Nebensache: De re coquinaria

„De re coquinaria“ ist ein römisches Kochbuch aus dem 3. oder 4. Jahrhundert n.Chr., DAS römische Kochbuch. Als Autor wird ein gewisser Apicius angegeben. Es gab mehrere bekannte römische Feinschmecker des Namens, die aber wohl alle den Griffel nicht wirklich auf die Wachstafel gesetzt haben. Genaueres dazu bei Wikipedia.

Wer nun auch immer die Rezepte verfasst hat, die römische Küche ist ein interessantes Feld. Sie ist ganz anders als die heutige italienische Küche, erinnert mehr an die arabische Küche. Eine ganze Reihe wichtiger Zutaten der italienischen Küche, wie sie diesseits der Alpen verstanden wird, gab es damals noch nicht: keine Tomaten, keine Nudeln, kein Basilikum. Gerne hat man süß und scharf, süß und sauer miteinander kombiniert, Fleisch zusammen mit Trockenobst zubereitet und alles, auch die Süßspeisen, mit Fischsauce abgeschmeckt.

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Frisch geschlüpft: Der Sandmann

von E.T.A. Hoffmann, gelesen von Karlsson

Der Student Nathanael glaubt in einem Wetterglashändler namens Coppola einen Mann wieder zu erkennen, der in seiner Kindheit als Advokat Coppelius regelmäßig abends seinen Vater besuchte und mit diesem offenbar alchimistische Experimente machte, bei denen der Vater schließlich bei einer Explosion starb. Dieser Coppelius war für den kleinen Nathanael nur „Der Sandmann“ – die Personifizierung einer schaurig-schrecklichen Figur aus einem Ammenmärchen, der den Kindern die Augen ausreißt. Er hat mit diesem Manne Furchtbares erlebt und leidet nun erneut unter dem Kindheitstrauma. Seine Verlobte Clara und deren Bruder Lothar versuchen, ihm aus seinen düsteren Stimmungen herauszuhelfen, doch verfällt Nathanael immer wieder in wirre Fantasien, und er fühlt sich von Clara missverstanden. So kommt es, dass er sich in Olimpia verliebt, die ziemlich merkwürdige Tochter seines Professors Spalanzani. Als sich schließlich auf dramatische Weise herausstellt, welche ganz besondere Bewandtnis es mit dieser Olimpia hat, verfällt er abermals in den Wahnsinn – doch noch einmal scheint es so, als könne die Liebe Claras ihn heilen…

Der Schauerroman „Der Sandmann“ ist eines der bedeutendsten und „dank“ der Arbeit von Generationen von Deutschlehrern eines der bekanntesten Werke E.T.A. Hoffmanns. Es bietet so viele Deutungsansätze und somit auch verschiedene Interpretationen, dass Hoffmann selbst sich gewundert haben soll, was er da alles in der Erzählung verarbeitet habe. (Zusammenfassung von Karlsson)

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Alle Erzählungen der Nachtstücke, gelesen von Rainer, gibt es auch bei LibriVox.

Und als eBook bei MobileRead.

Frisch geschlüpft: Borgia

von Klabund, gelesen von crowwings.

In kleinen Episödchen schildert Klabund Aufstieg und Fall der berühmten Dynastie. Machtspiele, Intrigen, Korruption, Vetternwirtschaft, Doppelmoral und Orgien … ein Lehrstück über Machtgier, Machtmißbrauch, Aufstieg und Fall … zeitlose Themen auch in der heutigen Gesellschaft. (Zusammenfassung v. crowwings)

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Im Bücherregal: Dämon Kunst. Das Leben E.T.A. Hoffmanns

Aus Briefen, Tagebüchern und den autobiographischen Stellen seiner Schriften zusammengestellt und eingeleitet von Walter Harich (1926)

Das Buch gibt es seit Juni bei Gutenberg DE und als großer Hoffmann-Fan habe ich’s mir gleich geschnappt.

