Schüttelreim Runde 4: Auflösung

Die Bedenkzeit ist um. Jetzt freue ich mich auf Eure Kommentare und Lösungen. Morgen Abend werde ich diesen Beitrag editieren und die Auflösung bekannt geben. Hier nochmal das Rätsel. Gesucht werden Titel und Autorin des Gedichts.

 photo schuttelreime4_zps2a5ec72e.jpg

Und die Lösung ist:
Winter
von Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848)

Aus Schneegestäub‘ und Nebelqualm
Bricht endlich doch ein klarer Tag;
Da fliegen alle Fenster auf,
Ein jeder späht, was er vermag.

Ob jene Blöcke Häuser sind?
Ein Weiher jener ebne Raum?
Fürwahr, in dieser Uniform
Den Glockenturm erkennt man kaum;

Und alles Leben liegt zerdrückt,
Wie unterm Leichentuch erstickt.
Doch schau! an Horizontes Rand
Begegnet mir lebend’ges Land.

Du starrer Wächter, laß ihn los
Den Föhn aus deiner Kerker Schoß!
Wo schwärzlich jene Riffe spalten,
Da muß er Quarantäne halten,
Der Fremdling aus der Lombardei;
O Säntis, gib den Tauwind frei!

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8 Gedanken zu „Schüttelreim Runde 4: Auflösung

  1. spannend. Was einen Hinweis gegen könnte, verwirrt eher (Säntis, Lombardei?) … Ueber Google bin ich dann fündig geworden, sonst hätte ich es nicht geschafft 😉

  2. hat Google, aber Google bzw. das Gedicht hat mich als Wahlschweizer auch „gwundrig“ gemacht, was die Droste in der Schweiz gesucht hatte, nahe am Säntis und in Hoffnung auf den Föhnwind aus dem Süden …
    Offenbar war sie hier ein Jahr, das ihr aber nicht wirklich gefallen hatte:
    „Im Jahr 1835 führte eine weitere Reise in den Kanton Thurgau in der Schweiz, nach Schloß Eppishausen. Hier wohnte inzwischen ihre Schwester Jenny, die seit 1834 mit dem Freiherrn Joseph von Laßberg, dem späteren Besitzer der Meersburg, verheiratet war. Aus Briefen ist bekannt, daß Droste die Schweizer Berglandschaft zwar gut gefiel, sie jedoch insgesamt von dem Aufenthalt sehr enttäuscht war. Verantwortlich hierfür war zum einen die Lage des Schlosses – im langen Winter war man hier fast ganz von der Außenwelt abgeschlossen …“

    Auf diesem Schloss ist das Gedicht im Garten entstanden. Der Säntis ist Luftlinie 40km entfernt. Wenn da alles eingeschneit und sie vom Austausch mit anderen abgeschnitten war, kann man sich vorstellen, dass sie den Südwind herbei wünscht. Im ersten Moment hat mich das Gedicht eher verwirrt, ich mag Schnee, er macht eine neue reine Welt, deckt zu, dämpft den Lärm – für die Droste war die Schneedecke aber bedrückend.

    „Schloss Eppishausen ist der Name eines Schlosses in der Gemeinde Erlen, Kanton Thurgau, Schweiz. Das Schloss wurde 1190 erstmals urkundlich erwähnt. … In den Jahren 1823 bis 1837 war es im Besitz des Germanisten und Schriftstellers Joseph von Lassberg, der später die Meersburg erwarb. Lassberg nannte sich in dieser Zeit „Meister Sepp von Eppishusen“ und empfing in seiner einmaligen Bibliothek viele berühmte Zeitgenossen, unter anderem den Dichter Ludwig Uhland und den Thurgauer Historiker Johann Pupikofer. Bei Lassberg und seiner Frau Jenny, geb. Freiin Droste zu Hülshoff wohnte in Schloss Eppishausen 1835, während ihres „Schweizer Jahres“, die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. Im Schlosspark entstand zum Beispiel ihr Gedichtzyklus „Der Säntis“ und der sprachgewaltigste ihrer Briefe mit Schilderungen der Alpenlandschaft.“

  3. mal sehen was ich da in dem SCHÜTTELwortSPIEL erfinde,also los gehts:GLOCKE(n)TURMschwärzlichuntereFENSTERhäuserzerdrückterTagföhn
    HORIZONTesWINTER..TAUwindFREI((e))UNIFORNschauFÜRwahrRIFFElaß
    LEBENLOMBARDAIfremdling………..klingt das gignatisch gut

      • Bitte gerne auch öfters…..hab so was ähnliches auch schon mal geschüttelt–gereimt mit WÖRTER….kennst du WORTwirbel??Das ist ein SPIEL da kannst du BUCHstaben würfeln setzt diese dann an die heweiligen STELLE(n)….und dann fängt das SPIEL an mit dem verbinden…und wieviel WÖRTER du in dem KREIS findest…hab einen guten TAG….HERZlichst ANDREA:))

  4. Das Spiel kenne ich (noch) nicht, klingt auch spannened.
    Ich sehe gerade, dass Dein erster Kommentar in einer endlos langen zeile dargestellt wird. ich bin mal so frei und füge ein paar Zeilenumbrüche ein, dann lässt es sich leichter lesen.
    Auch Dir einen schönen Tag 🙂

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