Advent Advent

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Es ist eine der wenigen Weihnachtstraditionen in meiner Familie, dass ich den Adventskranz selbst wickele und dekoriere. Die Zutaten werden immer wieder verwendet und jedes Jahr durch ein neues Teil ergänzt. Diesjährige neue Zutat sind die silbernen Kugeln.

Die anderen Weihnachtstradition ist selbst gebackenes Früchtebrot.

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Es gibt unzählige Rezeptvarianten für Früchtebrot. Ganz urig ist Früchtebrot aus Sauerteig mit Pflaumen, Äpfeln, Birnen und Nüssen. Was man meistens beim Bäcker bekommt, ist aus Hefeteig mit Feigen, Rosinen und Nüssen. Hier ist mein Rezept, das ich jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit mindestens 3 mal backe.

500 g Mehl
100 g brauner Zucker
ca. 250 ml Milch
1 Pck Hefe
1 Prise Salz

Daraus eine Teig herstellen und gehen lassen.

1 Pck Trockenobstmischung (Pflaumen, Aprikosen, Birnen, Äpfel)
1/2 Pck Feigen
1 Pck Sultaninen
1 Pck Orangeat
1 Pck Zitronat
1 Pck Mandeln, gehäutet und gehackt

Die Früchte waschen und klein schneiden. Beim gekauften Früchtebrot stört mich immer sehr, dass man mit einem Biss den ganzen Mund voller Feige hat. Haselnüsse würden noch besser passen, aber wir haben einen Nussallergiker in der Familie.

1 TL Zimt
1 TL Anis oder Fenchel
1 TL Koriander
1/2 TL getr. Ingwer
ca 4 Nelken

Meist nehme ich gemahlenen Zimt, die anderen Gewürze messe ich als Körner ab und mahle sie dann frisch in einer alten elektrischen Kaffeemühle. Bei schon gemahlenen Gewürzen muss man die Dosis um etwa die Hälfte reduzieren, gestrichene TL anstatt gehäufte. Ganz wichtig ist, dass man die Gewürze erst hinzufügt, wenn der Teig schon gegangen ist. Wenn der Teig gut gegangen ist, die Früchte und Gewürze unterkneten. Das ist ein bisschen schwierig. Es sieht erst mal so aus, als wären es viel zu viele Früchte auf zu wenig Teig. Man braucht eine richtig große Schüssel. Am Schluss hat man knapp 2 kg Teig.
Wenn alles schön durchgeknetet ist, den Teig in 4-6 Portionen teilen und Laibe formen.
Bei 180° Ober-/Unterhitze ca 50 min backen.

Das Früchtebrot schmeckt am besten, wenn es ein oder zwei Tage durchgezogen ist. Es hält sich mehrere Wochen, wenn man es 24 Stunden offen stehen lässt und dann in Alufolie verpackt.

Ich wünsche Euch allen eine schöne und stressfreie Weihnachtszeit!

Frisch geschlüpft: Adventskalender 2015

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Wieder haben wir bei LibriVox einen akustischen Adventskalender gebastelt, der für jeden Tag vom 1. bis zum 24. Dezember eine Aufnahme zum Thema Weihnachten und Winter enthält.

01 Das Wintersonnenmärchen von Otto Ernst gelesen von Eva K.
02 Die Weihnachtsfeier des Seemanns Kuttel Daddeldu von Joachim Ringelnatz gelesen von Friedrich
03 Weihnachten in der Speisekammer von Paula Dehmel gelesen von Sonia
04 Der Hampelmann von Manfred Kyber gelesen von Hokuspokus
05 Wie der alte Christian Weihnachten feierte von Paula Dehmel gelesen von Claudia Salto
06 Nikolausabend von Peter Rosegger gelesen von Availle
07 Christnacht von Wilhelm Müller gelesen von Julia Niedermaier
08 Drei Weihnachtsrezepte (aus: Praktisches Kochbuch) von Henriette Davidis gelesen von dineNa
09 Der Winter von Georg Heym gelesen von Hokuspokus
10 Zwei Weihnachtsabende von A. B. gelesen von Karlsson
11 Weihnachtsschnee von Paula Dehmel gelesen von Eva K.
12 Eingeschneit von Emil Frommel gelesen von Availle
13 15. Brief aus “Briefe die ihn nie erreichten“ von Elisabeth von Heyking gelesen von Sonia
14 Vom Honigkuchenmann von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben gelesen von Julia Niedermaier
15 Im goldnen Pavillon bei Kioto von Max Dauthendey gelesen von Hokuspokus
16 An den Winter von Elisabeth Kulmann gelesen von Sandra Schmit
17 Weihnachtsfest in den Yorkshire-Bergen von Georg Ludwig Weerth gelesen von Boris
18 Mein Freund, der Winter von Heinrich Seidel gelesen von Eva K.
19 Freuden des Winters von Joseph Roth gelesen von Herman Roskams
20 Der Wohltäter von Adolf Schwayer gelesen von Julia Niedermaier
21 Weihnachten von Joseph von Eichendorff gelesen von Sonia
22 Lüttjemann und Püttjerinchen von Hermann Löns gelesen von Karlsson
23 Geschichte eines deutschen Liedes von Joseph Bletzacher gelesen von mahne
24 Weihnachtssegen von Ernst von Wolzogen gelesen von Eva K.

