Frisch geschlüpft: Irrungen, Wirrungen

von Theodor Fontane (1819-1898), gelesen von Hans Hafen

Die Geschichte spielt im Berlin der 1870er Jahre. Die hübsche und pflichtbewusste Lene wohnt mit ihrer alten Pflegemutter Nimptsch in einem kleinen Häuschen. Bei einer Bootspartie lernt sie den gesellschaftlich gewandten und unterhaltsamen Baron Botho von Rienäcker kennen. Im Laufe des Sommers kommen sich die beiden näher. Doch der große Standesunterschied erweist sich als Hindernis für ihre Liebe.

Wikipedia schreibt:

Der Roman erschien im Jahre 1887 zunächst in der Vossischen Zeitung und stieß bei den Lesern fast durchgängig auf Kritik, ja heftige Ablehnung. Selbst einer der Mitinhaber der Vossischen Zeitung äußerte der Schriftleitung gegenüber: „Wird denn die gräßliche Hurengeschichte nicht bald aufhören?“

Heute ist nur noch schwer nachvollziehbar, dass das Liebesverhältnis zwischen Lene und Botho als zu freizügig angesehen wurde. Auf Ablehnung stieß nicht nur, dass der Roman eine Beziehung zeigt, die keine Standesschranken respektiert. Als problematisch empfunden wurde vor allem, dass Fontane die Frau aus niederem Stand nicht nur als gleichwertig, sondern in mancher Hinsicht sogar als moralisch überlegen darstellt.

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2 Gedanken zu „Frisch geschlüpft: Irrungen, Wirrungen

  1. Einstmals eine meiner gehassten Schullektüren, bin ich heute – ins Bild über die Hintergründe gesetzt – fast geneigt, die Geschichte zu mögen. Ich freue mich auf’s Hören!

    • Mir geht es im Nachhinein genau so. Gerade Fontane hat aus heutiger Sicht oft so etwas bürgerlich-moralisches, das ich ziemlich schwer verdaulich fand. Aber die Vorstellungen waren tatsächlich so und ein Ausbrechen aus dieser (oft doppelten) Moral war nur sehr schwer möglich. Vor diesem Hintergrund ist die Geschichte um Lene und Botho ein sanfter Protest und ein Werben für mehr persönliche Freiheit, mehr Ehrlichkeit und vielleicht auch eine Hoffnung auf mehr persönlichen Mut, obwohl ich da Fontane vielleicht zu weit interpretiere. Die Figuren sind jedenfalls sehr schön und lebendig gezeichnet und Fontane schreibt eine leichte und elegante Prosa, die mir gut gefallen hat. Viel Spaß beim Hören!

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