Frisch geschlüpft: 1001 Nacht Band 2

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übersetzt von Gustav Weil, gelesen von Bernd Ungerer

Scheherazade oder Schehersad, die Tochter eines Wesirs, heiratete den König / Sultan, der die Angewohnheit hatte, seine Ehefrauen am ersten Tag nach der Hochzeit köpfen zu lassen. Schehersad jedoch begann ihm Geschichten zu erzählen, die am Ende der Nacht den Ausgang offen ließen und den Sultan dazu brachten, wenn er den Fortgang der Geschichte erfahren wollte, von einer Enthauptung abzusehen. Nach 1001 Nächten gestanden sich beide ihre Liebe und lebten glücklich bis … ( Zusammenfassung von Bernd Ungerer)

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Frohes Fest!

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An den Weihnachtsmann glauben wir schon lange nicht mehr und dass das Christkind mit dem Konsumtrubel um uns herum so gar nichts zu tun hat, ist uns auch allen klar. Aber deswegen Weihnachten abschaffen? Kommt gar nicht in Frage!

Genau jetzt sind die Nächte am längsten und die Tage am kürzesten. In dieser trüben Zeit braucht es einfach ein Fest mit Lichtern und leuchtenden Gesichtern, mit gutem Essen und geistvollen Gesprächen oder geistvollen Getränken. Oder eine ruhige gemütliche Ecke und ein gutes Buch – am besten beides! Eine frohe Botschaft gibt es auch, für alle, an was auch immer wir glauben oder nicht. Ab jetzt werden die Tage wieder länger, die Sonne steigt wieder höher über den Horizont. Wenn das kein Grund zum Feiern ist!

Wenn es Weihnachten nicht gäbe, müsste man es glatt erfinden.

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen eine schöne Zeit mit lieben Menschen und ein bisschen Muse, dass Ihr die Früchte der mehr oder weniger stressigen Vorbereitungen auch genießen könnt.Und natürlich ganz viele schöne Bücher unter dem Weihnachtsbaum!

Fundstück

Das Unglück war nur, daß diese Arbeit eine streng philologische war – ganz herausgeschrieben aus der Lehramtskandidatenseele Wilhelm Straubings. Der war Germanist mit Leib und Seele, hatte aus innerstem Drang seinen Beruf ergriffen und war durch die Studienjahre sehr getreu der mildleitenden Hand seiner Professoren gefolgt. Er begriff sehr bald, daß es auf das eigentliche Werk des Dichters überhaupt nicht ankomme, sondern daß dies vielmehr ein an und für sich vollkommen gleichgültiges Objekt sei für philologischen Scharfsinn. Das wirklich Wichtige waren die Quellen, die dem Werke zugrunde lagen; die Originale der Figuren, die eventuellen Fehler, die sich der Verfasser hatte zuschulden kommen lassen. Dann  die Entstehungsjahre des Werkes und das Datum der Veröffentlichung, die Korrekturen während des Druckes, die Verschiedenheiten der einzelnen Ausgaben, die Druckfehler, Varianten und vor allem die Kommentare anderer Gelehrter über das Werk. Das war wissenschaftliches Denken, und Wilhelm Straubing fühlte sich so wohl darin wie die Kröte im Krautgarten. Es ist keine Frage, daß aus ihm eine Zierde der Germanistik an jeder deutschen Universität geworden wäre, ein Professor, wie er sein soll, wenn nicht eine dumme Kugel diese blühende Hoffnung der Wissenschaft vernichtet hätte.

Aus Der Geisterseher von Hanns Heinz Ewers, eine Fortsetzung der Erzählung von Friedrich Schiller. Online bei Gutenberg DE