Frisch geschlüpft: Die verkaufte Großmutter

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von Hanns Heinz Ewers (1871-1943)

Der brave kleine Otto aus gutem Hause freundet sich mit dem Arbeiterkind Jupp an, weil der eine ganz besondere Großmutter hat – eine Großmutter, die Märchen erzählen kann. Bald träumen sich die Buben selbst ins Märchenreich und erleben allerlei Abenteuer.

Ewers‘ Märchen sind vor allem erst mal anders, ein bisschen subversiv, ein bisschen satirisch, ein Vergnügen für kleine und große Leser und Zuhörer.

1 Wie Otto Bender sich eine neue Großmutter kaufte, gelesen von Karlsson
2 Liese auf der Milchstraße, gelesen von Hokuspokus
3-4 Die Ginsterhexe oder »Wie der Fasching entstand«, gelesen von Tanja Ben Jeroud
5 Die alte Postkutsche, gelesen von Hokuspokus
6 Das blinkende Ding, gelesen von Victoria Asztaller
7-8 Die verbannte Fee, gelesen von Antoinette Huting
9 Beim Fliegenkönige, gelesen von Sebastian
10-11 Die kleine Ilna und der Quackfrosch, gelesen von Sebastian
12 Das Seeräuber-Schiff, gelesen von ColOhr
13 Der Schatz in der Höhle, gelesen von Bernd Ungerer
14 Die Geschichte vom lustigen bösen König, gelesen von Friedrich
15-16 Lise im Walde, gelesen von Eva K.
17 Der Singwald, gelesen von Ingo Breuer
18 Der Zauberer der Wüste, gelesen von Hokuspokus
19-20 Das Märchen vom großen preußischen Wappen, gelesen von Sebastian
21 Anmerkungen, gelesen von Capybara

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Zeitlos schön

Meine Großmutter hatte ein Essservice für 12 Personen, dass ich als Kind schon wunderschön fand. Die klaren ausgewogenen Formen habe mich sehr beeindruckt. Sie hatte es um das Jahr 1950 geschenkt bekommen. Vielleicht zu ihrem 50ten Geburtstag, vielleicht auch zur Silbernhochzeit. (links hinten)

Wahrscheinlich eher Silbernhochzeit, denn im August zu ihrem Geburtstag blüht kein Flieder mehr.

Leider habe ich es nur ein einziges mal bei einem Familienfest in Aktion gesehen. Es war „das gute Geschirr“, dass man für solche Anlässe im Schrank schonte. Als meine Oma starb, kam es zu meiner Mutter, aber auch wieder nur in den Schrank. Vor ein paar Jahren war ich in Berlin und ich habe mich schon etwas gewundert, als ich dort genau dieses Geschirr im Museum sah. Jetzt ist meine Mutter in ein Pflegeheim gezogen und das Geschirr kam zu mir.

Da habe ich mich ein bisschen schlau gemacht und gelernt, dass es nicht durch Zufall im Museum in Berlin gelandet ist. Es handelt sich nämlich um die berühmte Form 1382, die Hermann Gretsch 1931 für die Porzellanfabrik Arzberg entwarf.

Wikipedia:

1931 entwarf Hermann Gretsch das Kaffee- und Tafel-Service 1382 für die Porzellanfabrik Arzberg. Es gilt als Musterbeispiel für eine zeitlos schlichte, klare Form. Sie setzte sich von den bisher üblichen Formen und Dekoren im Stil des Rokoko und Art déco ab. Andererseits distanzierte sich Gretsch von experimentellen und modernistischen Formen. Das Fachamt Deutsches Handwerk in der Deutschen Arbeitsfront lobte solche Entwürfe gerade für ihre „Zeitlosigkeit“. Für die Form 1382 erhielt er die Goldmedaille der VI. Triennale von Mailand (1936). 1950 nahm sie das Museum of Modern Art, New York, in seine Ausstellung „Good Design“ auf.

Gretsch leitete mit der Form 1382 eine Trendwende in der industriellen Porzellanfabrikation ein. Die neue Formensprache war für Arzberg ein erhebliches Risiko, da nicht vorhersehbar war, ob der bestehende Kundenkreis ein so schlichtes, rein auf Funktion ausgelegtes Geschirr annehmen würde. Ein Dekor lehnte Gretsch zwar aus gestalterischen Gründen ab: „Vom Gebrauch aus gesehen ist das undekorierte Geschirr, dessen Form unter Umständen mit einer einfachen Linie unterstrichen ist, zweifellos am schönsten.“ Aus kaufmännischen Erwägungen wurden allerdings mehrere Dekore angeboten. Gleichzeitig wurde das Konzept eines „Sammelgeschirrs“ entwickelt, das ein Privathaushalt nach Kassenlage über die Jahre komplettieren konnte. Heute ist dieses Prinzip aus der Branche nicht mehr wegzudenken.

[…] Die Form 1382 gehört zu den Klassikern der deutschen Produktgestaltung, sie wird bis heute hergestellt.

Dass ihr Geschirr auch im Museum of Modern Art in New York steht, hat meine Oma wahrscheinlich gar nicht gewusst. Und es hätte sie wohl auch nicht sehr interessiert. Ich bin mir noch nicht einmal sicher, ob ihr das Geschirr überhaupt so gut gefallen hat. Vielleicht hat es mein Großvater oder jemand aus der Verwandtschaft ausgesucht.

Am meisten benutzt hat sie wohl die Fleischplatten, denn hier ist der rote Rand schon ziemlich abgenutzt.

Interessanterweise gibt es neben der original Platte auch noch eine kleinere in etwas anderer Form. Da hat sich wohl jemand vom museumswürdigen Design der Form 1382 inspirieren lassen.

Bei mir, dass habe ich beschlossen, wird das Geschirr nicht im Schrank verkümmern. Und falls es dann nur noch für 8 Personen taugt, wenn ich einmal abtrete, was soll’s.

Guten Appetit!

Frisch geschlüpft: Peter und Alexej

von Dmitri Sergejewitsch Mereschkowski (1865-1941) , übersetzt von Alexander Eliasberg (1878-1924), gelesen von Friedrich und Availle

Historischer Roman über den russischen Zaren Peter I. Mit großer Authentizität schildert der Autor den Reformprozess der unter Peter dem Großen das rückständige Russland an das westliche Europa annäherte. Die detaillierten Schilderungen der Mittel zur Durchsetzung der Ziele Peters sind teilweise von einer erschreckenden Grausamkeit. Das historisch belegte komplizierte Verhältnis des Zaren zu seinem Sohn Alexej, der letztendlich an den Folgen der durch den Vater angeordneten Folter verstarb, bildet den Kernpunkt der Handlung. Der Roman ist Bestandteil der Trilogie Christ und Antichrist, in der sich der Autor mit der Machtpolitik der christlichen Kirche auseinandersetzt. (Zusammenfassung von Friedrich)

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