Das schöne daran ist, dass hauptsächlich Hoffmann selbst in Tagebüchern, Briefen und Buchauszügen zu Wort kommt, wie der Titel verspricht. Hoffmanns Leben war abenteuerlich genug, selbst in einer eher schnörkellosen Darstellung, wie sie das Buch bietet. Wo hat er gelebt? Wovon hat er gelebt? Wen hat er gekannt? Welche Ereignisse haben seine Biographie geprägt?

Ich kannte Hoffmanns Biographie aus dem Wikipedia-Artikel und wusste daher, dass er auch Musiker war. Überraschend zu lesen, einen wie weiten Raum die Musik in seinem Leben eingenommen hat, dass das Schreiben über weite Zeiten keine oder kaum eine Rolle für ihn gespielt hat. Das machte mich neugierig, einmal Musik von Hoffmann zu hören.

Und YouTube macht’s möglich: Ein Grand Trio aus Hoffmanns Feder. Ich verstehe ja nicht wirklich was von Musik, aber schlecht ist das nicht! Erinnert an Mozart vor allem, Bach, und auch ein wenig Beethoven.

Wenn man bei YT nach E.T.A. Hoffmann sucht, ist das erste, was man findet, übrigens ein Video zur LibriVox Aufnahme von Elixiere des Teufels. Cool, oder?

Aber zurück zum Buch: Ich mag ja den düsteren, den skurrilen und fantastischen Hoffmann am liebsten. Ein Künstler kann natürlich einerseits so schreiben, andererseits aber ganz anders sein, das trifft aber wohl vor allem auf Berufsschriftsteller zu, die einen Roman nach dem anderen runterschreiben. Bei Hoffmann dachte ich immer, er müsse auch etwas fantastisches, skurriles in seinem Wesen gehabt haben. Diese Seite Hoffmanns, falls es sie gab, kommt jedenfalls im Buch ziemlich kurz. Gut möglich, dass mein Hoffmann-Bild düster-romatisch verunklärt ist, aber genauso schaut auch der Autor Walter Harich durch die Brille seiner Zeit, einer Zeit, in der zwar einerseits Aleister Crowley umgeht oder die Mär von der Hohlwelt Blüten treibt, die andererseits von einem unbändigen Fortschritts- und Technikglauben durchdrungen ist, in der kaum etwas so unwichtig schien, wie ausgerechnet die Seele. Und dann schreibt Harich ja für ein gebildetes deutsches Publikum und so ist es eigentlich kein Wunder, dass er manchmal schreibt wie ein Hundebesitzer, der einem von seinem geliebten Vierbeiner angesprungenen Passanten zuruft: „Kein Angst, der beißt nicht!“

Frisch geschlüpft: Sammlung deutscher Gedichte bei LibriVox

Und gleich noch was auf die Ohren: 20 Gedichte bei LibriVox.

Gesang zu zweien in der Nacht von Eduard Mörike gelesen von Karlsson & Hokuspokus
Trutz, blanke Hans von Detlev von Liliencron gelesen von Karlsson
Pidder Lüng von Detlev von Liliencron gelesen von Karlsson
Frau Schnips von Gottfried August Bürger gelesen von Rebecca Braunert-Plunkett
Mädchenklage von Rainer Maria Rilke gelesen von Veronika Hintzen
Unsre ‚deutsche Frau‘ von Theodor Fontane gelesen von Veronika Hintzen
Herbst von Theodor Storm gelesen von Anastasiia Solokha
Rinaldo Rinaldini von Achim von Arnim gelesen von Lispelchen
Die Stadt von Theodor Storm gelesen von Claudia Salto
Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland von Theodor Fontane gelesen von Claudia Salto
Ein Dithmarsischer Bauer von Friedrich Hebbel gelesen von Claudia Salto
Herbstbild von Friedrich Hebbel gelesen von Claudia Salto
Lob der Faulheit von Gotthold Ephraim Lessing gelesen von Rebecca Braunert-Plunkett
Ich von Gotthold Ephraim Lessing gelesen von Rebecca Braunert-Plunkett
Der Fischer von Johann Wolfgang von Goethe gelesen von Hokuspokus
Das Geisterroß von Conrad Ferdinand Meyer gelesen von Hokuspokus
Der Feuerreiter von Eduard Mörike gelesen von Hokuspokus
Nach der Lese von Stefan Anton George gelesen von Rebecca Braunert-Plunkett
Weiße Rosen von Theodor Storm gelesen von Hokuspokus
Das hungernde Kind von unbekannt gelesen von Julia Niedermaier

