Frisch geschlüpft: Späte Erzählungen

von Gustav Meyrink, gelesen von Hokuspokus

Wer Des deutschen Spießers Wunderhorn kennt, wird in den hier versammelten Erzählungen den Autor nur zum Teil wiedererkennen. Wenig ist geblieben von dem spitzen Satiriker, der die Bohème vor dem ersten Weltkrieg begeisterte. Gereift ist der Sucher nach esoterischer Wahrheit und an den Wegen und Zielen seiner Suche lässt Meyrink uns in diesen Erzählungen teilnehmen.

Meyrink hat in seinen späten Jahren das Schreiben gehasst. Am liebsten hätte er seinen Füller in den Starnberger See geworfen, wie seine Frau berichtet. Diese Erzählungen sind Brotprodukte, aber von einem Autor, der sein Handwerk versteht und der uns einiges zu sagen hat, wenn wir auf dem sinnsuchenden Auge nicht ganz blind sind. Er hätte ohne Zweifel ein Guru auf dem Esoterikmarkt werden können, den es auch damals schon gab. Das hat er nicht einmal versucht. Und nein, keine Angst, er predigt auch hier nicht und will schon gar nicht bekehren.

Ich frage mich, wie verdaulich diese Texte für Leser sind, denen jedes esoterische Interesse abgeht. Vielleicht eine müßige Frage, denn diese Menschen lesen Meyrink in der Regel erst gar nicht.

01 – Der Uhrmacher
02 – Der Astrologe
03 – Die Keimdrüse des Herrn Kommerzienrates
04 – Dr. Haselmayers weißer Kakadu
05 – Der schwarze Habicht
06 – Žaba
07 – Sonnenspuk
08 – Der Sulzfleck im Karpfenwinkel
09 – Das Nachtgespräch des Kameralrat Blaps
10 – Spiegelbilder
11 – Unermeßlich reich
12 – Mondschein über Berlin
13 – Magie und Hasard

Hörbuch Download bei Legamus!

Zum selbst Lesen gibt die Erzählungen nebst einiger Essays aus Meyrinks späten Jahren auch bei MobileRead als eBook.

Märchenmontag Nr. 10

Heute möchte ich Euch zwei Illustratoren aus dem 19. Jahrhunderts vorstellen: Carl Offterdinger (1829-1889) und Heinrich Leutemann (1824-1905)

Und was ist jetzt von wem? Gute Frage! Die Bilder stammen aus Mein erstes Märchenbuch vom Verlag Wilh. Effenberger, Stuttgart. Die Titelseite gibt nur Auskunft darüber, dass beide Künstler beteiligt waren. In der Auswahl, die ich Euch zeige, sind nur Der gestiefelte Kater und Rotkäppchen mit CO signiert. Außerdem will mir scheinen, dass auch bei der Herstellung der Druckplatten mehrere Hände beteiligt waren, ein Meister und seine Gesellen vielleicht.

Frisch geschlüpft: Märchen

Cover
von Charles Perrault (1628-1703), gelesen von Hokuspokus

Viele der Märchen von Charles Perrault sind sehr bekannt – allerdings unter dem Namen der Brüder Grimm, die sie vielleicht von der berühmten Viehmännin, einer Kaufmannsfrau mit hugenottischen Wurzeln, erzählt bekommen haben. Perraults Versionen sind gut 100 Jahre älter und auch sie gehen auf ältere Quellen zurück. Eine Ausgabe der „Blauen Bibliothek aller Nationen“, aus der diese Übersetzung von 1790 stammt, stand auch in der Bibliothek der Grimms.

Hörbuch Download bei LibriVox

Diese Märchen sind in der Aufnahme enthalten:
Rothkäppchen; Die Feen; Blaubart; Die schlafende Schöne; Die gestiefelte Katze; Fräulein Aschenbrödel, oder das Glaspantöffelchen; Ruprecht mit der Kuppe; Der kleine Däumeling; Eselshaut