Frisch geschlüpft: Das Schloß Dürande

Cover

von Joseph von Eichendorff (1788-1857), gelesen von Hokuspokus

„Liebe, Leben, Tod, Sprache, Charakteristik, Alles ist seltsam und in seiner Seltsamkeit poetisch, …“ schrieb ein zeitgenössischer Rezensent 1836 in den Blättern für literarische Unterhaltung, Leipzig.
Frankreich am Vorabend der französischen Revolution. Der Jäger Renald beobachtet seine Schwester Gabriele bei einem Stelldichein mit dem Sohn des Grafen Dürande. Das Schlimmste ahnend schickt er sie zur Tante ins Kloster. Als der jungen Graf Hippolyt nach Paris abgereist ist, will er sie zurück holen, doch sie ist inzwischen verschwunden. Renald ist sicher, dass sie mit dem jungen Grafen durchgebrannt ist. Er geht nach Paris, um Hippolyt zur Rede zu stellen und seine Schwester zurückzuholen, doch der Graf leugnet jede Kenntnis von Gabrielens Verbleib.
Als der alte Graf wenig später stirbt, kehrt Hippolyt zum Schloß Dürande zurück. Das ganze Land ist inzwischen in Aufruhr. Auch Gabriel und Renald treffen dort ein und die Ereignisse spitzen sich dramatisch zu. (Zusammenfassung von Hokuspokus)

Hörbuch Download bei LibriVox

Archive.org lässt sich heute etwas feiern. Im Moment geht nur die 128 kbps Version (auf der Katalogseite unter den Abschnitten), zip und 64 kbps ist in Arbeit. Auf der Archive.org Seite sieht man genau, welche Dateien verfügbar sind: https://archive.org/details/schlossdurande_1410_librivox

Das Problem ist behoben, der Download funktioniert jetzt für alle Formate.

Bei Wikipedia gibt es außer der in der Zusammenfassung zitierten noch weitere zeitgenössische Stimmen über die Erzählung:

  • Am 3. November 1836 in der Zeitschrift „Phönix“, Frankfurt am Main: „Seine [Eichendorffs] Figuren jagen wie Schattenbilder über die Scene,…“
  • Philipp von Leitner, Berlin, am 16. November 1836 in „Literarische und Kritische Blätter der Börsen-Halle“, Hamburg: „Wir hören hier wieder einmal die Wälder rauschen, die Quellen sprechen, Nachtigallen singen,…“
  • O. L. B. Wolff lobt im Dezember 1836 in der „Jenaischen Allgemeinen Literatur-Zeitung“[11] „die reiche Ausstattung des gesammten Gemäldes“ und hebt das Verhältnis der Protagonisten „zu dem Ganzen“ besonders hervor.
  • In seinem Verriss vom 15. April 1837 in dem Blatt „Westfalen und Rheinland“ wirft Arnold Mundt den Verfasser in einen Topf mit Jean Paul. Diese Autoren hätten sich späterhin unbewusst selbst kopiert.

Anscheinend wird die Erzählung auch mitunter im Deutschunterricht gelesen – sehr schön! Aber warum nur quält man die Schüler damit, das Reimschema der enthaltenen Gedichte zu analysieren? Es genügt doch zu wissen, das Reime überkreuz und paarweise (und auf ein paar andere Arten) funktionieren. Ich habe nie verstanden, was das soll. Viel besser könnte man Ehre und Schande thematisieren, staatliches und moralisches Recht und wie Eichendorff das sieht, Ursachen und Auswirkungen der französischen Revolution, …

Lektüre im Unterricht ist ein Thema, dass mich gerade sehr beschäftigt, wie man merkt.

Manche Interpretationen sehen die Beziehung zwischen Bruder und Schwester als inzestuös. Also bitte, meine Damen und Herr! Doch nicht bei Eichendorff!

Trotz aller Quellen und Nachtigallen (herrlich, dieses Zitat!) ist es eine spannende und am Schluss hochdramatische Geschichte. Ich wünsche viel Vergnügen damit!

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