Besonders an Herz legen möchte ich Euch Trutz, blanke Hans und Pidder Lüng von Detlev von Liliencron, gelesen von Karlsson. Bin grad furchtbar vernarrt in Conrad Ferdinand Meyer.

Frisch geschlüpft: Verirrt in den Zeiten

von Oswald Levett, gelesen von crowwings.

Ein Historiker versucht Anfang des 20. Jahrhunderts in Ansbach einer Legende auf den Grund zu gehen, die sich um einen Fremden mit seltsame Eigenschaften dreht, der in den Jahren des 30-jährigen Krieges in der Stadt aufgetaucht sein soll und behauptete, aus der Zukunft zu kommen. Bei seinen Recherchen stößt er schließlich auf ein Tagebuch, das Licht in das plötzliche Verschwinden des Erfinder-Sohnes seiner Vermieterin und gleichzeitig auf die Legende wirft. …

Download bei Legamus!

In Arbeit: Maupassant und Meyrink

Bei LibriVox bastele ich gerade an einer Auswahl von Novellen von Guy de Maupassant. Maupassant mag ich schon lange. In diesem Frühling bin ich auf ein paar ganz entzückende Novelle von ihm gestoßen, die ich ich für die Sammlung kurzer deutscher Prosa aufgenommen habe: Kirchhofsliebe, Das Bild, Das Bett, Im Lenz, Die Verzeihung. Das Bett hat es mir besonders angetan, es ist einer der schönsten Texte, die ich je aufgenommen habe. Es fängt etwas langweilig an, aber dann …

Aber da waren noch so viel mehr wunderbare Novellen, also beschloss ich, ein Soloprojekt daraus zu machen. Leider – was heißt leider – zum Glück! hat Maupassant über 300 Novellen geschrieben, die ich lange noch nicht alle gelesen habe. Und die Auswahl ist schwer. Bis jetzt habe ich 18 Novellen aufgenommen: phantastische, erotische, abgründige; die realistischen lasse ich außen vor. Der andere Maupassant ist viel interessanter.

Im Moment ist mir der Stoff ausgegangen, aber es warten noch ein paar Bände mit Novellen darauf, gelesen zu werden.

Die andere Baustelle ist Der Engel vom westlichen Fenster von Gustav Meyrink, das ich bei Legamus! aufnehme. Das Buch ist in den USA noch nicht in der public domain, weshalb ich es nicht bei LibriVox aufnehmen kann.

Tatsächlich ist dieses Buch der Hauptgrund, warum ich bei Legamus! mitmache. Ich wollte es unbedingt aufnehmen. Trotzdem geht die Arbeit daran ziemlich langsam voran. Monatelang passiert rein gar nichts, dann gibt es kurz hintereinander ein paar Abschnitt und dann ist wieder Sendepause. Meyrink klingt so modern, ist auch tatsächlich einer der modernsten Autoren, die schon gemeinfrei sind, aber er ist sehr eigen. Selbst an guten Tagen muss ich bei ihm mindestnes so viel editieren wie bei Hoffmann, der immerhin 100 Jahre älter ist. Und das Buch ist laaang! 29 Abschnitte sind jetzt im Kasten, mehr als 12 Stunden audio und es ist gerade mal Halbzeit. Die erste Aufnahme ist vom März 2012. Noch eineinhalb Jahre …

Ohne meine wunderbare Probehörerin Elli, die das alles mitmacht, wäre ich ganz schön aufgeschmissen. Dankeschön!

Aber immerhin das epub gibt es schon bei MobileRead.