Im Bücherregal: Dämon Kunst. Das Leben E.T.A. Hoffmanns

Aus Briefen, Tagebüchern und den autobiographischen Stellen seiner Schriften zusammengestellt und eingeleitet von Walter Harich (1926)

Das Buch gibt es seit Juni bei Gutenberg DE und als großer Hoffmann-Fan habe ich’s mir gleich geschnappt.

Das schöne daran ist, dass hauptsächlich Hoffmann selbst in Tagebüchern, Briefen und Buchauszügen zu Wort kommt, wie der Titel verspricht. Hoffmanns Leben war abenteuerlich genug, selbst in einer eher schnörkellosen Darstellung, wie sie das Buch bietet. Wo hat er gelebt? Wovon hat er gelebt? Wen hat er gekannt? Welche Ereignisse haben seine Biographie geprägt?

Ich kannte Hoffmanns Biographie aus dem Wikipedia-Artikel und wusste daher, dass er auch Musiker war. Überraschend zu lesen, einen wie weiten Raum die Musik in seinem Leben eingenommen hat, dass das Schreiben über weite Zeiten keine oder kaum eine Rolle für ihn gespielt hat. Das machte mich neugierig, einmal Musik von Hoffmann zu hören.

Und YouTube macht’s möglich: Ein Grand Trio aus Hoffmanns Feder. Ich verstehe ja nicht wirklich was von Musik, aber schlecht ist das nicht! Erinnert an Mozart vor allem, Bach, und auch ein wenig Beethoven.

Wenn man bei YT nach E.T.A. Hoffmann sucht, ist das erste, was man findet, übrigens ein Video zur LibriVox Aufnahme von Elixiere des Teufels. Cool, oder?

Aber zurück zum Buch: Ich mag ja den düsteren, den skurrilen und fantastischen Hoffmann am liebsten. Ein Künstler kann natürlich einerseits so schreiben, andererseits aber ganz anders sein, das trifft aber wohl vor allem auf Berufsschriftsteller zu, die einen Roman nach dem anderen runterschreiben. Bei Hoffmann dachte ich immer, er müsse auch etwas fantastisches, skurriles in seinem Wesen gehabt haben. Diese Seite Hoffmanns, falls es sie gab, kommt jedenfalls im Buch ziemlich kurz. Gut möglich, dass mein Hoffmann-Bild düster-romatisch verunklärt ist, aber genauso schaut auch der Autor Walter Harich durch die Brille seiner Zeit, einer Zeit, in der zwar einerseits Aleister Crowley umgeht oder die Mär von der Hohlwelt Blüten treibt, die andererseits von einem unbändigen Fortschritts- und Technikglauben durchdrungen ist, in der kaum etwas so unwichtig schien, wie ausgerechnet die Seele. Und dann schreibt Harich ja für ein gebildetes deutsches Publikum und so ist es eigentlich kein Wunder, dass er manchmal schreibt wie ein Hundebesitzer, der einem von seinem geliebten Vierbeiner angesprungenen Passanten zuruft: „Kein Angst, der beißt nicht!“

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