Märchenmontag Nr. 5

Charles Perrault – Harry Clarke Teil 2

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Diese wunderschöne Ausgabe der Märchen von Charles Perrault enthält so viele Illustrationen, dass ich Euch gar nicht alle zeigen kann. Heute gibt es ausgewählte Bilder zu Aschenputtel, Dornröschen und Däumeling.

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Ich hatte gehofft, Euch heute auch passende neue Aufnahmen präsentieren zu können, aber das hat leider nicht geklappt. Darum heute Die Feen, die wir letzte Woche schon hatten, als Vorgeschmack auf mein aktuelles LibriVox Projekt: http://ge.tt/9jv3gKD2/v/0
Der Titel sagt einem erst mal nicht viel, aber das Märchen werdet Ihr erkennen.

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Frisch geschlüpft: Undine

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von Friedrich de la Motte Fouqué (1777-1843), gelesen von Karlsson

Das überaus anmutige und schöne Mädchen Undine wächst als Pflegetochter eines armen alten Fischers und dessen Frau auf einer Landzunge an einem See auf. Ein unheimlicher und verrufener Wald trennt die drei von der nahegelegenen Reichsstadt. Eines Tages verirrt sich der junge Ritter Huldbrand von Ringstetten durch den Wald zu der Fischerhütte. Er war von Bertalda, der von ihm angebeteten Pflegetochter eines Herzogs, zu einer Mutprobe nach einem Turniersieg in den Zauberwald geschickt worden. Huldbrand ist er von Undines Schönheit, aber auch von ihrem gleichzeitig kecken und geheimnisvollen Wesen ganz verzaubert. Da er wegen eines Hochwassers nicht zurück in die Reichsstadt gelangen kann, verbleibt er einige Zeit auf der Insel. Er verliebt sich in Undine, und wenig später wird das Paar von einem bei dem fortwährenden Sturm auf der Insel gestrandeten Priester getraut. Am folgenden Tag eröffnet Undine dem Huldbrand, dass sie in Wahrheit kein Mensch sei, sondern zu den Wassergeistern gehöre, nun aber durch die Heirat mit einem Menschen eine Seele erhalten habe. Huldbrand hält in Liebe weiter zu ihr, aber als nach einiger Zeit das Hochwasser endlich verschwindet und das Ehepaar zur Reichsstadt reisen kann, trifft Huldbrand dort wieder auf Bertalda; die alten Gefühle zu dieser erwachen und seine Liebe zur schönen und sanftmütigen Undine wird auf eine harte Probe gestellt. Doch ein Treuebruch Huldbrands würde nach den Gesetzen der Elementargeister für die Beteiligten ein tragisches Ende bedeuten… (Zusammenfassung von Karlsson)

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Undine stand auch auf meiner Liste, aber Karlsson war schneller. Bei LibriVox dürfte ich zwar auch eine Zweitversion der Erzählung aufnehmen, aber warum sollte ich das wollen, wenn wir schon eine Aufnahme haben, während so viele andere Texte stumm in den Regalen verstauben? Vor allem, wenn es sich um eine so rundum gelungene Aufnahme handelt, wie die von Karlsson.

 

Märchenmontag Nr. 4

Charles Perrault oder das Märchen vom Volksmärchen

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Die Märchen von Charles Perrault (1628-1703) sind sehr bekannt, auch wenn kaum einer den Namen Perrault kennt. Man findet sie fast alle auch bei den Brüdern Grimm. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn Dorothea Viehmann, eine der Quellen der Märchenbrüder, hatte hugenottische Wurzeln. Irgendwann haben die Brüder Grimm auch von der französischen Herkunft der Märchen erfahren. Der gestiefelte Kater und Blaubart sind wahrscheinlich aus diesem Grund nur in der ersten Ausgabe der Kinder- und Hausmärchen enthalten.

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Heute zeige ich Euch Illustrationen von Harry Clarke (1889-1931) zu Perraults Märchen Rothkäppchen, Die Feen und Blaubart. Deutsche Übersetzungen sind sehr selten. Bei der Österreichischen Nationalbibliothek gibt es einen Scann der Blauen Bibliothek aller Nationen von 1790. Der erste Band der Reihe enthält Perraults Märchen. Der zweite Band mit einem Inhaltsverzeichnis auch des ersten Bandes war im Besitz der Brüder Grimm. Gutenberg DE hat eine Fassung von Moritz Hartmann, allerdings keine Übersetzung, sondern eine Nacherzählung, die noch dazu ein Happy End einfügt, wo es bei Perrault keines gibt.

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Auch Perrault soll aus älteren Quellen geschöpft haben. Immer wieder ist von ganz alten indio-germanischen Wurzeln die Rede. Möglich ist das. Allerdings verfolgt Perrault mit seiner Behandlung des Stoffs sehr eigene Ziele. Fast allen Märchen liegen sexuelle Motive zu Grunde. Deshalb sind Perraults Märchen auch absolut keine Kindermärchen.

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Im Moment nehme ich gerade für LibriVox die Übersetzung aus Der blauen Bibliothek auf, es ist aber noch nichts fertig. Zum Nachhören gibt es deshalb diesmal die Märchen auf französische nach einer Ausgabe von 1742, gelesen von Ezwa.

Nächsten Montag gibt es dann weitere Illustrationen von Harry Clarke aus dieser wunderschönen englischen Ausgabe.

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Märchenmontag Nr. 3

Der Wolf und die sieben Geißlein

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Die Illustrationen von Oskar Herrfurth (1862-1934) erschienen Anfang des letzten Jahrhunderts als Postkartenserie. Es gibt einige Postkartenserien nach Märchenmotiven. Von Herrfurth werde ich Euch an den kommenden Märchenmontagen noch einiges zeigen können.

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Bei LibriVox gibt es eine Aufnahme des Märchens nach der ersten Ausgabe von 1812/15, gelesen von Elli
und eine spätere Textversion, gelesen von Stephan Gampke. (Klicken zum Anhören)

 

Frisch geschlüpft: Der versiegelte Engel

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von Nikolai Leskow (1831-1895), übersetzt von Alexander Eliasberg (1878-1924), gelesen von Friedrich

Während einer kalten Winternacht in einer überfüllten russischen Herberge berichtet ein Gast darüber, wie seine altgläubige Gemeinde durch einen Akt staatlicher Willkür aller Heiligenbilder beraubt wird. Unser Erzähler begibt sich mit einem Begleiter auf eine abenteuerliche Wanderung, um die allerwichtigste Engels-Ikone wieder herbeizubringen.
In dieser Erzählung vermittelt uns Leskow ein eindrucksvolles Bild von der Verwurzelung des russischen Volkes mit dem christlichen Glauben und speziell vom Leben der vom Staat verfolgten altgläubigen (altorthodoxen) Menschen im Russland des 18. und 19. Jahrhunderts. Darüber hinaus erhalten wir tiefe Eindrücke über die Kunst der russischen Ikonenmalerei. (Zusammenfassung von Friedrich)

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