Frisch geschlüpft: Das Tier im Walde

 photo tierimwalde_rie_zpsfd47a545.jpgvon Therese Rie (L. Andro) 1878-1934, gelesen von Hokuspokus

Eine Werwolfgeschichte

 

Der junge Maler Ambrosius unternimmt 1836 eine Wanderung im Salzkammergut. Dort sind in letzter Zeit einige tragische Unfälle geschehen, die man der Unvorsichtigkeit der Reisenden zuschreibt. Ambrosius wird von schlechtem Wetter überrascht und findet Unterschlupf bei der Familie eines Försters, wo er einige Tage bleibt. Weitere Unfälle geschehen und die Hinweise verdichten sich, dass die Geschehnisse in dieser Gegend ihren Ursprung haben. Ambrosius gerät unter Mordverdacht.

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Das ist ein echter Glücksfund, der meine Pläne mal eben über den Haufen geworfen hat. Unter der Oberfläche der schlichten, gruselromatischen Novelle tut sich ein Reich an religionsphilosophischen Bezügen auf. Im Gewand wunderbar zarter Waldmystik beleuchtet die Erzählung das Böse im Menschen. Rückblickend mutet die Erzählung der jüdischen Autorin, die 1934 starb, fast schon prophetisch an.

Zuerst begegnet ist mir Therese Rie, die unter dem Pseudonym L. Andro veröffentlicht hat, als Übersetzerin einiger Musikhistorischer Essays von Romain Rolland (französischer Literaturnobelpreisträger, der dieses Jahr gemeinfrei geworden ist). Eigentlich wollte ich nur die Gemeinfreiheit der Übersetzung überprüfen, da verriet mir Wikipedia, dass  Therese Rie selbst geschrieben und sich auch mit phantastischen Stoffen beschäftigt hat. Dem musste Hokuspokus natürlich nachgehen. Das Tier im Walde gab es online. Die Geschichte nahm mich sofort gefangen und ich musste sie auf der Stelle aufnehmen. Ich hoffe, sie macht Euch genau so viel Freude wie mir.

Nachtrag: Ich würde gerne Das entschwundene Ich von Therese Rie in die Finger bekommen. Ich konnte es weder antiquarisch noch online finden. Falls jemand darüber stolpert oder es vielleicht sogar hat und leih- oder verkaufsweise davon trennen würde, würde ich mich über eine Mail sehr freuen.

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2 Gedanken zu „Frisch geschlüpft: Das Tier im Walde

    • Oh, wie schön, dass Du mir zuhörst! Das freut mich besonders, weil Du die erste Blogger-Kollegin bist (die nicht auch LibriVox-Mittäterin ist), von der ich das weiß. Danke!

      Wenn Du magst, erzähle, wie Dir Geschichte gefallen hat, wenn Du sie ganz gehört hast.

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