Als ich am letzten Samstag vor Weihnachten ein Buch kaufen wollte

Wir befinden uns in einer Kleinstadt am Rande des Rhein-Main-Gebiets. Besagte Kleinstadt biete den Luxus von gleich zwei Inhaber-geführten Buchhandlungen in der doch recht übersichtlichen Innenstadt. Es ist 12:35 und ich will schnell noch ein Buch für den Gabentisch bestellen, dass ich eben im Netz recherchiert habe. Ich erwarte gar nicht, dass man die Bücher, die ich kaufen will, auch vorrätig hat. Hat man nicht, weiß ich eh. Ich erwarte auch nicht, dass der Buchhändler mich groß beraten kann, ich bestelle aber gerne vor Ort, weil das Buch dann am nächsten Tag auf mich wartet und ich nicht gleich mehrere nächste Tage auf den Postboten warten muss, um dann doch so eine gelbe Karte im Briefkasten zu finden.

Ausgestattet mit Titel, Autor und ISBN mache ich mich also auf den Weg zur nächsten Buchhandlung, die ich um 12:40 bequem zu Fuß erreiche. Aber die Buchhandlung ist zu.

Ein Blick auf die große Uhr an der Straßenecke bestätigt, dass meine Uhr keineswegs falsch geht. Es ist 12:40, es ist der letzte Samstag vor Weihnachten und der Buchladen ist zu. Die Öffnungszeiten an der Tür belehren mich, dass der Buchladen jeden Samstag um 12:30 schließt. Alle anderen Geschäfte in besagter Kleinstadt machen samstags um 13:00 zu.

Am Montag werde ich dann nochmal versuchen, mein Buch über den örtlichen Buchhandel zu bestellen. Dann aber bei dem anderen Buchladen. Wir haben ja zum Glück zwei, noch.

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17 Gedanken zu „Als ich am letzten Samstag vor Weihnachten ein Buch kaufen wollte

  1. Na, denen muss es ja gut gehen. Unser Bücherladen hat in der Adventszeit auch Samstagnachmittags geöffnet. Mindestens bis 18.00 Uhr. Ich bestelle übrigens auch gerne Bücher in meiner lokalen Buchhandlung. Das kann ich entweder persönlich, telefonisch, oder per Internet machen. Die Beratung hier ist übrigens ausgezeichnet, deswegen gehe ich gerne persönlich hin, und nutze die Internetbestellung höchstens außerhalb der Öffnungszeiten. 🙂

    • Da ist Dein Buchladen ja richtig beispielhaft. So wünscht man sich das als Kunde. Mir hätte 13:00 ja schon gereicht, aber mit ein bisschen Werbung hätte sich für den Laden vielleicht sogar 18:00 gelohnt. Genau gegenüber ist der örtliche Supermarkt, da steppt der Bär locker bis 18:00.

      • Nun, unsere Buchhändlerin ist sehr aktiv, Es gibt das ganze Jahr über Veranstaltungen, und die Leute kommen von weit her um daran teilzunehmen. Wenn man nicht rechtzeitig Bescheid sagt, kriegt man keinen Platz mehr. 🙂

  2. Laden Nr. 2 war zu weit weg, um noch schnell vor 13h hinzukommen?

    Hier ist in der weiteren Nähe auch eine Buchhandlung, die recht nett zu sein scheint. Aber da hab ich es irgendwie noch nie rein geschafft. Grundsätzlich mache ich das ja auch gerne mit dem Bestellen im lokalen Buchhandel. Außer im „wilden Süden“, da galt ein solches Ansinnen ja als unfassbare Zumutung.

    • Übrigens: Grad mal die Homepage von „meiner“ Buchhandlung in der Nähe gesucht, da kann man offenbar seinen Bestellstatus online verfolgen.

  3. Ging mir auch so, als ich einmal durch Dietzenbach lief waren Samstags auch alle Läden zu, da war es 14:00. Die Inhaber beschweren sich dann in der Zeitung, dass der Internethandel ihnen das Wasser abgräbt – warum wohl, wenn sie dann schließen, wenn die Kunden Zeit haben.

    • In einer Kleinstadt ist das normal und eigentlich finde ich das auch ganz gut so. Bin selbst Wochenendarbeiter und weiß, wie es ist, nicht frei zu haben, wenn alle anderen zu Hause sind. Aber Buchhandel und Weihnachten ist schon ein Spezialfall. Immerhin macht der Buchhandel 50% seines Jahresumsatzes an Weihnachten. Und dann zu zu haben, wenn alle anderen noch auf haben, das ist wirklich ein starkes Stück.

        • Ich glaube, hier geht es nicht generell um Samstags (da hat unsere Buchhandlung bis 13.00 auf), sondern um den letzten Samstag vor Weihnachten. Da kann man sicher mal eine Ausnahme machen, wenn man denn möchte.

          • Kann man. Hierzustadt gibt’s ja auch verkaufsoffene Sonntage vor Weihnachten, weil das ja immer so plötzlich kommt. Früher mal alle Adventssonntage, jetzt nur noch jeden zweiten, weil die Kirchen sich beschwert hatten.

            Aber wer weiß, vielleicht haben die das schon längst ausprobiert und die letzte halbe Stunde hat sich nicht so gelohnt, dass man dafür von den normalen Öffnungszeiten abweichen müsste.

          • Das ist aber schon eine ziemliche Milchmädchenrechnung (sorry, Milchmädchen). Wenn das nur die Hälfte der Einzelhändler so sieht und auch früher schließt, lohnt sich die halbe Stunde von 12:00 bis 12:30 bald auch nicht mehr, dann schließen alle eben schon um 11:30 und so weiter und so fort.

      • Ich habe auch während des Studiums Samstag und Sonntag gearbeitet, natürlich ist das nicht schön.

        Aber wer sich dafür entscheidet ein Geschäft zu führen, muss nun einmal bereit sein, auch am Samstag bis 16, eher 17 Uhr zu arbeiten. Um 13 Uhr zu schließen geht in der heutigen Zeit nicht mehr, es sein denn, man möchte Rentner als Kunden und das ist keine langfristige Kundschaft.

        • Das mag oder mag nicht für Innenstädte von richtig großen Städten zutreffen. In einer Kleinstadt wäre generelle Samstagsöffnung bis 16:00 oder 17:00 einfach überzogen und unrentabel. Ich wohne in einer Kleinstadt und habe nicht das Bedürfnis, samstags bis 17:00 „shoppen“ zu gehen, weder hier, noch in der nächst größeren Stadt (weshalb ich noch nicht mal weiß, wie lange der kleine Einzelhandel dort samstags auf hat) und auch nicht in Frankfurt. Das die Supermärkte länger auf haben, ist eine feine Sache. Mehr brauche ich nicht und müsste es doch auch unter der Woche mit bezahlen.

          • Dann schließt du die große Masse der Berufstätigen als Kunden aus, wenn man nur bis 12, 13 Uhr aufhat. Und dann sollte man nicht in der Zeitung über den ach so bösen Onlinehandel klagen.

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