Open Library

Die Open Library schreibt auf ihrer Über uns Seite:

Eine Webseite für jedes jemals erschienene Buch. Ein ambitioniertes, aber erreichbares Ziel.

[…]

Open Library ist ein Projekt des gemeinnützigen Internet Archive und wird teilweise durch ein Stipendium der California State Library gefördert. Wir haben eine kleine Gruppe fantastischer Programmierer, die schon viel erreicht haben, aber alleine werden wir es nicht schaffen! Dies ist ein offenes Projekt – die Software ist offen, die Daten sind offen, die Dokumentation ist offen und die Seite ist offen.

Nun sind Sie an der Reihe! Jeder kann sich an diesem Projekt beteiligen, ob Sie ein Programmierer sind, der diese Daten auswerten möchte, ein Bibliothekar, der seinen lokalen Katalog mit Buchdaten oder Scans hinzufügen möchte, oder ein Bücherfreund, der sicherstellen möchte, dass seine Lieblingsbücher angemessen repräsentiert sind.

[…]

In meinen Augen ist die Open Library eine Abenteuerspielplatz für Bibliophile. Man kann, darf, soll sogar selbst Bibliothekar spielen. Man kann Bücher hinzufügen, Daten vorhandener Bücher korrigieren, Informationen hinzufügen, … Man darf sogar Rezensionen, Hörbücher und eBooks verlinken.

Für mich hat die Open Library zwei Vorteile. Über die Suche dort findet man Bestände auf Archive.org, die über die Suche bei Archive selbst nur schwer zu finden sind (das gilt leider auch manchmal umgekehrt, aber dass kann man ja dann selbst ändern). Und man kann öffentliche Listen anlegen, die nicht dem großen A gehören, mit denen man nicht zum zukünftigen Einheitsbuchbrei beiträgt.

Die Open Library ist eine gigantische Baustelle. Wenn ich dort bin, muss ich immer an den Ausspruch von Chesterton denken, wonach alles was es wert ist, getan zu werden, es auch wer ist schlecht getan zu werden. Es ist ein ungemein optimistischer Ort, auch wenn sich mir die Haare zu Berge stellen, wann immer ich sie mir anschaue. Jeder kann mitmachen. Und es macht Spaß!

Hier sind jedenfalls meine Listen: https://openlibrary.org/people/Hokuspokus/lists

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E.T.A. Hoffmann

In letzter Zeit bin ich bei Archive.org auf ein paar sehr interessante Scanns gestoßen, die ich den Hoffmann Fans unter Euch nicht vorenthalten möchte. Zwei Schmankerl zuerst:

E.T.A. Hoffmann und sein Leihbibliothecar; fünf Billets Hoffmanns an Kralowsky. Davon wurden nur 200 Exemplate gedruckt. Hier kann man Hoffmann bei der Recherche über die Schulter schauen. (Hrsg. Hans von Müller)

Hoffmann und Härtel: Neue Mitteilungen über ihren Verkehr in den Jahren 1799-1819 ist ein Privatdruck in 250 Exemplaren, der uns Einblick gibt, wie Hoffmann sich immer wieder durchwusteln musste, unter anderem auch als Musikalienhändler. Der Notendruck war damals gerade mal 50 Jahre erfunden. (Hrsg. Hans von Müller)

Im persönlichen und brieflichen Verkehr: Sein Briefwechsel und die Erinnerungen seiner Bekannten Bd I Briefe an Hippel (seinen ältesten und engsten Freund)

Im persönlichen und brieflichen Verkehr: sein Briefwechsel und die Erinnerungen seiner Bekannten. Bd II-1

Im persönlichen und brieflichen Verkehr: sein Briefwechsel und die Erinnerungen seiner Bekannten. Bd II-2

Im persönlichen und brieflichen Verkehr: sein Briefwechsel und die Erinnerungen seiner Bekannten. Bd II-3 Anhänge (alle 4 Bände Hrsg. Hans von Müller)

E.T.A. Hoffmanns Tagebücher und literarische Entwürfe. Hoffmann schreibt in seinen Tagebüchern extremen Telegrammstil, aber die Mühe lohnt sich. (Hrsg. Hans von Müller)

E.T.A. Hoffmann; Studien zu seiner Persönlichkeit und seinen Werken von Arthur Sakheim. Hier schreibt ein Fan. Interessant die Informationen zur Hoffmann-Rezeption außerhalb Deutschlands.

