von seinen Streichen wider Scheinheiligkeit und falsche Autorität im Bayern der „guten alten Zeit“.

Neben den eigenständigen Kapiteln „Tante Frieda“ und „Hauptmann Semmelmaier“ dreht sich der überwiegende Teil des Buches um eine Verwandte, die aus dem fernen Indien zu Besuch in der Heimat ihres Vaters ist. Während die einheimischen Damen sich überwiegend neidisch und abfällig äußern, steht die Männerwelt Kopf … (Zusammenfassung von KlausN)

Hörbuch Download bei LibriVox

Märchenmontag 24

John Bauer (1882-1918)

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John Bauer war ein schwedischer Illustrator, der heute außerhalb von Schweden so gut wie unbekannt ist. Am bekanntesten sind seine Illustrationen für Bland Tomtar och troll (Unter Wichteln und Trollen), einer jährlich erscheinenden Reihe mit Kunstmärchen, die in Schweden bis heute erscheint. Im Buchhandel gibt es Zusammenstellungen der von ihm illustrierten Märchen auch auf Englisch und Deutsch.

Sehr viele schöne Bilder von ihm findet Ihr unter anderem auf diesen beiden Blogs:
http://monsterbrains.blogspot.de/2011/02/john-bauer.html
http://cizgilimasallar.blogspot.de/2012/06/john-bauer-swedish-folk-tales.html

Die Englische Wikipedia hat einen ausführlichen Artikel über ihn:
https://en.wikipedia.org/wiki/John_Bauer_%28illustrator%29

Frisch geschlüpft: Die weiße Rose

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von Karl Wilhelm Salice-Contessa (1777-1825), gelesen von Crln Yldz Ksr

Förster Wolfgang ist zu Unrecht eines Mordes beschuldigt und muss nach Böhmen fliehen. Er lässt seine Frau, seine Tochter Elisabeth, die alte Tinel und seinen alten Gefährten Konrad zurück. Die alte Tinel kennt aber das Märchen von der weißen Rose, das Elisabeth zu einer Verzweiflungstat inspiriert … – Zusammenfassung von Carolin

Hörbuch Download bei LibriVox

Märchenmontag 23

Illustration zu Geschichte des Prinzen Biribinker von Julius Zimpel (1869-1925)

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 photo biribinker_2_zimpel_zps1pleigtu.jpg photo biribinker_3_zimpel_zpsyuvphjh6.jpgDie Geschichte des Prinzen Biribinker ist ein Auszug aus Die Abenteuer des Don Sylvio von Rosalva von Christoph Martin Wieland (1733-1813).

Ich habe es zugegebenermaßen noch nicht gelesen. Gelesen habe ich dagegen neulich mit großer Freude Dschinnistan, ebenfalls von Wieland. Die Illustrationen zu Biribinker könnten genau so gut auch für Dschinnistan sein. Das ist eine Sammlung von Märchen im französischen Stiel nach meist orientalischen Motiven. Ein bisschen Perrault meets 1001 Nacht.

Mehr Informationen zum Illustrator Zimpel, dem Dichter Wieland und die Geschichte des Prinzen gibt es beim Goethezeitportal, wo auch die Bilder herstammen.

Schade, dass noch keines der Märchen für LV aufgenommen wurde. Das muss ich doch bald mal ändern. Die Märchen sind allerdings recht lang, eine knappe Stunde oder mehr, und die Sprache ist schon sehr geziert und verschnörkelt. Das sagt jemand, der sich bei E.T.A. Hoffmann und Eduard Mörike ganz zu Hause fühlt.

eBooks zum Selbstlesen gibt es bei MobileRead:
Dschinnistan
Die Abenteuer des Don Sylvio von Rosalva

Aber eine Frage quält mich: Warum nur muss ich bei dem Namen Biribinker an Johnny Depp denken?