Frisch geschlüpft: Die Weissagung

 photo literaturgeschichte_1401_zps262b8a43.jpg

von Arthur Schnitzler (1862-1931), gelesen von Hokuspokus

Freiherr von Schottenegg ist ein großer Liebhaber des Amateurtheaters und führt jeden Sommer auf seinem Schloss zusammen mit einem Kreis Gleichgesinnter Stücke auf. Auf eine Bitte des Freiherrn schreibt der Ich-Erzähler ein Schauspiel speziell für den Rasenplatz, der für die Aufführungen genutzt wird. Am Tag der Vorstellung erzählt ihm Freiherr von Umprecht, der die Hauptrolle spielen soll, eine äußerst merkwürdige Geschichte: Auf den Tag genau vor 10 Jahren hat er in einer prophetischen Vision sich selbst auf einer Bahre erblickt, umgeben von einer trauenden rothaarigen Frau und zwei Kindern, was der Schussszene des Stücks entspricht, das damals noch nicht geschrieben war. Dieser „dämonischen Zusammenhangs“ zwischen dem Stück und seinem Leben hat ihn überhaupt erst dazu veranlasst, die Rolle zu übernehmen. Doch die Weissagung war nicht ganz exakt. Ein kahlköpfiger Mann mit grünem Schal aus der Vision kommt nicht im Stück vor. Wird sich die Weissagung erfüllen?

Dieses Projekt habe ich mir sozusagen selbst zu Ostern geschenkt, in dem ich mir die Zeit dafür genommen habe, es am Stück aufzunehmen. Meine Probehörerin Availle hat es dann dankenswerterweise auch in einem Rutsch durchgehört und so kann ich es Euch heute schon präsentieren.

Überhaupt bin ich geradezu verliebt in Schnitzler, seit ich Die drei Elixiere von ihm gelesen habe. Schnitzler hat ein tiefes Verständnis für das Seelenleben seiner Figuren und scheut nicht vor Tabus zurück. Ganz im Gegenteil scheinen ihn Grenzbereiche besonders zu interessieren. Sigmund Freund schrieb ihm einmal:

„Ich habe mich oft verwundert gefragt, woher Sie diese oder jene geheime Kenntnis nehmen konnten, die ich mir durch mühselige Erforschung des Objekts erworben, und endlich kam ich dazu, den Dichter zu beneiden, den ich sonst bewundert. So habe ich den Eindruck gewonnen, daß Sie durch Intuition – eigentlich aber infolge feiner Selbstwahrnehmung – all das wissen, was ich in mühsamer Arbeit an anderen Menschen aufgedeckt habe.“

 

Mir gefallen die Geschichten am besten, die auch noch ein wenig Hokuspokus haben. Neben der Weissagung und den Elixieren habe ich auch Das Tagebuch der Redegonda und Der Andere für LibriVox aufgenommen. (Klicken zum Anhören)

Die Weissagung – Hörbuch-Download bei LibriVox

Weitere Schnitzler Texte bei LibriVox

Zum selbst Lesen: Novellen und Erzählungen bei MobileRead

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s