Frisch geschlüpft: Dr. Jekyll und Mr. Hyde

Cover

von Robert Louis Stevenson (1850-1894), gelesen von Hokuspokus

Von seinem Cousin Mr. Utterson erfährt Mr. Enfield zuerst von dem zwielichtigen Mr. Hyde, der durch sein besonders brutales Verhalten auffällt und auf alle, die ihm begegnen, einen gemeinen und bösartigen Eindruck macht. Als Mr. Enfield erfährt, dass dieser Hyde offenbar ein Bekannter von seinem Freund Dr. Jekyll ist, ist er sehr besorgt. Hat dieser Hyde etwas gegen Jekyll in der Hand? Wird Jekyll von ihm erpresst? Als Mr. Hyde auf offener Straße einen brutalen Mord begeht und daraufhin untertaucht, scheint sich zunächst alles zum Guten zu wenden. Doch nach einiger Zeit wird Dr. Jekylls Verhalten immer seltsamer und es wird klar, dass Mr. Hyde zurück ist. (Zusammenfassung von Hokuspokus)

Hörbuch Download bei LibriVox

Bei diesem Monument der Horrorliteratur ist es ganz besonders schade, dass es eigentlich jeder schon in irgendeiner Form kennt, es gibt allein 123 Verfilmungen, dazu Comics, Hörspiele und eine Legion von literarischen und filmischen Zitaten. Stevenson hat die Erzählung 1885 geschrieben (Erstveröffentlichung 1886). Angeblich hat er sie geträumt, unter dem Einfluss von Drogen, sagen manche, bettlägerig und im Fieber, sagen andere. In nur wenigen Tagen soll er die Geschichte aufgeschrieben haben, anschießend das Manuskript aber verbrannt und noch einmal von vorn begonnen haben.

Bereits 1888 erschien in der Zeitschrift Vom Fels zum Meer, die ein paar Jahre später übrigens in der Gartenlaube aufging, eine anonyme deutsche Übersetzung, von der es glücklicherweise einen Scann bei Wikisource gibt. Der Titel Wunderbares Ereignis des Dr. Jekyll und Mr. Hyde ist ein bisschen hölzern und vor allem ungewohnt, sonst ist die Übersetzung für solch ein Zeitschriftenprodukt gar nicht mal schlecht. OCR (Umwandlung in editierbaren Text) gibt es nicht, ich musste also direkt von der fotografierten Frakturseite lesen, was immer ein bisschen mühsam ist.

Stevenson erzählt die Geschichte anders, als wir sie zu kennen meinen. Mr. Hyde ist z.B. kein muskelbepackter Riese, das verrät ja schon das Coverbild, ein Werbeplakat für das Buch oder eine Theaterproduktion aus den späten 1880er Jahren. Auch andere vertraute Plotelemente fehlen. Es ist kein Horrorschocker sondern ein Geheimnis, dass sich immer mehr verdichtet und schließlich eine tragische und für den jungfräulichen Leser sehr überraschende Auflösung findet. Wie schade, dass wir schon wissen, wie es ausgeht!

Das englische Original gibt es gleich drei mal bei LibriVox. Ich kenne die Aufnahme von David Barnes (Version 1) und kann sie sehr empfehlen.

Für Lieber-selbst-Leser gibt es das eBook bei MobileRead, illustriert von Charles Raymond Macauley, tolle Illustrationen, schon dafür lohnt sich ein Blick.

 

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