E.T.A. Hoffmann: Das Leben eines Künstlers. Bd I, von Walther Harich

E.T.A. Hoffmann: Das Leben eines Künstlers. Bd. II, von Walther Harich

Das ist natürlich alles schon älter. Gerne würde ich auch einmal eine aktuelle Hoffmann Biographie lesen. Wikipedia listet ja einige, aber kann jemand von Euch vielleicht eine gute empfehlen?

Hokuspokus satt

Nächsten Monat gibt es mich gleich 3 mal live.

Los geht’s am Mittwoch, den 1. Oktober mit der monatlichen Lesung in der Stadtbibliothek Hanau, diesmal mit „Lieselotte ist krank“ von Alexander Steffensmeier. Die Veranstaltung ist für Kinder von 4-7 gedacht. Los geht’s um 16:00, der Eintritt ist frei. Weitere Termine und Infos gibt es hier.

Am Dienstag, den 21.10. wird es im Wildpark Alte Fasanerie in Hanau/Klein-Auheim märchenhaft. Ich lese „Der Wolf und die sieben Geißlein“. Bei den Wildparktieren schauen wir dann gleich nach, ob das Märchenbuch recht hat. Der Märchenspaziergang im Wildpark ist für Kinder ab 6 in Begleitung eines Erwachsenen. Los geht’s um 15:00 Uhr. Eintrittspreise und weitere Infos gibt es hier.
Der Wildpark bietet mit und ohne Kinder ein spannendes Veranstaltungsprogramm und ist auch ohne Führung immer einen Besuch wert.

Am Donnerstag, den 30.10. lese ich im Keller von Schloss Steinheim (Bild) Texte von Edgar Allan Poe. Auf dem Programm stehen „Der Rabe“, „Das Faß Amontillado“ und „Das geschwätzige Herz“. Die Lesung beginnt um 19:00 Uhr, Eintritt 5,00 €, um Anmeldung wird gebeten unter 06181-295-1799
Das Museum Schloss Steinheim zeigt vor- und frühgeschichtliche Funde aus der Region und Exponate zur Steinheimer Stadtgeschichte.

Nächstes Jahr im Juni werde ich *klopfaufholz* voraussichtlich noch einmal „Das Gespenst von Canterville“ im Schlosskeller lesen dürfen.

Genug der Eigenwerbung. Ich geh dann mal üben …

Nachträge

LibriVox feiert 8.000 Hörbücher

Das hätte ich beinahe übersehen. Schon am 20. September ist bei LibriVox das achttausendste Hörbuch fertig gestellt worden. Inzwischen haben wir sogar 8.011 Hörbücher in 34 Sprachen im Katalog, 1.129 davon nicht Englisch. 6.552 Vorleser aus aller Welt haben dazu beigetragen. Die Zahl der nicht englischen Hörbücher ist viel zu klein für meinen Geschmack. Man muss nicht Englisch sprechen oder schreiben, um bei LibriVox mitzumachen. Die deutschen Projekte werden auf Deutsch organisiert. Join us, it’s fun.

