Märchenmontag Nr. 4

Charles Perrault oder das Märchen vom Volksmärchen

Die Märchen von Charles Perrault (1628-1703) sind sehr bekannt, auch wenn kaum einer den Namen Perrault kennt. Man findet sie fast alle auch bei den Brüdern Grimm. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn Dorothea Viehmann, eine der Quellen der Märchenbrüder, hatte hugenottische Wurzeln. Irgendwann haben die Brüder Grimm auch von der französischen Herkunft der Märchen erfahren. Der gestiefelte Kater und Blaubart sind wahrscheinlich aus diesem Grund nur in der ersten Ausgabe der Kinder- und Hausmärchen enthalten.

Bilder entfernt. Hier steht, warum.

Heute zeige ich Euch Illustrationen von Harry Clarke (1889-1931) zu Perraults Märchen Rothkäppchen, Die Feen und Blaubart. Deutsche Übersetzungen sind sehr selten. Bei der Österreichischen Nationalbibliothek gibt es einen Scann der Blauen Bibliothek aller Nationen von 1790. Der erste Band der Reihe enthält Perraults Märchen. Der zweite Band mit einem Inhaltsverzeichnis auch des ersten Bandes war im Besitz der Brüder Grimm. Gutenberg DE hat eine Fassung von Moritz Hartmann, allerdings keine Übersetzung, sondern eine Nacherzählung, die noch dazu ein Happy End einfügt, wo es bei Perrault keines gibt.

Auch Perrault soll aus älteren Quellen geschöpft haben. Immer wieder ist von ganz alten indio-germanischen Wurzeln die Rede. Möglich ist das. Allerdings verfolgt Perrault mit seiner Behandlung des Stoffs sehr eigene Ziele. Fast allen Märchen liegen sexuelle Motive zu Grunde. Deshalb sind Perraults Märchen auch absolut keine Kindermärchen.

Im Moment nehme ich gerade für LibriVox die Übersetzung aus Der blauen Bibliothek auf, es ist aber noch nichts fertig. Zum Nachhören gibt es deshalb diesmal die Märchen auf französische nach einer Ausgabe von 1742, gelesen von Ezwa.

Nächsten Montag gibt es dann weitere Illustrationen von Harry Clarke aus dieser wunderschönen englischen Ausgabe.

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2 Gedanken zu „Märchenmontag Nr. 4

  1. Hast du den Google Doodle von heute gesehen? ich habe sofort an dich (bzw deinen Blog) gedacht. Heute ist wohl der 388. Geburtstag von Charles Perrault, dessen Namen ich ohne deinen Blogposts nicht gekannt hätte. 🙂

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