Schüttelreim: Auflösung

Wie Petra von http://phileablog.wordpress.com/ gestern schon richtig geraten oder gewusst hat, versteckte sich hinter dem Schüttelreim das Gedicht Der Fischer von Johann Wolfgang von Goethe. Bravo, Petra!

Der Fischer

Das Wasser rauscht‘, das Wasser schwoll,
Ein Fischer saß daran,
Sah nach dem Angel ruhevoll,
Kühl bis ans Herz hinan.
Und wie er sitzt und wie er lauscht,
Teilt sich die Flut empor;
Aus dem bewegten Wasser rauscht
Ein feuchtes Weib hervor.

Sie sang zu ihm, sie sprach zu ihm:
»Was lockst du meine Brut
Mit Menschenwitz und Menschenlist
Hinauf in Todesglut?
Ach wüßtest du, wie’s Fischlein ist
So wohlig auf dem Grund,
Du stiegst herunter, wie du bist,
Und würdest erst gesund.

Labt sich die liebe Sonne nicht,
Der Mond sich nicht im Meer?
Kehrt wellenatmend ihr Gesicht
Nicht doppelt schöner her?
Lockt dich der tiefe Himmel nicht,
Das feuchtverklärte Blau?
Lockt dich dein eigen Angesicht
Nicht her in ew’gen Tau?«

Das Wasser rauscht‘, das Wasser schwoll,
Netzt‘ ihm den nackten Fuß;
Sein Herz wuchs ihm so sehnsuchtsvoll,
Wie bei der Liebsten Gruß.
Sie sprach zu ihm, sie sang zu ihm;
Da war’s um ihn geschehn:
Halb zog sie ihn, halb sank er hin,
Und ward nicht mehr gesehn.

Ich habe den Eindruck, die Idee mit dem Schüttelreim gefiel eher nicht so gut. Falls ich mich da aber irre und Ihr öfter mal einen Schüttelreim raten wollt, lasst es mich einfach wissen.

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5 Gedanken zu „Schüttelreim: Auflösung

  1. Hallo Hokuspokus,
    leider konnte ich bis heute Abend bzw. Nachmittag noch keinen Kommentar schreiben, die Seite zeigte „Kommentare sind deaktiviert“ an.

    Die Idee finde ich eigentlich sehr hübsch. Das Schüttelbild sieht interessant aus, und ich gebe zu, dass ich zwar den Autor richtig geraten habe und auch wusste, dass ich das Gedicht schon gelesen hatte, aber den Titel konnte ich nicht nennen (obwohl er ja ziemlich prominent im Schüttelbild steht 😉 ). Dann konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, das Wort „Menschenwitz“ zu googlen, und dann war die Lösung nur noch einen Mausklick entfernt.

    Das Problem bei den Schüttelreimen wird sein, dass man ohne Tante Google keine Chance hat, wenn man das Gedicht nicht kennt, und dann ist’s ja keine Kunst. Wenn man’s allerdings kennt, ist das Spiel sehr nett. Mein Spielstand ist 1 von 2 möglichen Punkten. Meinetwegen können gerne weitere Schüttelgedichte folgen.

    Liebe Grüße
    Horst

  2. Vielen Dank für Eure Rückmeldungen. 🙂
    Dann ist das Interesse doch größer, als es von hier aussah. Aber wenn die Kommentare nicht gehen, kann ich ja lange drauf warten. Tücken der Technik, ich hatte es mit nur von hinter den Kulissen angesehen und da sah es so aus, als könne man die Kommentare ab- und wieder anschalten. Das geht wohl doch nicht, also muss ich mir was anderes einfallen lassen.
    Schüttelreime also in loser Folge alle ein bis zwei Wochen, länger Zeit zum Raten und was googlen angeht, tja, da müsst Ihr Euch selbst auf Eure Hände setzen. 😉

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