Buch der Toten

Bei MobileRead gibt es das Buch der Toten jetzt auch OCRt als richtiges epub. Vielen Dank an Brucewelch, der den Scann in editierbaren Text umgewandelt und korrekturgelesen hat. zum Download

Faust

Auch das Faust Puppenspiel von Simrock gibt es bei MobileRead zum Nachlesen. zum Download

The Monk

Vor einiger Zeit schon habe ich The Monk von Matthew Gregory Lewis in der gelungenen LibriVox Aufnahme gehört. Allerdings nur das erste Drittel, denn das Buch ist wirklich schauerlich schlecht, reißerisch, maßlos übertrieben, flache Figuren, effekthascherisch. Es gibt eine Buchausgabe des Mönchs zusammen mit den Elixieren des Teufels von Hoffmann. Auf einem Verkaufsportal fand ich eine Rezension, nach der Der Mönch ganz großartig sei, die Elixiere aber ganz furchtbar. Ganz im Gegenteil!

 

 

Good reading for tech crabs

Schöner und interessanter Artikel in/auf The Boston Globe über LibriVox von Carlo Rotella, director of American studies at Boston College.

As opposed to the professionally produced audiobooks sold on commercial sites, readings on LibriVox are often uneven, which is part of their charm. Several volunteers might collaborate on a longer work, so that a woman with a lilting Italian accent will read a couple of chapters of an Edith Wharton novel and then be succeeded by a man who sounds like he stopped for a beer in Erie last week and just woke up in Buffalo. Reading may be the quintessential solitary activity, but these collaboratively read books become a kind of aural community, crowded with not only authors’ and characters’ voices but also those of readers. Here, oddly, within a book, is a technologically enabled, meaningful connection to other people of the sort that gadget makers’ ads are always unconvincingly promising to provide.

Arthur Schnitzler: Später Ruhm (1894)

Ein „neuer“ Schnitzler, wie schön. Ich überlege und suche, ob der Text wohl gemeinfrei ist, wie alles von Schnitzler. Dunkel erinnere ich mich, dass der Verlag in solch einem Fall (neuer Text von schon gemeinfreiem Autor) ein spezielles Urheber- oder Verwertungsrecht von 20 oder 25 Jahren erhält, kann aber nichts dazu finden.
Die Rezension von Anna macht auf jeden Fall neugierig auf die Novelle.

buchpost

Herr Eduard Saxberger kam vom Spaziergang nach Hause und schritt langsam die Stiege zu seiner Wohnung hinauf. Es war ein schöner Wintertag gewesen, und gleich nach Schluss der Amtsstunden hatte sich der alte Herr, wie er es gerne zu tun pflegte, auf den Weg gemacht und war in der frischen Luft herumgebummelt, recht weit über die Vororte hinaus zu den letzten Häusern. Er war müde geworden und freute sich auf sein freundliches, warmes Zimmer.

So beginnt die erst posthum veröffentlichte Novelle des österreichischen Dramatikers und Schriftstellers

Arthur Schnitzler: Später Ruhm (1894)

– veröffentlicht im Zsolnay Verlag

Zum Inhalt

Herr Saxberger, ein älterer, noch im Arbeitsleben stehender Beamter um die 70 Jahre, bekommt eines Tages Besuch von einem jungen Mann. Dieser stellt sich vor als der Schriftsteller Wolfgang Meier. Er sei der Gesandte des literarischen Zirkels Begeisterung.

‚Es ist ein Kreis junger Schriftsteller, die sich seitab von der großen Heerstraße halten…

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Nebensache: Ist die Jugend für die klassische Musik verloren?

Bei SWR2 gibt es eine hochinteressante Diskussion zum Nachhören über die Frage: Ist die Jugend für die klassische Musik verloren?

Es diskutieren Max Emanuel Cencic – Countertenor, Wien, Dorothea Enderle – SWR2-Musikchefin, Baden-Baden, Thorsten Schmidt – Intendant des Musikfestivals „Heidelberger Frühling“. Gesprächsleitung: Ursula Nusser
Angesprochen werden Aspekte wie Elternhaus, Schule, wirtschaftliche Zwänge, künstlerische Freiheit, Mut zum Experiment.

