Vampire

Die letzten drei Tage habe ich mit Fieber im Bett verbracht und mir die Zeit mit drei Vampir-Romanen vertrieben, die ich mir vom Computer habe vorlesen lassen, weil selbst lesen nicht mehr wirklich ging. Das ist wirklich eine schöne Sache. Das Netbook steht neben dem Bett und plappert, ich schließe die Augen und betrachte den inneren Film. Computerstimme ist zugegeben nicht jedermanns Sache, aber wer Hörbücher mag, kann’s mal ausprobieren. Win7 hat eine eingebaute amerikanische Stimme, die nicht ganz schlecht ist.

Heute ist das Fieber fast weg und ich dachte, ich könnte vielleicht etwas über Vampire in der Literatur schreiben, musste aber einsehen, dass mein armes Hirn dazu noch nicht in der Lage ist. Deshalb sei an dieser Stelle auf den recht guten Wikipedia-Artikel verwiesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Vampirroman

Bei der Lektüre ist mir aufgefallen, dass wir recht viele der dort genannten Werke bei LibriVox haben. Einen wirklich substantiellen Artikel zu Vampiren in der Literatur schreibe ich für heute mal auf die to-do-Liste und die Linkliste dazu gibt es eben heute schon.

[Vampirismus] Cyprians Erzählung aus: Die Serapionsbrüder von E. T. A. Hoffmann https://librivox.org/die-serapionsbrueder-by-eta-hoffmann/

Der Vampyr von John Polidori, dem Leibarzt von Lord Byron. Die Idee zu diesem Buch soll in der selben Nacht entstanden sein, in der Mary Shelley die Idee zu Frankenstein hatte. https://librivox.org/der-vampyr-by-john-william-polidori/ (deutsch)

https://librivox.org/short-ghost-and-horror-collection-011-by-various/ (englisch, Sektion 15)

(In den späten 80ern gab es einen ziemlich eindrucksvollen (Horror-)Film über die Entstehung von Frankenstein, Gothic. *)

Varney the Vampire in der Groschenheftreihe Penny Dreadfuls https://librivox.org/author/967

Der erste Band ist ein großer Spaß, die anderen haben mir dann nicht mehr so gefallen.

Carmilla von Joseph Sheridan Le Fanu, der erste weibliche Vampir und einer der gekanntesten gothic novels überhaupt https://librivox.org/carmilla-by-sheridan-lefanu/

Und natürlich Dracula von Bram Stoker, gleich in mehreren Versionen https://librivox.org/search?q=dracula&search_form=advanced

Zu Dracula siehe auch diesen lesenswerten Beitrag von Frank Duwald http://dandelionliteratur.wordpress.com/2014/04/10/bram-stoker-dracula-1897/

Der Vampir von Wladyslaw Reymont ist keine klassische Vampirgeschichte. Hier geht es um psychologisches Aussaugen. https://librivox.org/der-vampir-by-wladyslaw-reymont/

Und weitere Vampire bei LibriVox https://librivox.org/search?q=vampir&search_form=advanced

Beim Rumsurfen bin ich dann noch auf einige Gedichte zu dem Themenkreis gestoßen, unter anderem von Goethe, Heine und Byron. Das könnte vielleicht eine nettes kleines Solo-Projekt werden, deshalb werden jetzt auch noch keine Titel verraten. 😉

Soll ich jetzt gestehen, welche drei Vampirromane ich die letzten Tage gehört habe? Hm, ich sehe schon gerunzelte Stirnen, aber ich bin mal mutig und bekenne, dass es drei Folgen der Vampir Chroniken von Anne Rice waren. Der erste, Interview mit einem Vampir, ist tatsächlich gar kein schlechtes Buch. Es hat Sting zu dem Song Moon over Bourbon Street inspiriert, und das allein ist schon mal fein. Die nächsten beiden sind für Freunde leichter angegruselter Unterhaltung auch noch ganz nett zu lesen, alle weiteren Bände taugen wirklich nur für im Bett verschlonzte Fiebertage.

Warum ich dann keins von den LibriVox Hörbüchern gehört habe? *seufzt* Kannte ich alle schon.

* Frankenstein gibt’s bei LibriVox gleich 6 mal, einmal auf Deutsch und ein dramatic reading mit verschiedenen Sprechern für die einzelnen Personen. https://librivox.org/search?q=frankenstein&search_form=advanced

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10 Gedanken zu „Vampire

  1. Bei Fieber ausgerechnet einen Vampir-Artikel schreiben zu wollen, das hat Stil! Du bist nicht zufälligerweise neuerdings auch ziemlich blass…?
    Vielen Dank für dein Lob. Von den bisher von mir gelesenen klassischen Vampir-Geschichten fand ich „Carmilla“ von J. Sheridan Le Fanu am stimmungsvollsten, emotionalsten und dichtesten.

    • Ganz meine Meinung. Es wäre sehr schön, wenn es von Carmilla eine gemeinfreie deutsche Übersetzung gäbe, die Geschichte würde ich zu gerne vorlesen.
      Blass? Kann ich gar nicht sagen, meine Spiegel funktionieren in letzter Zeit nicht mehr so richtig …

    • Danke Dir für die Mühe, Frank, aber es hilft leider nicht. Frei ist nicht gleich gemeinfrei (ohne Urheberrecht) und ohne Angabe des Übersetzers kann man das auch gar nicht checken. Früher oder später wird eine auftauchen. Hab auch jahrelang auf den Canterville Ghost gewartet, bis endlich letztes Jahr die Übersetzung von Franz Blei da war.

        • Ja, leider hast Du recht, Frank. Die Übersetzer der beiden ältesten Übersetzungen, die ich finden konnte, sind in den 90ern gestorben, die Texte werden demnach erst 2060 und ein paar Jahre gemeinfrei. Da sind die Chancen ganz schlecht, dass ich das noch erlebe. Aber noch habe ich die Hoffnung nicht ganz aufgegeben. Falls Carmilla 1872 genug Aufsehen erregt hat, gibt es vielleicht irgendwo eine Übersetzung für eine Zeitschrift aus dem 19. Jahrhundert. Hab gerade neulich eine von Dr Jekyll und Mr Hyde gefunden, die ich aufnehmen will, wenn ich mit dem Schloss von Otranto fertig bin. Diese alten Zeitschriften-Übersetzungen sind zwar oft nicht so toll, aber besser als nix allemal.

  2. Schön dass es die wieder besser geht. Ich bin nicht so unbedingt ein Fan von Vampirgeschichten (aber die von Angela Sommer-Bodenburg fand ich toll). Vielleicht werde ich mal in den ETA Hoffmann reinhören.

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