Häkelkrimis 5: Marcus Didius Falco von Lindsey Davis

Ein Privatdetektiv im alten Rom, gab’s so etwas? Wahrscheinlich, denn die Römer waren uns in ihrem städtischen Leben ähnlicher als man glauben mag.

Ende der 90er Jahre bin ich über die Falco Krimis gestolpert und habe sie geliebt. Sie sind sehr kurzweilig erzählt und der historische Hintergrund ist exzellent recherchiert. Im ersten Band, Silberschweine, wird Marcus von einem Senator engagiert, um den Tod von dessen Nichte zu untersuchen. Natürlich verliebt er sich prompt in die Tochter des Senators. Und sie sich in ihn. Aber so einfach ist das nicht, er ist ja nur ein einfacher Bürger und sie steht weit weit über ihm.

Sein zweiter Auftraggeber ist Kaiser Vespasian persönlich. Für ihn soll er eine Verschwörung im Zusammenhang mit den Silberminen in Britannien aufklären.

Es gibt jede Menge Dauerpersonal in der Serie, deren Leben wir in den folgenden Bänden mitverfolgen können. Da ist die Senatorentochter Helena Justina und ihre Familie, die auf die eine oder andere Art immer mal wieder in Falcos Fälle vertrickt ist. Da ist Falcos bester Freund Lucius Petronius Longus, ein Mitglied der Vigiles, Feuerwehr und Polizei in einem; des Kaisers Oberspion, den Falco verabscheut, mit dem er aber immer wieder zusammen arbeiten muss; und nicht zu vergessen Falcos weitverzweigte Familie und ihre verschiedenen Sorgen und Zwistigkeiten.

In den Büchern geht etwa die Hälfte der Zeit um Falcos Privatleben. Das ist oft verwickelter als die Fälle selbst. Seine Aufträge führen Falco auch aus Rom hinaus aufs Land, nach Britannien, nach Germanien, in den vorderen Orient. Man erhält so nebenbei und auf sehr amüsante Weise eine gute Vorstellung vom Alltagsleben im römischen Imperium, eine echte Zeitreise.

In den 90ern habe ich die Serie geliebt und die Bücher bis Band 6 verschlungen. Damals hätte ich unbesehen 5 von 5 Brunettis gegeben. Dann habe ich Falco aus den Augen verloren und ihn erst letztes Jahr in Gestalt des damals übersprungenen Bandes 4 wieder getroffen. Große Enttäuschung! Der amüsante Erzählstil, der mir früher so gefallen hat, geht mir jetzt nur noch auf die Nerven. Ich musste ständig an die Flotte-Schreibe-Feder aus Harry Potter denken. Auch die Figuren kommen mir heute nicht mehr so lebendig vor. 1,5 Brunettis

Lindsey Davis bei Wikipedia mit einer Liste der Falco Bände

Römerkrimis gibt es viele. Die S.P.Q.R. Reihe von John Maddox Roberts wird viel gelobt. Zwei davon habe ich gelesen, kann aber rein gar nichts dazu sagen. Ordentlich geschrieben, keine offensichtlichen Fehler im Plot, aber sie haben mich irgendwie kalt gelassen.

Keine Krimis aber Römer spannend erzählt und gut recherchiert findet man in den Büchern von Gillian Bradshaw. Ihre Romane spielen zeitlich und räumlich am Rande des Imperiums. Es sind Mädchen-Bücher, es gibt immer eine Liebesgeschichte. Besonders erwähnt sei Der Leuchtturm von Alexandria. Eine junge Griechin will unbedingt Ärztin werden und verkleidet sich als Eunuch, um ihr Ziel zu erreichen. Erinnert an den Medicus, ist aber älter und viel viel besser. (Ich fand den Medicus ziemlich grässlich, damals schon.)

Gillian Bradshaw bei Wikipedia

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