Die Problemstellung lässt sich von der klassischen Musik auf alle anderen Bereiche der Kultur, auch auf das Lesen übertragen, trifft aber besonders die aufführenden Künste. Was in der Diskussion leider kaum zur Sprache kam, sind die Möglichkeiten, die das Fernsehen hätte. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen hat ja auch einen Bildungsauftrag. Es ärgert mich immer maßlos, wenn ich beim Zappen auf ZDF Kultur eine Wiederholung der Hitparade International sehe, Übertragungen von Oper, Schauspiel, Ballett, Konzert aber fast nie stattfinden.

Das liegt wohl zum einen an den Intendanten der Theater und Opern, die befürchten, durch eine Fernsehübertragung ihr Publikum aus den Sälen auf die Sofas zu schicken. Vielleicht denk man bei der Programmgestaltung auch, das interessiere niemanden. Wen interessiert schon, was man nicht kennt? Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht. Umgekehrt stelle ich mir vor, dass Menschen Lust bekommen, ein Konzert, eine Oper, Ballett oder Theateraufführung live mitzuerleben, wenn sie sich in der Sicherheit des eigenen Wohnzimmers an dieses kulturelle Wagnis herangetastet haben. Man muss es einmal erlebt haben, um zu verstehen, dass der ganze klassische „Bildungskram“ gar nicht langweilig und verstaubt ist, sondern sehr spannend und auch richtig Spaß macht. Fernsehen als Zwischenschritt wäre ein wunderbares Mittel, vielen Menschen zu zeigen, dass sie da etwas verpassen. Mit den vielen öffentlich-rechtlichen Spartenkanälen, die es mittlerweile gibt, sollte es doch möglich sein, jedes Wochenende eine Oper, ein Konzert, ein Ballett und eine Theaterproduktion auf den Bildschirm zu bringen. Es gibt Land auf Land ab so viele interessante Produktionen, die es verdient hätten, von einem viel größeren Publikum gesehen zu werden.

Das es auch anders geht, zeigt dieses Beispiel: Der Live-Mitschnitt einer konzertanten Aufführung von Alessandro von Händel vom 15. September diesen Jahres in der Tchaikovsky Concert Hall  in Moskau. Da sind es die Konzerthausbetreiber selbst, die auf diese Weise Werbung für ihr Programm machen. Der Stream ruckelt bei mir leider ganz grässlich. Offenbar ist der Server nicht auf so viele Zugriffe ausgelegt. Das zeigt das große Interesse an live Musik.

Ich hatte das große Vergnügen, diese Produktion letztes Jahr in einer szenischen Aufführung in Wiesbaden live zu erleben. Das war meine erste live Oper und ich war total begeistert, von der Musik, der Inszenierung, aber hauptsächlich von der live Erfahrung. Nur hätte ich nie dort hin gefunden, wenn ich nicht vorher ein paar Opern im Netz gesehen hätte. Bei YouTube gibt es den Mitschnitt einer anderen konzertanten Aufführung der Produktion ruckelfrei hier: https://www.youtube.com/watch?v=Sth_gsjvVVU (Das gibt es nicht mehr.)
und eine Szene aus der Inszenierung hier: https://www.youtube.com/watch?v=9L828c7plr4

Im Radio gibt es einige sehr spannende Übertragungen, aber bei der Vielfalt der Sender allein in Deutschland würde man jede Woche Stunden brauchen, um das Programm nach den Dingen abzusuchen, die einen interessieren. Schon oft habe ich Sendungen verpasst, weil es kaum vernünftige Programmübersichten und Newsletter gibt. Da liegt noch so einiges im Argen. Es kann doch nicht so schwer sein, eine Zusammenschau aller öffentlich-rechtlichen deutschen Kulturkanäle zu erstellen. Falls es so etwas gibt, ist es gut versteckt. Ich habe es aufgegeben, relevante Informationen zwischen 1000 bunten Aufmerksamkeit heischenden Bildern aufzufinden. Es tut mir Leid um die vielen Lesungen, Berichte, Buchbesprechungen, … , die so Woche für Woche unerhört bleiben. Und eigentlich habe ich mit meinen Rundfunkgebühren ja für all das bezahlt.