Hörbuch Download bei LibriVox

Noch mehr Lust auf Advent und Vorfreude? Hier sind die Adventskalender der vergangenen Jahre.

Warum können wir nicht mehr lesen?

Warum können wir nicht mehr lesen? Was macht das Digitale mit unserem Gehirn und können uns Bücher davon befreien?

von Hugh McGuire, übersetzt von André Pleintinger

Im vergangenen Jahr habe ich vier Bücher gelesen. Warum so wenige? Die Gründe kennen Sie wahrscheinlich. Bestimmt haben auch Sie sich vorgenommen, mehr als vier Bücher zu lesen. Wie sehen diese Gründe aus? Zum einen habe ich zunehmend Probleme, mich auf Wörter, Sätze, Absätze zu konzentrieren. Ganz zu schweigen von Kapiteln. In Kapiteln sind Absätze meistens aneinandergereiht — Seite für Seite. So eine haarsträubende Unmenge an Wörtern, auf die man sich konzentrieren muss. Und zwar ausschließlich auf diese Wörter, ohne dass etwas anderes für Ablenkung sorgen würde. Und nachdem man ein Kapitel abgeschlossen hat, muss man sich durch das folgende kämpfen. Und in der Regel folgt ein ganzer Haufen weiterer Kapitel, bevor man sagen kann: „Fertig, auf auf zum nächsten!“ Zum nächsten Buch. Zur nächsten Sache. Zur nächsten Möglichkeit. Weiter, weiter, weiter!

Ich bin Optimist

Aber ich bin Optimist — noch immer. Meistens bin ich im letzten Jahr mit einem Buch zu Bett gegangen — Papier oder elektronisch — und habe angefangen. Zu lesen. Lesen. Ein Wort nach dem nächsten. Ein Satz. Zwei Sätze.

Vielleicht drei.

Und dann … brauchte ich nur kurz etwas anderes. Etwas, um mir über die Seiten zu helfen. Etwas, um dieses nervige Jucken in meinem Hinterkopf loszuwerden — nur ein kurzer Blick auf meine E-Mails auf meinem iPhone; schreiben, und löschen, eine Antwort auf einen lustigen Tweet von William Gibson; finden, und folgen, einem Link zu einem guten, wirklich guten Artikel in der New Yorker, oder noch besser, die New York Review of Books (die ich vielleicht sogar komplett lese, wenn sie so gut ist). Noch einmal E-Mails, nur um sicherzugehen.

Noch einen Satz. Das sind vier Sätze.

Quelle und weiter lesen: Warum können wir nicht mehr lesen? — Auf Deutsch — Medium

Hugh McGuire ist zufällig auch der Mensch, der die genial Idee hatte, LibriVox zu gründen.

Frisch geschlüpft: Seltsame Geschichten

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von verschiedenen Autoren, gelesen von Hokuspokus

Seltsame Geschichten ist eine Sammlung von Spukgeschichten und anderer fantastischer Seltsamkeiten aus dem 19ten und frühen 20ten Jahrhundert. Neben einigen bekannten Namen wie Kipling, Heine und Meyrink sind auch viele heute vergessene Autoren vertreten.

01 Der Untergang des Carnatic von August Justus Mordtmann – 35:44
02 Mein Begräbnis von Hanns Heinz Ewers – 25:28
03 Varieté von Alexander Castell – 34:15
04 Die Pflanzen des Dr. Cinderella von Gustav Meyrink – 23:27
05 Meine selbsterlebte, wahre Geistergeschichte von Rudyard Kipling – 24:05
06 Ein moderner Geist von Frédéric Boutet, übers. von Hanns Heinz Ewers – 17:41
07 Das weiße Tier von Georg von der Gabelentz – 33:36
08 [Spuk in Goslar] aus: Die Harzreise von Heinrich Heine – 08:24
09 Schimäre von Gustav Meyrink – 10:07
10 – 12 Frau Venus von Franz von Gaudy – 56:54

Hörbuch Download bei LibriVox

Auf die Idee für dieses Projekt kam ich durch ein Buch bei Gutenberg DE, Das Buch der seltsamen Geschichten, dass im ersten Teil Detektivgeschichten von bekannten und unbekannten Autoren enthält. Im zweiten Teil werden die Geschichten dann zusehens fantastischer, genau das richtige für Hokuspokus. Auf meiner to-do-Liste standen noch ein paar andere fantastische Geschichten, die ich schon immer mal aufnehmen wollte, was lag also näher, als die Erzählungen in einem Projekt zu vereinen. Trotzdem war es eine schwere Geburt. Zu Beginn gab es nur eine vage Auswahl, die Reihenfolge stand noch gar nicht fest. In den fünf Monaten, die ich an den Aufnahmen gearbeitet habe, änderte sich die Auswahl immer wieder. Einiges fiel raus, weil doch nicht so gut, wie zunächst gedacht, anderes, weil sich mehr Gutes vom selben Autor fand. Freunde der Fantastik können sich schon auf eine ganz wunderbare Wiederentdeckung freuen, sollte Anfang des nächsten Jahres fertig sein.

Ursprünglich sollten auch zwei Erzählungen von Poe enthalten sein. In der Zwischenzeit habe ich aber eine Erzählung von Poe gelesen, die mir den Appetit auf Poe ein für alle mal verdorben hat: Des Seeräubers Schatz. Es ist so widerlich, wie Poe den schwarzen Sklaven darstellt! Danach nie wieder Poe! Wer sich selbst ein Bild machen möchte, was für ein extrem übler Rassist Poe war, findet die Geschichte hier: http://www.mobileread.com/forums/showthread.php?t=247061

Ich habe lange überlegt, ob ich den Link hier einfüge. Ich tue es, weil ich selbst schon lange wusste, dass Poe ein Rassist war, aber dachte, sein Rassismus bewegte sich auf dem damals üblichen Niveau, unreflektierter Zeitgeist, wie man das oft in Erzählungen aus dem 19ten Jahrhundert findet. Diese Geschichte zeigt, wie falsch ich damit lag. Mir ist bei der Lektüre körperlich übel geworden.

Viel Spaß mit den Geschichten, die es in die gesammelten Seltsamkeiten geschafft haben.

 

Sütterlin-Hilfe bitte – gefunden!

Kann jemand genug Sütterlin, um das zu entziffern?

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Es ist ein Kaufvertrag zwischen zwei Erstklässlern über die Mitbenutzung einer Großmutter.
Die Jungs heißen Otto Bender und Jupp Quetschbüdel
Die letzte Zeile lautet: Und noch was anderes

Der Vertrag stammt aus Die verkaufte Großmutter von Hanns Heinz Ewers, dass ich gerade bei LibriVox als Gruppenprojekt gestartet habe. Es wäre toll, wenn wir das transkribiert bekämen, damit es mit ins Hörbuch kann.

Nachtrag: ca. 2 Stunden später

Das Rätsel ist gelöst! Literati und Karlsson sind unabhängig voneinander zu diesem Ergebnis gekommen:

Kontrakt vohn Otto Bender und Jupp
Quetschbüdel. Jupp kriegt noch 20 Glaskugeln und jeden
Tag 1 Butterbrot mit Schinken bis er tot ist und
Otto Bender darf die Großmutter mit haben
und Jupp kriegt alle Schularbeiten gemacht
vohn Otto und immer fohrgesagt und kriegt
das Feifchen von Otto und kriegt das Pohnie
auch mit zum mit drauf reitten und Otto
kriegt die Großmutter vohn Jupp mit
Otto Bender     Jupp ….
und noch was anderes.

Danke! Danke! Danke!

Frisch geschlüpft: Florentinische Nächte

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von Heinrich Heine (1797-1856), gelesen von Hokuspokus

Maximilian erzählt seiner kranken Freundin auf Anraten des Arztes „närrische Geschichten“, damit sie ruhig liegen bleibt. Die Geschichten sind romantisch fantastisch, erinnern an Hoffmann und Tieck.
Heine schrieb am 3. Mai 1836 an August Ewald:“ Aus dieser zweiten florentinischen Nacht werden Sie vielleicht ersehen, daß ich nötigenfalls, wenn Politik und Religion mir verboten werden, auch vom Novellenschreiben leben könnte. Ehrlich gesagt, dergleichen würde mir nicht viel Spaß machen, ich finde dabei wenig Amüsement. Man muß aber alles können in schlechten Zeiten.“
Heine konnte auch das Novellenschreiben, sehr zum Amüsement der Leser, allerdings machte es ihm so wenig Spaß, dass die Florentinischen Nächte Fragment blieben.
Das Schönste an der Erzählungen ist Heines wunderbar leichte und elegante Prosa, gar nicht romantisch verschraubt, sondern erstaunlich modern. (Zusammenfassung von Hokuspokus)

Hörbuch Download bei LibriVox

Die Florentinischen Nächte standen schon ein paar Jahre auf meiner to-do-Liste. Einen Auszug daraus hatte ich schon für die Sammlung kurzer deutscher Prosa aufgenommen, den Abschnitt über Paganini nämlich, der mir immer noch am besten gefällt, aber auch die anderen Erzählungen sind des Vorlesens wert. Heine erzählt von der Liebe zu ganz außergewöhnlichen Weibs-Bildern, steinschwer und gedankenleicht, sinnlich, erotisch, phantastisch. Viel Spaß beim Hören!

Und was als nächstes? Ewers? Oder doch lieber Bécquer? Oder ein Meyrink, der mal wieder nicht von Meyrink ist? Hm … schwierig.